Neues Jahr - Neuer Job?

Initiative Jobsuche

Expertentipp: Warum gerade die Weihnachtszeit ideal für Bewerbungen zu einer beruflichen Neuorientierung ist.

Wenn im Büro die besinnliche Zeit anbricht, ist mehr Raum für Gespräche. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-mag

01.01.1970
Sabine Votteler ist Coachin für berufliche Neuorientierung Foto: Christian Kasper/ Sabine Votteler/dpa
Sabine Votteler ist Coachin für berufliche Neuorientierung Foto: Christian Kasper/ Sabine Votteler/dpa

Gegen Ende des Jahres liegt der Arbeitsmarkt brach? Von wegen, sagt Coachin Sabine Votteler. Denn: Gerade in der Vorweihnachtszeit und zwischen den Jahren bieten sich Arbeitnehmern besonders gute Chancen, auf sich aufmerksam zu machen, so die Expertin. Die Konkurrenz sei geringer. Zudem werde Ende des Jahres viel geplant - neue Rollen und Teamzusammensetzungen etwa. Ein ausgezeichneter Zeitpunkt für Initiativbewerbungen also. Ideal: Weihnachtsfeiern oder auch Weihnachtswünsche per Mail erlauben eine Kontaktaufnahme, ohne aufdringlich zu sein. Votteler rät, im Gespräch oder in der Mail nebenbei anzubringen, dass man sich verändern möchte oder sich das zumindest vorstellen kann. Vielleicht gelänge es so, sich auf einen Anruf oder ein Gespräch im Januar zu verabreden.

Kleine Signale machen den Unterschied

Wichtig: „Überstürzen Sie nichts, natürlich sollte man nicht am Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt ein Bewerbungsgespräch führen - das passt nicht“, so die Expertin. Es gelte vielmehr vorsichtig vorzufühlen und den Weg fürs neue Jahr zu ebnen. Auch online bietet die besinnliche Zeit Chancen: „Schreiben Sie einen persönlichen Jahresrückblick in einem beruflichen Netzwerk wie Linkedin und erwähnen Sie auch hier, dass sie sich 2026 verändern möchten“, rät die Expertin.

Unternehmen aus der Region

Weil viele professionelle Social-Media-Teams über den Jahreswechsel pausierten, sei die Chance auf Sichtbarkeit eines solchen Beitrages höher als im restlichen Jahr. Das ist günstig, um auf sich aufmerksam zu machen. Aber es zeigt noch etwas:

„Am Jahresende aktiv zu sein, ist auch einfach ein gutes Signal an einen potenziellen Arbeitgeber“, so Votteler. „Das ist ein Zeichen dafür, dass ich beruflich engagiert bleibe, auch wenn andere sich zurückziehen.“

Zur Person: Sabine Votteler war über 20 Jahre lang Führungskraft, bevor sie sich 2014 selbstständig machte. Heute arbeitet sie als Coachin für berufliche Neuorientierung in Reutlingen. dpa


Muss ich meine Bewerbung selbst schreiben?

Ein kreatives Anschreiben, strukturierter Lebenslauf, ein passgenaues Motivation sein schreiben: Bewerbungen können ganz schön viel Aufwand erfordern. Schneller geht's natürlich mit Unterstützung, zum Beispiel der eines KI-Chatbots.

Grundsätzlich gilt: „Die Bewerbung darf man mit allen möglichen Hilfsmitteln schreiben“, so Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht. Dabei ist es völlig egal, ob die Unterlagen von einem anderen Menschen oder einer KI verfasst werden.

Die Inhalte müssen stimmen

Wichtig ist: Der Inhalt muss stimmen. Schreibt man die Texte also nicht selbst, muss man darauf achten, dass alle Fakten und Daten der Wahrheit entsprechen und keine falsche oder täuschenden Angaben enthalten sind. Denn für die Richtigkeit der Inhalte haftet man selbst, so die Fachanwältin. Wer falsche Angaben macht und den Arbeitgeber über die eigene Eignung täuscht, riskiert, dass der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis später anficht.

Praktisch: Die Hilfsmittel müssen bei der Bewerbung nicht angegeben werden. Wurde der Lebenslauf etwa mit der Unterstützung einer KI verfasst, muss das nicht gesondert gekennzeichnet werden. dpa