1954 in Bern begann die Erfolgsgeschichte, 1974 und 1990 folgten Titel, 2014 kam in Rio der vierte Stern dazu. Diese WM-Geschichte ist kein Mythos, sondern Erwartung: Nach den Enttäuschungen 2018 und 2022 soll 2026 soll es länger dauern als drei Spiele.
Lange Titel-Tradition
Julian Nagelsmann steht in der Verantwortung wie einst Sepp Herberger, Helmut Schön, Jupp Derwall, Franz Beckenbauer, Berti Vogts, Hansi Flick, Rudi Völler und Jürgen Klinsmann. Das Ziel: Es Joachim Löw als Architekt des Titels von 2014 gleichzutun. Nagelsmann will den nächsten Bogen spannen: vom Talent zum Meistertrainer.
Im WM-Jahr beginnt alles mit einer langen Liste - breit genug für Form, Überraschungen und späte Durchstarter. Daraus wird der Turnierkader mit 23 bis 26 Spielern, mindestens drei Torhüter müssen dabei sein. Ende Mai fällt die Entscheidung für den Kader.
Basecamp Winston-Salem
Das Teamquartier liegt in Winston-Salem. North Carolina ist Ostküste ohne Dauerlärm: Wälder, sanfte Hügel, warme Sommer - zwischen Appalachen und Atlantik. Winston-Salem selbst trägt Industriegeschichte in sich, ist heute aber vor allem Uni-Stadt.
Graylyn Estate, ein Anwesen aus den späten 1920er-Jahren, wird zum Basecamp, erbaut von Bowman und Nathalie Gray - aus der Tabak-Ära der Stadt. Der private Landsitz wurde Gästehaus der Wake Forest University: ein Hotel im Park, ein sehr privater Rückzugsort.



Die Uni - eine Hochschule, die 1834 gegründet wurde und seit den 1950ern in Winston-Salem sitzt. Im US-Sport ist Wake Forest ein fester Name, die Teams heißen „Demon Deacons“. Und noch ein Stück Stadtgeschichte gehört dazu: Die Donut-Kette Krispy Kreme startete 1937 hier - erst lokal, dann weltweit.
Drei Gruppenspiele - Drei Welten
Houston ist ein eigener Kosmos: groß, selbstbewusst, stolz. Texas eben. Energie-Stadt, Hafen-Riese und weltbekannt durch Raumfahrt. „Mission Control“ wurde durch „Houston, wir haben ein Problem“ weltweit bekannt. Gespielt wird im Stadion mit fahrbarem Dach - praktisch, Viertel mit eigener Seele, Essen aus allen Himmelsrichtungen und dazu die klare Kante einer Skyline. Der Name „Toronto“ geht auf ein indigenes Wort zurück, das mit „Bäume im Wasser“ verbunden wird.
East Rutherford, New Jersey, fast schon New York, und Bühne fürs Finale. Dafür geht es schon beim Gruppenabschluss in die Meadowlands nach East Rutherford, wenige Kilometer westlich von Manhattan. Das MetLife Stadium ist sonst Zuhause von gleich zwei NFL-Teams: Giants und Jets teilen sich die Arena. Während der WM trägt das Stadion einen neutralen Turniernamen - und am 19. Juli 2026 wird hier um die WM-Krone gekickt. Gut für diejenigen, die schonmal die Atmosphäre des weiten Runds schnuppern konnten. Nach der Gruppenphase beginnt sofort die K.-o.-Zeit: erst Runde der letzten 32, dann Achtelfinale. Zwei Siege nach der Vorrunde und das Viertelfinale ist erreicht. Dann wird aus Erinnerung wieder Gegenwart. Stefan Klug
Reise-Daten Team D
Deutschland North Carolina: Luftlinie ca. 6.925 km, ca. 9:009:45 Stunden
Basecamp Graylyn Estate - Piedmont Triad International Airport (GSO, Greensboro): ca. 42 km, ca. 35-40 Minuten
GSO Houston (IAH): ca. 1.585 km, ca. 2:30-2:40 h
GSO - Toronto (YYZ): ca. 843 km, ca. 1:30-1:35 h
GSO Newark/New York (EWR, für MetLife/East Rutherford): ca. 716 km, ca. 1:101:15 h


