RECHT & STEUERN

Quiet Vacation und das Arbeitsrecht

Stiller Urlaub? Die eigenmächtige Verlagerung des Arbeitsortes ins Ausland kann sogar als Arbeitsverweigerung angesehen werden.

Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Heimlich in den Urlaub zu fahren und von dort aus zu arbeih ten, kann ernsthafte Konsequenzen haben. n Sg Ebo

11.03.2025

Ein paar Tage verreisen und von dort aus arbeiten? Klingt verlockend, denn viele Bürojobs können ja im Prinzip von überall aus erledigt werden. 'Quiet Vacation“ (stiller Urlaub) nennt man das. Doch so einfach ist es arbeitsrechtlich nicht. Heimlich in den Urlaub zu fahren und von dort aus zu arbeiten, kann sogar ernsthafte Konsequenzen haben. Die Jobplattform Monster hat in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen YouGov Deutschland in einer Umfrage 1330 Beschäftigten die Frage gestellt, was sie davon halten, heimlich1 - und während der Arbeitszeit in den Urlaub zu fahren. Die Erkenntnisse:

|❝Arbeit ist nur an den vereinbarten Arbeitsorten zulässig❝
Nathalie Oberthür

Ungefähr ein Drittel der befragten Beschäftigten (32 Prozent) finden, dass das überhaupt nicht geht und es selbst nie machen würden.

10 Prozent der Befragten gaben an, dass sie finden, dass nichts dabei ist, solange die Arbeit nicht darunter leidet.

5 Prozent haben es auch n schon mal gemacht.

23 Prozent der Befragten r wäre Quiet Vacation gar nicht möglich, weil die Art der Arbeit es gar nicht möglich t macht.

Das Melden von Kolleginnen und Kollegen, die heimlich im Urlaub sind, scheint unter Beschäftigten 2 nicht weit verbreitet zu sein.16 Prozent gaben an, dass sie s dies selbst nie tun würden, aber auch ihre Kolleginnen und Kollegen nicht beim Arbeitgeber melden würden. Für 14 Prozent spielt es keine Rolle, solange sie selbst keinen Schaden oder Mehrarbeit dadurch haben. Lediglich sieben Prozent der Befragten würden solche Vorfälle ihrem Arbeitgeber melden.

Aber ist das mit dem stillen Urlaub nun erlaubt, oder nicht? "Arbeit ist nur an den vereinbarten Arbeitsorten zulässig“, so die Fachanwältin für Arbeitsrecht Nathalie Oberthür.

Arbeitnehmer müssen daher prüfen, ob als Arbeitsort ʼn das Home-Office oder jeder andere Arbeitsort, also das mobile Arbeiten, vereinbart e wurde. Arbeit aus dem Ausland ist grundsätzlich nur mit t ausdrücklicher Zustimmung des Arbeitgebers zulässig.

Und klammheimlich Urlaub machen, das kann arge Konsequenzen mit sich ziehen, wenn das Unternehmen erst einmal davon Wind bekommt: Die eigenmächtige Verlagerung des Arbeitsortes ins Ausland kann als unbefugte Urlaubsnahme oder Arbeitsverweigerung angesehen werden und eine fristlose Kündigung zur Folge haben, so Oberthür. dpa