Gut informiert, gut gelaunt, gut vorbereitet – die älteren Menschen von heute wollen nicht auf's Abstellgleis, sondern mittendrin stehen im Leben. Das beweist einmal mehr die „rundUM Senioren“ am 10. März am Schwedter Theater.
Beliebt seit jeher
Es ist wieder soweit: Ein informativer und abwechslungsreicher Messetag, randvoll mit Ratschlägen, Hinweisen und Angeboten, dazu guter Unterhaltung und der einen oder anderen Anregung für die zweite Lebenshälfte wartet auf die Besucher. „Mit rund 50 Ausstellern, die Angebote, Dienstleistungen und Produkte für eine aktive und selbstbestimmte Gestaltung des Ruhestands präsentieren, ist eigentlich für jeden was dabei“, sagt Veranstaltungsmanagerin Nancy Frischmuth. Seit Monaten haben sie und ihr Team die Messe vorbereitet – und dabei weit mehr Interessenten als verfügbare Plätze verzeichnet. Das Ziel, dem inoffiziellen Titel als größter Senioren- und Gesundheitsmarkt der Region, auch gerecht zu werden, war erneut ausschlaggebend bis zuletzt zu schauen, dass alle irgendwie einen Platz finden auf der ohnehin in diesem Jahr durch die Bauarbeiten am Theater etwas eingeschränkten Fläche an den Bühnen. Und es hat wieder geklappt: Das Spektrum reicht von Angeboten aus den Bereichen Gesundheit, Fitness und Wellness über Reise- und Bildungstipps bis hin zu Versicherungs-, Vorsorge- und Pflegefragen. Ergänzt wird das Angebot durch individuelle Beratungen verschiedener Verbände und Selbsthilfegruppen. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, das Lust zum Mitmachen, aber auch zum Zurücklehnen bei einer Kaffeepause macht, rundet den Tag ab.


Kleine Helfer im Alltag
Traditionell hat der Themenbereich Gesundheit einen besonders hohen Stellenwert bei den Besuchern. Gefragt sind dabei die an den Ständen angebotenen Test von Vitalfunktionen oder dem Blutzucker oder auch Angebote zur Schmerzreduzierung. So bringt Heilpraktikerin Birgit Behrens ihren Laser mit auf die Messe und stellt seine Einsatzmöglichkeiten bei Schmerzen an Gelenken vor. Wer's genauer wissen will, kann dem Therapie-Zentrum am 21. März beim Tag der offenen Tür auch einen Besuch abstatten.
Jedes Jahr ebenfalls gut frequentiert: die Präsentation verschiedenster Hilfsmittel. Kein Wunder also, dass sich das Sanitätshaus Reha Tech in Schwedt auf neugierige Besucher und Nachfragen einstellt. Bandagen, Bequemschuhe, Inkontinenzprodukte und vieles mehr, das das Leben bei körperlichen Einschränkungen erleichtert, wird vorgestellt. Auch Orthopädietechnikmeister Enrico Scherfel ist wieder mit von der Partie. „Wir wollen getreu dem Motto ‚Den Alltag leichter machen‘ zahlreiche Hilfsmittel vorstellen. Von Essen und Trinken bis hin zur Mobilität reichen die verschiedenen Angebote“, berichtet der Schwedter. Bei ihm können sich die Kunden umschauen, sich ausprobieren oder auch einen persönlichen Beratungstermin vereinbaren.
Zu den Hilfsangeboten zählt auch der Stand von UM Hilfe, einem Angermünder Unternehmen, das sich Hausnotrufgeräten verschrieben hat. Ein Besuch lohnt sich, denn auch wenn die meisten Menschen wissen, dass es die kleinen Helfer im Alltag gibt, von der Notwendigkeit überzeugt, sind sie noch nicht immer. „Ein Hausnotrufgerät ist keine Frage des Alters, sondern kann zum Beispiel auch für chronisch kranke Menschen oder auch Epileptiker eine Unterstützung sein“, erklärt André Nowotarski. Wichtiger als der bekannte kleine Notrufknopf, der am Handgelenk oder um den Hals getragen werden kann, ist übrigens das entsprechende Empfangsgerät, das an zentraler Stelle zu Hause aufgestellt wird. Wird der Notruf betätigt, meldet sich umgehend ein Mitarbeiter, der dann entweder schnelle medizinische Hilfe oder auch Angehörige schickt, die auf kleinere Vorkommnisse reagieren können. „Den Hausnotruf muss man haben, wenn man ihn braucht. Er ist eine Versicherung, dass Hilfe kommt, wenn sie nötig ist“, unterstreicht André Nowotarski.
