Umwelt & Recycling

Die Welt ein bisschen besser machen

Jeder Beitrag zählt: Schon kleine Verhaltensänderungen können große Schritte hin zu einem nachhaltigeren Leben sein.

Ist eine Lebensmittelverpackung mit einem Fairtrade-Siegel gekennzeichnet, müssen alle Zutaten zu 100 Prozent aus Fairtrade zertifizierten Rohstoffen bestehen. Foto: Sina Schuldt/dpa-mag

23.02.2026

Fahrrad statt Auto, Gemüse statt Fleisch, Second-Hand statt neuer Klamotten: Schon kleine Verhaltensänderungen können große Schritte hin zu einem nachhaltigeren Leben sein und Menschen insgesamt krisenfester machen, sagt der Pforzheimer Verbraucherrechtsexperte Tobias Brönneke.

Nach seiner Auffassung unterschätzen die meisten noch immer die Effizienz solcher Maßnahmen. Gerade angesichts globaler Krisen sollte jeder mehr im persönlichen Bereich tun. „Nachhaltig handeln hilft gegen politische Ohnmacht. Wir werden resilienter, wenn wir uns einen Handlungsspielraum bewahren“, meint der Professor vom Institut für Verbraucherforschung und nachhaltigen Konsum (vunk) an der Hochschule Pforzheim.

Es fängt beim Essen an

„Wir sollten etwas stärker in die Küche der Großeltern schauen“, sagt Brönneke. Mehr Linsen, weniger Fleisch, mehr regionales Obst, weniger weit gereiste Früchte, mehr Hafer- statt Kuhmilch: Wer bewusst koche, tue etwas für Klima und Umwelt, so der Forscher. Er hält zudem regelmäßige Fastentage für sinnvoll, an denen auf Fleisch verzichtet wird.

Das Auto öfter stehen lassen

Auch müssten nicht alle Einkaufswege oder Fahrten zur Arbeit mit dem Auto zurückgelegt werden. Oft gehe es auch mit dem Rad oder dem ÖPNV. Autofahrer könnten Car-Sharing-Modelle prüfen. Arbeitnehmer könnten bei Arbeitgebern nach E-Bike-Leasingmodellen fragen oder nach der Übernahme von Deutschland-Tickets für die Bahn.

Teurer kann günstiger sein

Ob Waschmaschine, Staubsauger oder Kühlschrank: „Geiz ist nicht geil, das Billigste ist nicht das Wirtschaftlichste“, betont der Verbraucherexperte. Entscheidend sei nicht der Kaufpreis, sondern die Qualität, die Langlebigkeit, der Verbrauch und die Reparaturfähigkeit von Produkten. Und, so betont der Jurist: „Vor einem solchen Kauf sollte man gründlich Testurteile der Stiftung Warentest lesen.“

Kleider ändern lassen

Second-Hand statt neuer Klamotten ist ein Weg, sich nachhaltig anzuziehen. Der Experte verweist aber auch auf Kleidertauschbörsen nach dem Beispiel Dänemark. Und warum nicht mal das Loch selbst flicken, statt den Pulli wegzuwerfen? Und vielleicht lässt sich die zu klein gewordene Herrenanzugshose beim Änderungsschneider sogar zur Damenhose umfunktionieren?

Auf Label achten

Wer nicht nur für die Umwelt nachhaltig handeln, sondern auch sozial etwas Gutes tun will, sollte auf kleine Schildchen achten. So garantieren Label wie „Fairtrade“ oder der „Grüne Knopf“, dass Kleidung unter fairen Bedingungen in den Herkunftsländern hergestellt wurde.

Das Label „Xertifix“ stellt etwa bei im Ausland hergestellten Grabsteinen sicher, dass keine Kinderarbeit im Spiel war.

Wechsel zum Biostrom

Für das gute Gewissen muss es nicht gleich die teure Solar-Anlage auf dem Dach sein. Balkonkraftwerke sind günstiger zu haben. Und schon ein Wechsel zu einem Stromanbieter, der ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen anbietet, sei ein Schritt zum nachhaltigeren Stromverbrauch, sagt Brönneke. Auch gibt es die Möglichkeit, anteilig oder vollständig von herkömmlichem Erdgas auf Biogasbezug umzusteigen.

Retouren-Automaten

Skeptisch beurteilen die Wissenschaftler am Institut für Verbraucherforschung und nachhaltigen Konsum sogenannte Secret-Pack-Automaten mit verpackter Retourenware. Zwar sind die Preise für den Überraschungsinhalt niedrig. Und aus Nachhaltigkeitssicht seien Geschäftsmodelle grundsätzlich begrüßenswert, die Retouren wieder in den Handelskreislauf bringen. Die „dramatische Umweltwirkung“ eines Fehlkaufs werde damit aber nicht genommen.

Denn ob die Käufer die auf gut Glück erworbene Ware wirklich benötigen, sei zweifelhaft.
dpa


Spendenverein Robin Hood

Helfer: Ein sechsköpfiges Team steht bedürftigen Menschen aus Premnitz und Umgebung zur Seite.

Mit Herz und Engagement setzt sich der allgemeinnützige Verein Robin Hood e.V. für Menschen ein. Unter der Leitung von Kerstin Lalla arbeiten sechs ehrenamtliche Helferinnen und Helfer auf rund 150 Quadratmetern, um bedürftigen Menschen aus Premnitz und Umgebung zur Seite zu stehen. Der Verein bietet nicht nur die Möglichkeit, gut erhaltene Kleidung und Haushaltsgegenstände und Kleinmöbel günstig zu erhalten, sondern verleiht auch Festkleidung und hält Spielzeug sowie Kinderwagen an die jüngeren Generationen bereit. Auch die tierischen Freunde kommen nicht zu kurz: Robin Hood bietet Futter für Tiere für einen niedrigen Betrag an, um auch hier Unterstützung zu leisten.

Unternehmen aus der Region

Neben der Versorgung mit Sachspenden gehört zu den Angeboten des Vereins auch die Unterstützung bei Wohnungsberäumungen zu kleinen Preisen sowie die Durchführung von Kleinstreparaturen im Haushalt zum fairen Preis – ein umfassendes Engagement, das weit über das reine Angebot hinausgeht.

Kerstin Lalla dankt allen großzügigen Spenderinnen und Spendern aus allen Generationen, die mit ihren Gaben diese Hilfe möglich machen. Sie bittet darum, darauf zu achten, dass alle abgegebenen Artikel in gutem Zustand und tragbar sind, um den Bedürftigen weiterhin eine wertvolle Unterstützung bieten zu können und Müll zu vermeiden.

Wer den Verein Robin Hood e.V. unterstützen möchte – beispielsweise aktuell mit einem Kopierer mit Bluetooth-Funktion – kann sich bei Kerstin Lalla melden.

Die Kleiderkammer ist montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr in der Fabrikenstraße 7 in Premnitz geöffnet.

Kontakt:

Robin Hood e.V.
Fabrikenstraße 7
Premnitz
Telefon: 0173 7808655
E-Mail: kestinlalla@gmail.com


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