Sie wollen sich das Rauchen abgewöhnen zum Neuen Jahr? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt Argumente auf den Weg, wie sich Rauchen und auch Dampfen auf Kinder auswirkt, wenn sie den Rauch einatmen müssen. Erster Fakt ist: Sie atmen häufiger als Erwachsene: Darum ist das Passivrauchen für den Nachwuchs besonders schädlich, gerade für Babys, Klein- und Kindergartenkinder. Bei einer höheren Atemfrequenz können auch mehr Schadstoffe aus dem Tabakrauch in die Lunge gelangen. Dazu kommt, dass etwa die Atemwege und das Entgiftungssystem bei Kindern noch nicht vollständig ausgebildet sind, erklärt das Portal „kindergesundheit-info.de“ der BZgA.
Wichtig: Rausgehen zum Rauchen
In der Studie„Kindergesundheit in Deutschland aktuell“ (KIDA) hat das Robert Koch-Institut abgefragt, ob in der Wohnung oder wohnungsnah, etwa auf Balkon oder Terrasse, geraucht wird. 20 Prozent der befragten Eltern von 3bis 15-Jährigen gaben an, dass das bei ihnen der Fall ist. Rausgehen zum Rauchen ist grundsätzlich eine gute Idee. Am besten entfernen sich Eltern sogar ein paar Meter von der offenen Tür, damit der Rauch nicht ins Gebäude eindringt, rät das DKFZ. Übrigens: Raucherinnen und Raucher atmen noch bis zu 90 Sekunden nach dem letzten Zug an der Zigarette Rauchpartikel aus. Die BZgA rät, am besten die gesamte Wohnung rauchfrei zu halten, wenn Kinder dort wohnen.
Auf jeden Fall sollte aber in den Räumen, in denen sich das Kind gewöhnlich aufhält, und im Schlafzimmer nicht geraucht werden. Sie sind versucht, doch drinnen zu rauchen und dann einfach das Fenster weit aufzureißen? Keine gute Idee, auch wenn der Nachwuchs gerade gar nicht daheim ist: Denn auch sogenannter kalter Tabakrauch kann zum Gesundheitsrisiko werden. Dabei handelt es sich um feine Partikel des Tabakrauches, die sich auf Möbeln, Teppichen, Tapeten oder Kleidungsstücken ablagern.
Nikotin und Abbrandprodukte aus dem Rauch können mit anderen Substanzen aus der Umgebung reagieren und neue, zum Teil krebserzeugende, Substanzen bilden. Durch Luftzüge können die Partikel aufgewirbelt - und somit eingeatmet - werden.
Auch Vapen birgt Gesundheitsrisiken
Und was ist mit E-Zigaretten? „E-Zigaretten stoßen zwar nicht alle gesundheitsschädlichen Stoffe aus, die im Tabakrauch enthalten sind“, erklärt Prof. Hans-Jürgen Nentwich. Er ist Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Das heißt aber nicht, dass E-Zigaretten unbedenklich sind. Weder für alle, die selbst vapen, noch für Kinder, die die Raumluft einatmen, mit der sich der Dampf vermischt hat.
Im Dampf befindet sich nämlich eine Vielzahl von Schadstoffen, zum Beispiel Formaldehyd und Acetaldehyd, die als krebserzeugend eingestuft sind. Auch wenn ihre Konzentration DKFZ zufolge im Dampf von E-Zigaretten wahrscheinlich eher gering ist, ist das keine Entwarnung. Denn bei krebserzeugenden Stoffen gibt es den Experten zufolge keine Menge, die als unbedenklich gilt. Kinderarzt Hans-Jürgen Nentwich rät Eltern, auf Nummer sicher zu gehen: „Der beste Weg, Kinder zu schützen, besteht darin, niemals im Haus, im Auto oder an Orten, an denen sich Kinder aufhalten, zu rauchen oder zu dampfen.“ dpa-mag