Selbstbestimmt im Alter
Sich so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden aufhalten, dieser Wunsch wird besonders häufig geäußert unter den älteren Menschen. Aber so klar wie dieser formuliert wird, so deutlich wird auch: Die Menschen wollen vorbereitet sein – auch über die Möglichkeiten des Wohnens und Lebens, wenn es wie bisher eben nicht mehr geht. Eine Reihe von Anbietern präsentiert sich auch aus diesem Bereich, darunter unter anderem die Schwedter Wohnungsbaugenossenschaft. „Wir wollen auf barrierefreies Wohnen oder auch den individuellen Umbau von Wohnungen hinweisen“, heißt es vom Messeteam des Vermieters im Vorfeld.
Auch das EJF nutzt die familiäre Atmosphäre der Messe für wichtige Informationen über verschiedene Wohnformen sowie über die Möglichkeiten der Tagespflege. „Wir sind gut ausgelastet, wollen uns aber zeigen und gleichzeitig gut beraten bei den vielen Fragen und Unsicherheiten von betroffenen Familien“, erklärt Jenifer Bieseke.
Das unterstreicht man ebenfalls beim PWG Pflegeteam 24. Der ambulante Pflegedienst aus der Oderstadt betreut aktuell unter anderem drei Pflegewohngemeinschaften – ein Angebot, das gerade weil so viel Gemeinschaft und pflegerische Unterstützung geboten wird, wie individuell gewünscht, so beliebt ist. So groß wie das Interesse, ist aber meist auch der Informationsbedarf der Menschen, dem die Messeverantwortlichen gern umfangreich nachkommen wollen.


Vorbereitet für den Ernstfall
Schwierige Sachverhalte einfach erläutern – das ist mitten im Messetrubel alles andere als einfach. Dennoch wollen es Janet Tank und ihr Team vom Betreuungsverein Lebenshilfe in Schwedt unbedingt machen, denn sie haben ein sehr wichtiges Thema dabei: die rechtliche Betreuung von Menschen. Der Irrglaube, der Ehepartner könne, sollte ich selbst nicht mehr in der Lage sein, ohne Probleme meine Belange regeln, halte sich hartnäckig. „Weil das aber nicht automatisch so ist, gibt es die vorsorgenden Verfügungen, die man in jedem Alter und vor allem auch dann, wenn man unverheiratet ist, unbedingt haben sollte“, rät die Fachfrau. Für die entsprechende ausführliche Beratung sollten sich die Messegäste etwas mehr Zeit nehmen, Vordrucke für Vollmachten hat das Messeteam aber schon einmal dabei.
Über Unterstützungsangebote für Menschen mit seelischer Behinderung sowie Betroffene mit Hilfebedarf will auch Olaf Küchler vom gleichnamigen Betreuungsbüro in Schwedt informieren. Ob Hilfe im Alltag, bei Arztbesuchen oder Behördengängen – das Küchler-Team kann helfen und bei Bedarf auch andere Anbieter vermitteln. Außerdem wird über die gesetzlichen Grundlagen aufgeklärt, vor allem über die Entlastungsleistung ab Pflegegrad 1. Was kompliziert klingt, muss dabei gar nicht so schwierig sein, beruhigt Olaf Küchler. „Es lohnt sich, mehr zu erfahren“, lädt zu einem Besuch an seinem Stand ein.
