Am 1. Januar jährte sich zum 35. Mal die Gründung der Schwedter Autohaus GmbH in der Steinstraße. Zu DDR-Zeiten existierte hier bereits ein sogenannter Kraftfahrzeug-Instandsetzungsbetrieb (KIB) für die Marken Wartburg und Barkas. Nach Währungsunion und deutscher Wiedervereinigung wurden für das künftige Schwedter Autohaus die Gesellschafterverträge erarbeitet. Stichtag für die Neugründung mit der Zugehörigkeit zur Handwerkskammer und ausgestattet mit einem Vertrag für die Automarke Opel war dann eben der 1. Januar 1991. Andreas Wilke sei damals der erste Geschäftsführer gewesen, weiß Ronny Brüß zu berichten. Der führt seit 2018 die Geschäfte und wird am 1. September dieses Jahres auch bereits seine 30-jährige Firmenzugehörigkeit begehen können. 1996 begann er als Kfz-Mechatroniker-Azubi im Schwedter Autohaus (lesen Sie dazu auch nebenstehenden Text).
Ronny Brüß weiß aus Berichten, dass die ersten Jahre auch für das Schwedter Autohaus fast wie ein „Verkaufsparadies für Fahrzeuge“ waren. Es war halt so: Ganz viele wollten doch endlich ein „West-Auto“ fahren. Da wurden Kaufverträge auf Durchschlagpapier gefertigt, zum Hersteller gefaxt und vier, fünf Wochen später war das gewünschte Fahrzeug dann schon hier beim Kunden.
2010 kam die Marke Ford mit zum Schwedter Autohaus. „Sogenannte Netzwerkplaner traten damals an unser Autohaus, dessen Hauptgesellschafter übrigens die AVAG Holding SE mit Hauptsitz in Augsburg ist, heran – so war das Haus an der Steinstraße fortan Vertragshändler für zwei Automarken.
Und wie beschreibt Ronny Brüß heute „sein Haus“? Er kann von gegenwärtig 24 Mitarbeitern berichten. „Wir haben im Autoverkauf einen Verkäufer, mich sowie einen Azubi im dritten Lehrjahr, der bald auslernt. Zudem gibt es den Bereich Service/Kundendienst, der für alle Sachen der Annahme für die Werkstatt sowie die Teile-Bestellung und alle dazugehörenden Dinge zuständig ist. Und dann ist natürlich unsere Werkstatt, in welcher gegenwärtig vier Monteure und vier Auszubildende arbeiten. Auch hier werden Reparaturen vorrangig an Opel- und Ford-Fahrzeugen realisiert, durchaus sind wir hier aber auch typenoffen.

Vertrauen dank langjährig guter Zusammenarbeit
Und, ganz wichtig: Zum Autohaus gehört auch die Shell-Tankstelle nebenan“, merkt Ronny Brüß an. Betreiber und Eigentümer der Tankstelle (als einzige durchgängig geöffnete in Schwedt und dem Umland) „sind wir, das Schwedter Autohaus. Den Kraftstoff der Marke und die Artikel im Shop vertreiben wir. In der Tankstelle sind insgesamt sieben Beschäftigte des Autohaus-Teams tätig.“
Und wie geht es der Autobranche und dem Schwedter Autohaus? „Der Branche ging es auf alle Fälle schon mal viel besser – unserem Haus geht es aber durchaus gut. Das liegt auch an vielen langjährigen Kooperationen, zum Beispiel mit größeren Leasing-Kunden, die durchaus auch mal weiter weg von Schwedt zu Hause sind. Aber eine langjährig gute Zusammenarbeit hat Vertrauen wachsen lassen, was uns sehr hilft. Auch für die Werkstatt sind, neben den privaten Autobesitzern natürlich, viele Firmenkunden sehr wichtig.“


Als 39-Jähriger war Ronny Brüß Geschäftsführer geworden. Was macht für ihn bis heute den Reiz aus? „Vor allem das Arbeiten mit den Menschen. Ja, einfach der Fakt, dass immer etwas in Bewegung ist und man stets aufs Neue herausgefordert wird. Außenstehende können sich sicher schwer vorstellen, wie viele Knöpfe und Hebel da im Grunde täglich gestellt werden müssen, um den Betrieb am Laufen zu halten.“
Stolz sei er darauf, dass in der gesamten Geschichte des Schwedter Autohauses den Mitarbeitern immer pünktlich der Lohn bezahlt wurde, das Gleiche treffe auf Sozialabgaben, Berufsgenossenschaft und anderes mehr zu. Und immer wieder sei da die Herausforderung, „mit seinen Mitarbeitern die täglichen Aufgaben zu meistern, die Beschäftigten entsprechend ihrer Fähigkeiten stets auf der möglichst richtigen Position einzusetzen“.
Was wünscht sich Ronny Brüß für die nächsten Jahre? „Vor allem Stabilität, was in unserer Branche allerdings leider wohl weitgehend Wunschdenken bleibt. Wir würden gern ohne so viele Hiobsbotschaften, sei es aus der Politik oder auch von Herstellern mitunter noch so kleiner Teile auskommen. Und gegen noch mehr sehr gutes Personal hätte ich natürlich auch nichts einzuwenden.“ Brüß könnte sich einen weiteren versierten Serviceassistenten oder einen diagnose-erfahrenen Monteur gut im Team vorstellen.
Am vergangenen Sonnabend hat das komplette Team nach der „Frontera-Angrillen-Aktion“ für die teilweise langjährige Kundschaft das Jubiläum des Autohauses noch gemeinsam gefeiert.


