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Tag der Pflege

Weltweiter Personalmangel in der Pflege befürchtet

Wertschätzung für Pflegende allein reicht nicht, Verbesserungen müssen folgen

Professionell Pflegende in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, in Reha- und Vorsorgeeinrichtungen sowie bei ambulanten Pflegediensten leisten eine herausfordernde Arbeit. Foto: archiv/dpa

13.05.2021

Der International Council of Nurses (ICN) hat Ende April die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter den Mitgliedsverbänden veröffentlicht. Die nationalen Verbände fürchten einen massiven Personalmangel in den nächsten Jahren. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht die geschilderten Probleme auch für Deutschland bestätigt.

Die aktuelle Umfrage zeigt, dass sich die Auswirkungen der Pandemie auf die beruflich Pflegenden und die Personalsituation in den Pflegeberufen verschärfen. Während einerseits weltweit die Leistungen der Pflegefachpersonen in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind, bleiben Verbesserungen für die Pflegeberufe aus. „Es gibt eine Kluft zwischen der Rhetorik der Regierungen darüber, wie sie beruflich Pflegende schätzen, und ihren praktischen Antworten auf die Herausforderungen, vor denen Pflegende jeden Tag stehen“, konstatiert ICN-Geschäftsführer Howard Catton. „Diese Diskrepanz führt weltweit zu einer zunehmenden Unzufriedenheit unter den Pflegenden, was zu Protesten und Auseinandersetzungen führt, die die Rekrutierung und Bindung im Beruf untergraben könnten.“ Die öffentliche Wahrnehmung der Pflegeberufe hat insgesamt zu einem stärkeren Interesse geführt und in einigen Ländern suchen mehr junge Menschen den Weg in den Beruf. Gleichzeitig sind auch Aus- und Weiterbildungen durch die Pandemie von Einschränkungen betroffen, was zu Verzögerungen und Ausbildungsabbrüchen führt. Die Nachwuchsgewinnung ist dadurch zusätzlich gefährdet. Der DBfK hatte bereits Anfang des Jahres gefordert, dass gerade jetzt in die Ausbildung investiert werden müsse, anstatt Auszubildende und Studierende als Lückenfüller für einen jahrzehntelang bestehenden Personalmangel einzusetzen. „Die Regierungen müssen schnell handeln, um sicherzustellen, dass es gut ausgeschilderte Wege in die Pflegeberufe gibt, damit wir so schnell wie möglich mit der Rekrutierung der nächsten Generation beginnen können“, fordert ICN-Präsidentin Annette Kennedy. „Der Pflegeberuf ist der lohnendste Job der Welt, aber Pflegefachpersonen müssen auch in der Lage sein, ihre Rechnungen zu bezahlen und ihre Familien zu ernähren. Deshalb fordere ich die Regierungen heute auf, für jetzt und für die Zukunft in die Bezahlung und Ausbildung der Pflegefachpersonen zu investieren.“ (DBfK/pm)

Zahlen und Fakten

Personal arbeitet häufiger in Teilzeit

Schichtdienst, hohe körperliche Anforderungen und Zeitdruck – die Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen waren bereits vor der Corona-Krise herausfordernd. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stieg der Anteil der Teilzeitbeschäftigten in Krankenhäusern und medizinischen Praxen von 39 Prozent im Jahr 2014 auf 42 Prozent im Jahr 2019. Im gleichen Zeitraum sank der Anteil der Vollzeitbeschäftigten von 54 auf 50 Prozent. Nahezu unverändert blieb der Anteil des Personals mit einer geringfügigen Beschäftigung, der 2019 bei acht Prozent lag. Mehr als vier Millionen Erwerbstätige waren 2018 in Gesundheits- und Pflegeberufen tätig. Davon waren 79 Prozent Frauen.

Für viele gehören Schicht- und Wochenenddienste zum Alltag: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Erwerbstätigen in Gesundheits- und Pflegeberufen arbeiteten 2018 am Wochenende und knapp ein Drittel in Schichtarbeit. Besonders häufig arbeiteten Alten- und Krankenpflegerinnen und -pfleger im Schichtdienst. Drei Viertel der Krankenpflegerinnen und -pfleger und 80 Prozent der Altenpflegerinnen und -pfleger arbeiteten regelmäßig auch samstags und sonntags. (Destatis)

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