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1. Geburtstag Podologie Nord Larisa Wünsche

Wir sind glücklich, wenn wir Menschen helfen können

Die Podologie Hansa-Nord wird ein Jahr alt und wächst aus ihren Kinderschuhen heraus

Romy Lewerenz und Larisa Wünsche (rechts) arbeiten an der Erweiterung der Podologie Nord. Foto: Henry-Martin Klemt

30.08.2021

Für Podologie, die medizinische, besonders für Diabetiker wichtige Fußpflege und –behandlung, hat sich Larisa Wünsche schon seit langer Zeit interessiert. So absolvierte die Gesundheits- und Krankenpflegerin bereits während ihrer Tätigkeit am Frankfurter Klinikum eine berufsbegleitende Ausbildung in Berlin. „Mein Mann hat mir in diesen dreieinhalb Jahren sehr den Rücken gestärkt“, erinnert sich die Podologin. In Frankfurt absolvierte sie ihre Berufspraktika und arbeitete nach dem erfolgreichen Abschluss in einer Praxis. Als im Ärztehaus im Stadtteil Nord die Augenarztpraxis geschlossen wurde, ergriff sie ihre Chance und übernahm vor einem Jahr die Räumlichkeiten. „Viele haben mir dabei geholfen und Mut gemacht“, erinnert sie sich. „Seitens der Krankenkassen gibt es klare Auflagen, welche Voraussetzungen eine podologische Praxis erfüllen muss. Seit 2001 regelt ein Gesetz, was Podologie bedeutet.“

Mittlerweile ist der Bedarf an Podologen in Frankfurt aus ihrer Sicht nicht mehr gedeckt. Mehrere Praxen sind verschwunden. Gerade in Hansa Nord mit seinen Sozialeinrichtungen und vielen älteren Menschen war das neue Angebot unter den Patienten und Klienten deshalb hochwillkommen. „So sind mir nicht nur Patienten von meiner früheren Arbeitsstelle gefolgt, die mir für den Anfang Zuspruch und Sicherheit gaben. Unmittelbar nach der Eröffnung gab es einen regelrechten Ansturm. Der Terminkalender hat sich schnell gefüllt.“

Im vergangenen Monat hat Larisa Wünsche mit Romy Lewerenz eine Kollegin eingestellt, die sie auch vertritt. Ein zweites Behandlungszimmer ist eingerichtet, deshalb bietet die Praxis wieder neue freie Termine zur Vefügung.
  

Auch deshalb hat die Corona-Pandemie die Gründerin nicht so hart getroffen, wie manch andere. „Der medizinische Bereich ist immer beansprucht. Das war auch während des Lockdowns so, als der kosmetische Bereich nicht arbeiten durfte.“ Obwohl die Podologin selbst keine kosmetische Fußpflege anbietet, stellen die an einer regelmäßigen Behandlung Interessierten rund die Hälfte ihrer Besucher: Menschen, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind oder die sich einfach etwas Gutes tun wollen, auch wenn der Preis höher liegt als bei kosmetischer Pflege. „Sportler, Kinder, Jugendliche, aber auch ältere Interessenten gehören dazu.“

Für die andere Hälfte ist die Podologie unentbehrlich. „Patienten, die an Diabetes erkrankt sind, leiden oft auch unter Nervenschädigungen. Sie haben, vor allem an den Füßen, nur eine eingeschränkte Gefühlswahrnehmung, andererseits spüren sie Mißempfindungen, ein Stechen oder Brennen, Ameisenlaufen.“ Es kann passieren, dass sie einen Stein im Schuh nicht spüren und auch keinen Nagel, den sie sich beim Barfußlaufen eingetreten haben. So entstehen Wunden, die sich infizieren können, weil sie viel zu spät bemerkt werden. Leider gar nicht so selten endet das mit einer Amputation von Gliedmaßen. „Podologen gibt es, um solche Amputationen verhindern zu helfen – und das ist uns in den zurückliegenden Jahrzehnten tatsächlich gelungen.“ Für Larisa Wünsche ist es vor allem die Hilfe, die sie anderen Menschen geben kann, die ihr Genugtuung in ihrem Beruf verschafft. „Wie jeder Mensch möchte ich mein Glück finden, auch über die Familie hinaus, und etwas tun, das mir Freude bereitet. Füße sehe ich mit einem rein medizinischen Blick. Aber das Wohlergehen der Menschen, die zu uns kommen, liegt mir am Herzen.“

Podologen gehen auf die individuellen Probleme unserer Patienten ein, behandeln, betreuen und beraten sie. Sie lindern ihre Beschwerden und befreien sie von Schmerzen. Sie kümmern sich um Nagelveränderungen und Hornhaut, reagieren auf Gefäßund Nervenprobleme, achten auf die besonderer Anfälligkeit unserer Patienten beispielsweise für Pilzinfektionen und nutzen dabei – anders als in der Kosmetik - medizinische Instrumente und Skalpelltechniken. „Davon sind unsere Patienten zuweilen überrascht“, berichtet Larisa Wünsche.

Larisa Wünsche ist ihren Zielen im vergangenen Jahr ein gutes Stück nähergekommen. „Für mich war es ein Teil meiner Selbstverwirklichung, einen therapeutischen Beruf zu erlernen. In meiner Heimat Usbekistan genießt die Podologie hohes Ansehen.“ In Deutschland ist das noch längst nicht so. „Man kennt Physio- und Ergotherapeuten, auch Logopäden, aber der Podologe wird selten angesprochen. Der Beruf sollte im gesellschaftlichen Bewusstsein präsenter sein. “ Deshalb will Larisa Wünsche ihren Beruf nicht nur ausüben, sondern sich auch für das Berufsbild engagieren und das Interesse jüngerer Leute daran wecken. Im Deutschen Verband für Podologie (ZFD) e.V. findet sie dazu Gelegenheit. Ihre Praxis öffnet sie auch Praktikanten, die den Beruf ergreifen möchten. Er bietet gute Zukunftsaussichten, aber er braucht auch eine Lobby.

„Andere Länder sind in der Podologie weiter als Deutschland. Dort können Podologen auch selbst diagnostizieren und kleinere Operationen durchführen“, berichtet Larisa Wünsche. Sie möchte ihre Erfahrungen und Kenntnisse weitergeben und nutzt selbst regelmäßig die Qualifikationsangebote des Podologenverbandes. „Unser Beruf entwickelt sich ständig weiter. Es gibt eine große Themenbreite, mit der wir uns beschäftigen, komplexe Zusammenhänge, neue Erkenntnisse und Lösungen. Von diabetischen und anderen Fußerkrankungen bis zur konkreten Praxistätigkeit sowie Softwareentwicklungen im medizinischen und buchhalterischen Bereich reicht die Palette.“

Zum einjährigen Bestehen der Podologie Nord dankt Larisa Wünsche allen Patienten der ersten Stunden und allen, die hinzugekommen sind und treu geblieben sind. „Vor allem aber danke ich meinem Mann, Dr. Matthias Wünsche, der mich immer wieder ermutigt und mir von Anfang an geholfen hat. Genauso wie viele Freunde, die uns von der Praxiseröffnung bis heute zur Seite standen. Nicht zu vergessen ist dabei auch die freundliche kaufmänische Beratung durch Sportradio Frankfurt (Oder) in Gestalt von Thomas Bönicke.“ Henry-Martin Klemt
   

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