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Freisprechung im Handwerk: „Den allerbesten Job der Welt erlernt“

Die SHK-Innung Ober- und Niederbarnim spricht eine Gesellin und 22 Gesellen im Beruf Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (m/w/d) frei. Es ist einer der besten Jahrgänge in jüngerer Vergangenheit.

Freisprechung im Golfpark Schloss Wilkendorf: Fabian Donner, Michael Bohn, die anwesenden Junggesellen sowie Herbert Treichel, Melanie Buchholz und Jörg Wiesniewski. Fotos: Reinhard Witteck

17.03.2025

Herbert Treichel, Innungsobermeister und Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, begrüßte am 7. März eine Gesellin und 22 Gesellen zu ihrer Freisprechung im Golfpark Schloss Wilkendorf.

Die besten des Jahrganges sind Leo Gauter (Heinz Grassow GmbH), Lucas Nischan (Lorms Service AG) und Mike Schubert (Stadtwerke Strausberg). Den ersten Platz in den theoretischen Prüfungen belegte Tristan Everz (Björn Fechner GmbH).

Ein großes Dankeschön ging an die Geschäftsstellenleiterin Melanie Buchholz, die die Feier organisiert hat. Sängerin Elisa Isabell Flottran von der Kreismusikschule Märkisch-Oderland rundete die Veranstaltung mit ihrem Gesang ab. Sie gewann bei „Jugend musiziert“ bereits erste Plätze in der Kategorie Musical.

In seiner Festrede sagte Herbert Treichel: „Sie, meine Dame und meine Herren, sind heute die Hauptpersonen als Gesellin und Gesellen. Sie, ihre Eltern, Freunde, die Ausbilder der Handwerksbetriebe, des Ausbildungszentrums der Handwerkskammer in Hennickendorf und die Lehrer der Berufsschule können stolz auf diese Ergebnisse sein.

Von 26 Auszubildenden haben 23 bestanden. Es ist eine der besten Quoten, die wir in den vergangenen Jahren bei den Prüfungen in unserer Innung erreicht haben. Damit haben alle Ausbilder eine hohe Qualität bewiesen. Mein Dank geht an die Ausbilder und an ihre Eltern.

Sie, liebe Gesellin und liebe Gesellen, haben einen der allerbesten Jobs der Welt erlernt. Seit 45 Jahren bin ich in dieser Branche tätig, davon 35 Jahre als selbstständiger Meister. Nach den bestandenen Prüfungen sind sie nun für ihr Glück selbst verantwortlich und haben es jetzt selbst in ihren Händen.

Dafür hat unser Handwerk goldenen Boden. Seid selbstbewusst, nehmt Verantwortung wahr und fordert, wenn erforderlich, eure Weiterbildung ein. Perspektiven sind die Meisterprüfung, ein Studium, sich selbstständig machen oder Betriebsleiter werden. Die Bürokratie ist im Handwerk nach wie vor ein großes Hemmnis. Ihr seid jung und dynamisch - ihr werdet es schaffen. Euch stehen jetzt Tür und Tor offen. Aber bleibt bitte auf dem Teppich. Denkt immer daran, bei uns ist der Kunde König. Seid nett, freundlich und fachlich kompetent. Habt ihr Fragen, dann stellt diese in euren Betrieben, denn fragen ist keine Schande. Genießt den heutigen Tag.“

Unternehmen aus der Region

OSZ-Klassenlehrer Fabian Donner erklärte am Rednerpult: „Sie erleben heute hier meinen letzten Auftritt vor ihnen. Nach den ersten Tagen der Ausbildung in den Betrieben kam der Donner. Ich habe euch als meine Klasse vom ersten Tag an erlebt. Ihr seid nun raus aus der ersten Ausbildung. Ich bin stolz auf euch. Bleibt euch treu. Liebe Eltern, ich habe mich auf diese Klasse immer gefreut.“

Bildungsgutscheine erhielten die drei besten Gesellen Leo Gauter, Mike Schubert und Lucas Nischan, überreicht von Jörg Wiesniewski, Ressortleiter Prüfungswesen der Handwerkskammer Frankfurt (Oder).

Luisa Schubert, die einzige Gesellin in dieser Runde, schildert ihren Werdegang gegenüber dieser Zeitung so: „Ich war schon immer ein Papakind, einmal hat er mich vergessen, am Kindergarten abzusetzen und ist mit mir zu einer Baustelle durchgefahren. Erst als wir angekommen sind, ist es ihm aufgefallen.

Ab da durfte ich dann immer mal wieder mit ihm auf Baustellen fahren. Das war genau meine Welt! Als ich mich dann später für eine Ausbildung bewerben sollte, war mir klar, dass ich nichts anderes machen wollte als er. Also habe ich meine Ausbildung in seiner Firma gemacht. Es war nicht immer leicht, aber ich könnte mir auch nichts anderes vorstellen.“

Eine achtwöchige Ausbildung in der DVS-Schweißkursstätte Hennickendorf absolviert Nico Opitz von der TGA Heinemann GmbH & Co. KG in Strausberg. Nach seiner Gesellenprüfung erwirbt er Kenntnisse im Wolfram-Inert-Gasschweißen. Gefördert wird seine Weiterbildung durch seinen Ausbildungsbetrieb TGA Heinemann, der ihm diese Ausbildung erst ermöglicht, finanziert und ihn von der Arbeit dafür freigestellt hat. Das Unternehmen wurde als Ausbildungsbetrieb mehrfach ausgezeichnet.

Unternehmen aus der Region

„Schweißen hat mich schon immer begeistert. Nach zwei Wochen Schweißen an Dünnblech und Rohren in der Berufsausbildung folgte die Frage, ob ich am Wettbewerb „Jugend schweißt“ teilnehmen möchte. Da habe ich mich richtig hineingekniet“, schildert er.

Nico Opitz errang 2023 beim Wettbewerb „Jugend schweißt“ in Hennickendorf den 2. Platz beim Gasschweißen. Er belegte im Landesausscheid Brandenburg den ersten Platz und im Bundeswettbewerb Platz neun.

“Zwei Wochen Schweißen in der Berufsausbildung sind zu wenig. Zukünftigen Auszubildenden empfehle ich, an das Schweißen mit Interesse und keinesfalls mit verschränkten Armen heranzugehen. Einfach mal ausprobieren und man spürt die Faszination mit dem Brenner in der Hand,“ rät Nico Opitz. Er ist seinem Ausbildungsbetrieb, der ihn nun als Gesellen übernimmt, sehr dankbar dafür, dass sein Können erkannt und gefördert wird.

Von Reinhard Witteck

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