Welttag des Hörens

Mitten im Leben

Expertenrat WHO fordert Unterstützung durch die Krankenkassen.

Gutes Hören verschafft den Zutritt zur Gemeinschaft. Foto: www.martinbolle.de

02.03.2026

Der Welttag des Hörens („World Hearing Day“ bzw. „International Ear Care Day“) findet jedes Jahr am 3. März statt. Der weltweite Aktionstag lenkt die globale Aufmerksamkeit auf die Prävention und Versorgung von Hörminderungen und auf die Bedeutung des Gehörs.

Motto „,Klingt nach Leben“

Das diesjährige Thema beschreibt Nina Warken, Bundesministerin für Gesundheit und Mitglied des Deutschen Bundestages: „Unser Hörsinn hilft uns bei der Orientierung und bewahrt uns vor Gefahren. Er ermöglicht uns Kommunikation und Hörgenuss. Über die Ohren nehmen wir die Schwingungen des Lebens auf. Umso achtsamer sollten wir unser Gehör vor vermeidbarem Lärm und Hörschäden schützen.

10 Millionen Menschen in Deutschland schwerhörig

Gemäß den WHO-Kriterien liegt die Prävalenz von Schwerhörigkeit in Deutschland bei 12 Prozent. Das bedeutet, dass etwa 10 Mio. Menschen in Deutschland schwerhörig sind. 5,8 Millionen Deutsche über 15 Jahren haben zudem einen beeinträchtigenden Hörverlust von mehr als 35 Dezibel – davon sind lediglich zwei Millionen mit Hörsystemen versorgt. Dr. Shelly Chadha leitet das Programm Prävention von Taubheit und Hörverlust der WHO beschreibt die Folgen einer Hörminderung: „Hörverlust hat, wenn er unbehandelt bleibt, weitreichende Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen. Unter anderem schränkt er die Kommunikation ein, führt zu sozialer Isolation und gilt als Vorläufer von kognitivem Abbau und Demenz.

Unternehmen aus der Region

Der Welttag des Hörens erinnert uns daran, dass gutes Hören über den gesamten Lebensverlauf hinweg möglich ist. Dies erfordert Maßnahmen zur Vorbeugung von Hörverlust durch vermeidbare Ursachen, systematische Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen zur frühzeitigen Identifikation von Hörverlust sowie den Zugang zu wirksamen Rehabilitationsmaßnahmen.

WHO fordert Präventionstprogramm der Krankenkast sen

Ab dem 50. Lebensjahr setzt in der Regel die Schwerhörigkeit im Alter (Presbyakusis) ein, oftmals schleichend, jahrelang unbemerkt und dadurch unbehandelt. Lässt man einen Hörverlust unbehandelt, fallen Gespräche mit mehreren Personen, das Telefonieren, Fernsehen und die Teilnahme am Straßenverkehr immer schwerer –-man verliert Sicherheit und Lebensqualität.

Die zentrale Forderung des Welttags des Hörens lautet, gesetzlich Krankenversicherten ab dem 50. Lebensjahr eine regelmäßige Überprüfung ihres Gehörs durch den HNO-Facharzt als reguläre Vorsorgeleistung anzubieten, um die Hörgesundheit zu fördern und Folgeerkrankungen und damit Folgekosten zu vermeiden. pm