Strausberger Stadtkalender

Innovatives Bauen mit Holz in Strausberg: Holzbau als Alternative

Nachhaltigkeit: Auf dem Alten Postgelände in Strausberg tut sich so einiges. Auch in Sachen Materialauswahl für Gebäude geht man innovative Wege.

Blick in ein Zimmer: Innovatives Bauen mit Holz in Strausberg. Fotos: Thomas Berger

26.03.2025

Kulturfreunde kennen das Alte Postgelände an der Garzauer Straße wegen des Theaters - schließlich hat sich Die Andere Welt Bühne weit über die Stadtgrenzen einen Namen gemacht. Andere schätzen das kulinarische Angebot der „Schmorpost“, während Familien mit kleinen Kindern schon einen Ausflug auf den Spielplatz gemacht haben mögen. Doch auf dem Areal, wo im Untergrund außerdem der große Bunker aus DDR-Zeiten schlummert, tut sich derzeit noch einiges mehr. Die Gemeinschaft, die das Grundstück vor einigen Jahren zur Entwicklung übernommen hatte, will auch in Sachen alternativer Wohnbauformate Vorreiter sein.

Erläuterungen am Bretterstapel: Matthias Merkle mit Bundesbauministerin Klara Geywitz und Simona Koẞ
Erläuterungen am Bretterstapel: Matthias Merkle mit Bundesbauministerin Klara Geywitz und Simona Koẞ
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Was sich insbesondere aus der märkischen Kiefer so alles machen lässt, die nicht nur in direkter Nachbarschaft überaus zahlreich steht, bekam unter anderem die scheidende Bundesbauministerin Klara Geywitz kürzlich bei einem Besuch vorgeführt. Da es ihr und der Politik insgesamt nicht nur um preiswertes, sondern auch zügiges und nachhaltiges Bauen geht, fand sie die gezeigten Ansätze äußerst interessant.

Melanie Seeland (zugleich Theaterchefin von Die Andere Welt Bühne), Antje Borchardt und Matthias Merkle führten dem Gast die einzelnen Schritte vor, wie die gefällten, etwa 100 Jahre alten Bäume unter nahezu kompletter Ausnutzung zu Balken und Brettern verarbeitet, diese zu Paletten montiert und selbst Reste noch als Sägespäne nachher zur Isolierung eingeblasen werden. Diese Modulbauweise sei durchaus für andere Vorhaben sehr gut übertragbar. „Unsere traditionelle Bauweise wird sich ändern müssen“, steht nicht nur für Geywitz fest, die von der lokalen Noch-Bundestagsabgeordneten Simona Koẞ (beide SPD) begleitet wurde. Auch den Akteuren auf dem Alten Postgelände geht es um Häuser mit möglichst geringem ökologischem Fußabdruck, also ohne viel Beton und moderne Kunststoffe. Die in direkter Nachbarschaft geschlagenen Stämme kommen in die Trockenkammer, dann können sie verarbeitet werden. Selbst der „Aufputz“ in den Zimmern des Musterhauses, die schon deutlich Form annehmen, wird aufgenagelt, und das Holz sorgt zugleich für eine warme Raumatmosphäre.„Wir arbeiten relativ rationell mit wenigen Querschnitten“, erklärte Merkle den Gästen beim Rundgang. Auch die Baukosten seien durchaus konkurrenzfähig, hieß es. Der erste Bau steht zudem auf Schraubfundamenten, sogar die Flächenversiegelung wird so noch minimiert.                      Thomas Berger