Mit Hilfe ins neue Zuhause
Neu dabei ist Uwe Tomiczek und sein Team von TPS Umzüge. Weil es immer mehr Nachfragen gibt, hat er für Senioren ein besonderes Paket für Umzüge in Berlin und Brandenburg geschnürt. Auf Wunsch packen die Profis den gesamten Hausstand ein, sichern empfindliche Möbel, lagern diese auch ein, bauen Küchen oder Schränke in den neuen vier Wänden auf und hängen hier etwa auch Lampen auf. Auch um die Entsorgung kümmert man sich. Kurzum, ein Komplett-Paket, das keine Wünsche offenlässt. „Im Alter umzuziehen, vielleicht sogar in ein betreutes Wohnen oder ein Altersheim, da ist schon der Gedanke für viele Senioren beängstigend. Wir wollen diese Ängste nehmen und informieren deshalb auf der Messe ausführlich“, erzählt Uwe Tomiczek. In einem extra angefertigten Flyer hat er wichtige Informationen für Senioren zusammengefasst. Außerdem hat er ein Merkblatt erarbeitet, das über den Zuschuss der Pflegekasse für Anpassungsmaßnahmen, die die häusliche Pflege in der Wohnung ermöglichen, erleichtern oder eine möglichst selbstständige Lebensführung der pflegebedürftigen Person wiederherstellen sollen, informiert. Ist diese Förderung bewilligt, müssen sich Senioren nicht mehr damit beschäftigen, denn TPS Umzüge rechnet direkt mit der Pflegekasse ab.
Infos für das Lebensende
Keine Tabus – das gilt bei der Seniorenmesse, wenn es um die Themen Sterben und Tod geht. Bereits seit Jahren werben die Aussteller mit einem offenen Umgang mit diesen emotional oft belastenden Themen. Das gilt auch für das Team des ambulanten Hospizdienstes, das am Hospiz am Drachenkopf in Eberswalde angesiedelt ist, aber auch in der Uckermark aktiv ist. „Wir wollen hier einerseits auf die Möglichkeit der psychosozialen Betreuung sterbender und auch trauernder Menschen hinweisen, aber gleichzeitig auch um Ehrenamtliche werben“, berichtet Sabrina Daniel, hauptamtliche Koordinatorin des Dienstes. Das Interesse an Menschen, die anderen am Ende ihres Lebens Zeit schenken, ihnen zuhören und sich mit ihnen zum Beispiel über das Vorlesen beschäftigen, sei groß. Viele schwerkranke und sterbende Menschen schätzen den Austausch gerade mit ihnen bisher fremden Menschen, denen sie sich anders als gegenüber Angehörigen oder Freunde in besonderer Weise öffnen. Das aber erfordert Ehrenamtliche, die sich dem ganz bewusst stellen wollen. „Keiner ist bei uns allein, das gilt auch für unsere Ehrenamtlichen, die wir zunächst für ihre Aufgabe schulen und dann regelmäßig treffen, damit auch sie sich austauschen können“, so Sabrina Daniel.
Darüber reden, das wollen auch Diane und Steffen Kellner von den Bestattungsinstituten Kellner und Roth Bestattungen. Sie wissen, dass sich die meisten Menschen ungern mit dem eigenen Ende beschäftigen wollen. Aber: „Hier hat inzwischen ein Wandel eingesetzt. Viele ältere Menschen ziehen es vor, sich einmal mit dem Thema auseinanderzusetzen, alles zu regeln und das dann abzuhaken“, berichtet Steffen Keller über das wachsende Interesse an der Sterbevorsorge. Seine Frau Diane ergänzt: „Für die Hinterbliebenen kann es eine Hilfe, auch bei der Trauerarbeit, sein, wenn der Verstorbene vorab seine Wünsche klar geäußert hat. Wir beraten dazu sachlich und transparent, deshalb empfiehlt sich durchaus einmal etwas länger bei uns vorbeizuschauen.“ Auch jüngere Menschen sind gern gesehen.
Programm
• Messe im Hauptfoyer und Kleinen Saal an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt
• Eintritt: 3 Euro
• Eröffnung der Messe mit Moderator Uwe Schmiedel und dem PCK Senioren Chor zusammen mit dem Schwedter Stadtchor
• 14 Uhr Gesang von Franziska Gerent-Augustin und Mike Gerent vom Bestattungsinstitut Eggert – weiterer Auftritt um 16 Uhr
• ab 14.30 Uhr Präsentation der Stadtwerke – „Aktive Pausen“ mit Beispielen von kurzen, wirkungsvollen Übungen, die Körper und Geist beleben und das Herz-Kreislauf-System stärken; Mitmachen ist erwünscht! – Wiederholung ab 16.30 Uhr
• 15 Uhr Auftritt der „LineDanceFriends“ aus Britz


