Jedes Kind hat individuelle Entwicklungsschübe. Schön früh hört es die Stimmen der Eltern und der näheren Umgebung und noch, bevor sich das erste Wort hörbar Bahn bricht, gibt es bereits ein Sammelsurium an Begriffen, die das Kleinkind versteht und sich daran orientiert. Wie aber können wir den Sprachgebrauch reich gestalten - als Eltern oder in den kindernahen Umgebungen und wann spricht man von einer Sprachstörung und welche Arten davon gibt es?
Naturwissenschaft macht Kinder neugierig
Gerade in Kindertagesstätten bieten sich vielfältige und interaktive Anlässe, um die kindliche Sprachentwicklung alltagsintegriert zu fördern. Die Verknüpfung von Sprachförderung mit naturwissenschaftlichen Experimenten ist ein Themenschwerpunkt, der die Kinder ermutigen soll, ihren Wortschatz auszubauen. So regen Materialien und Übungsangebote dazu an, mit den Kindern gezielt zu kommunizieren und Muskeln zu trainieren, die für den Stimmgebrauch wichtig sind. Wichtig ist dabei auch das frühe Erkennen von Sprach-Entwicklungsverzögerungen.
Infomaterialien auch für die Eltern
Ist die Umgebung der Kinder sprachanregend, sind die Beziehungspersonen nah und aktiv im Kontakt, kann es dennoch sein, dass sich nach einer gewissen Zeit zeigt, dass das Kind besondere Unterstützung braucht, die Logopädie. Hier werden in der Diagnose auch die übrigen Sinne wie das Hören und Sehen untersucht, um die Entwicklungsstörungen so eng wie möglich einzugrenzen. Wachsen Kinder zweisprachig auf, brauchen sie mehr Zeit, mit beiden Sprachen gut umzugehen.
Ist eine Sprachentwicklungsstörung festgestellt, braucht es für die Therapie Zeit und Aufmerksamkeit. „Die Auffälligkeiten der Sprache können sich über die gesamte kindliche Entwicklung, bis ins Schulalter und teilweise darüber hinaus, zeigen.“, so der dbl. Neben Sprachentwicklungsstörungen können auch Sprech-, Stimm-, Schluck- und Redeflussstörungen oder Sprechangst (selektiver Mutismus) auftreten, die den Einsatz der Logopädie erfordern. pm/dbl
Sprachreiche Umgebung
Die meisten Kinder erwerben die deutsche Sprache ohne große Mühe. Doch ein Viertel bis ein Drittel eines Jahrgangs tut sich damit schwer. 8-12 Prozent dieser Kinder sind von Sprachentwicklungsstörungen betroffen und brauchen eine gezielte logopädische Therapie. Die anderen 10-20 Prozent der Kinder weisen umgebungsbedingte Sprachauffälligkeiten auf. Bei ihnen liegt das Problem vor allem darin, dass der Umfang und/oder die Qualität des Sprachangebotes nicht ausreichend sind. Sie können ihre Sprachentwicklung durchaus meistern, wenn sie in der Alltagskommunikation dabei besser unterstützt werden. Für alle diese Kinder wurde SprachreichⒸgeschaffen. Hier werden Logopädinnen und Logopäden weitergebildet, um ihr Wissen zum Umgang mit Sprache und Sprachförderung in Kitas und Schulen zu tragen. Infos unter www.dbl-ev.de/dbl-konzept-sprachreich