Eberswalder Forstfasching

Jecken verschollen im Weltall

Ausgelassene Stimmung auf der Bühne: Der Forstfasching Eberswalde wird an diesem Sonnabend erneut ganz viel Unterhaltung bieten. Fotos: Ulf Worlitzer

23.02.2026

Am vergangenen Sonnabend, dem 14. Februar, ging die erste von zwei rauschenden Faschingspartys im Haus Schwärzetal in Eberswalde über die Bühne. Unter dem Motto „Verschollen im Weltall“ feierten Hunausgelassen den derte Eberswalder Forstfasching. Dem Einmarsch der Jecken, traditionell mit einer Saalrunde, folgte in den drei Tanzpausen ein tolles Programm, unter anderem mit dem Auftritt der Schwärzefüße und mehrerer Tanzgruppen, die begeistert gefeiert wurden. Den „Weltraum“ im Haus Schwärzetal erweckten darüber hinaus die Coverband Mr. Scrooge aus Eberswalde, Your Event DJ Christian Libor und DJ RINGO zum Leben.

Unternehmen aus der Region

Die zweite Veranstaltung gibt es am heutigen Sonnabend. Und das wieder vor großartigen Kulissen, die in über 2.500 Arbeitsstunden von vielen Unterstützern des Eberswalder Forstfaschings bemalt und aufgestellt wurden, erläutert Rüdiger Schulz, von 1990 bis 2004 erster Vorsitzender des Forstfaschingsvereines.

Schon Tage vor der ersten Faschingsparty hatten Besucher die Gelegenheit, die aufwendig gestalteten Kulissen zu besichtigen, die Rüdiger Schulz und Katy Müller-Schmidt mit Stolz präsentierten.
Schon Tage vor der ersten Faschingsparty hatten Besucher die Gelegenheit, die aufwendig gestalteten Kulissen zu besichtigen, die Rüdiger Schulz und Katy Müller-Schmidt mit Stolz präsentierten.

Lange Tradition

Der Eberswalder Forstfasching hat eine weit zurückreichende Tradition: „Wir befinden uns im Jahre 1967“, beschreibt das zum 50. Jubiläum erschienene Buch des Vereins. „In der nordöstlichen Sandbüchse nordöstlich von Berlin formierte sich ein Großaufgebot an Kulissen bauenden, malenden, handwerkelnden, tanzenden, moderierenden und kostümierten Förstern, Boden- und Insektenkundlern.“

Unternehmen aus der Region

Die Tradition des Forstfaschings in Eberswalde - die übrigens bis ins 19. Jahrhundert mit den Studierenden der ehemals Königlichen Forstakademie ihren Anfang fand - wurde auch über die Wende hinweggerettet, mit der Gründung des Eberswalder Forstfasching e. V. im Jahr 1990. Der Verein zählt derzeit rund 50 Mitglieder.

„Ein Kulturgut, das zu erhalten es sich lohnt“, sagt Rüdiger Schulz. „Allerdings plagen uns auch einige Sorgen“, so Schulz. „Die Tage, in denen wir unsere Kulissen und Skulpturen im Sitz des Vereines, im „Klimastall“ gestalten konnten, sind gezählt“, sagt er.

Große Halle wird gesucht

Der Mietvertrag werde durch den Eigentümer nicht mehr verlängert, da er dort neu bauen will. „Deswegen suchen wir eine etwa 300 Quadratmeter große Halle, die sich ehrenamtliche Kräfte leisten können.“ so Schulz. Auch Nachwuchs braucht der Verein, was die Arbeit an den Kulissen und die sonstige Vorbereitung des Eberswalder Forstfaschings betrifft. „Es müssen keine Künstler oder Handwerker sein, die uns unterstützen. Leute, die gern ehrenamtlich im Team arbeiten und dabei Spaß haben, sind uns herzlich willkommen.“

Jubiläum steht bevor

Im nächsten Jahr steht ein großes Jubiläum an: 60 Jahre Eberswalder Forstfasching. „Es ist dann nicht wirklich der 60. Forstfasching, da wir aufgrund des ersten Irak-Krieges und Corona Veranstaltungen absetzen mussten, aber es ist das 60. Jahr, in der wir diese Tradition jedes Jahr aufs Neue am Leben erhalten“, sagt Rüdiger Schulz.

An diesem Sonnabend wartet aber erst einmal die letzte Faschingsparty in diesem Jahr, bevor der Eberswalder Forstfasching e. V. in sein Jubiläumsjahr startet. Allen Teilnehmern und Organisatoren viel Spaß und ein dreifaches Halali!