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30 Jahre Landmaschinenvertrieb Criewen GmbH „Wer denkt, es wird leichter, der irrt“

Alle an Bord: Neun Mitarbeiter umfasst das Team des Landmaschinenvertriebs Criewen, die sich über den 30. Geburtstag des Unternehmens freuen. Auf den Tag der offenen Tür müssen sie in diesem Jahr schweren Herzens verzichten. Foto: Stefan Csév 
Alle an Bord: Neun Mitarbeiter umfasst das Team des Landmaschinenvertriebs Criewen, die sich über den 30. Geburtstag des Unternehmens freuen. Auf den Tag der offenen Tür müssen sie in diesem Jahr schweren Herzens verzichten. Foto: Stefan Csév 

Drei Jahrzehnte Landmaschinenvertrieb Criewen: Inhaber Hans-Jürgen Sanow hat sich Humor und Optimismus bewahrt

Criewen. Auf den Feldern der Region hat der Fortschritt Einzug gehalten. Für den Laien meist nur an der Größe der Landmaschinen abzulesen, offenbart sich die rasante technische Weiterentwicklung für die Profis beim Blick unter die Haube. Obwohl, auch darunter müssen Hans-Jürgen Sanow und seine Mitarbeiter heute erst im zweiten Schritt schauen. Die Profis vom Landmaschinenvertrieb Criewen wissen, was die Traktoren und Landmaschinen der neuesten Generation leisten. Schließlich hat das Unternehmen drei Jahrzehnte Erfahrung.

Viele PS, elektronische Raffinessen und komfortables Innenleben gibt’s im Traktor von heute  
        
Gigant vor der Haustür: Zur Repräsentation, aber auch für Notfalleinsätze gibt es unter anderem diesen Traktor, den Hans-Jürgen Sanow vorgefahren hat. Fotos: MMH  
Gigant vor der Haustür: Zur Repräsentation, aber auch für Notfalleinsätze gibt es unter anderem diesen Traktor, den Hans-Jürgen Sanow vorgefahren hat. Fotos: MMH  
„Also nach einer Klimaanlage fragt heute keiner mehr“, veranschaulicht Hans-Jürgen Sanow schmunzelnd den Fortschritt in der Landmaschinentechnik. Diese gehöre im Vergleich zu den Anfangsjahren seines Unternehmens heute serienmäßig in jeden neuen Traktor. Ebenso wie zahlreiche andere „Wohlfühl“- Komponenten wie etwa horizontal und vertikal gefederte Sitze, die auch noch schwingungsreduziert sind, getönte Scheiben und vieles andere mehr, die dafür sorgen, dass die Arbeit auf dem Acker längst keine Qual mehr darstellt. Ganz im Gegenteil: „In unseren Anfangsjahren hatte die größte Maschine 200 PS, heute sind es im Durchschnitt mehr als das Doppelte. Und ohne Elektronik geht wirklich gar nix. Im Vergleich zum Auto, in dem uns das Navigationsgerät zur gewünschten Adresse bringt, ist die GPS-gestützte Navigation im Traktor heute mit Abweichungen von weniger als zwei Zentimetern unglaublich exakt“, zählt der John Deere- Händler auf. Das Ziel: Mit möglichst wenig Saatgut oder Düngemittel sowie personellem Einsatz große Flächen, wie sie in der Region typisch sind, zu bearbeiten. „Dass ein Mann 3000 Hektar bearbeitet, war vor Jahren noch unvorstellbar“, macht Hans-Jürgen Sanow die Entwicklung nachvollziehbar. Und diese sei noch lange nicht am Ende. Selbstfahrende Traktoren seien technisch längst keine Zukunftsvision mehr, und auch in Fragen der Antriebe werde intensiv geforscht. Ganz klar, dass bei einer Reparatur heute nicht dem Werkzeug und Ersatzteil der erste Gedanke gewidmet ist, sondern dass vor allem der Laptop aufgeladen und einsatzbereit sein muss. Vielfach kann bereits aus der Ferne ein Problem diagnostiziert werden. „Oder per Fernwartung wird aufmerksam gemacht, bevor es überhaupt eines gibt“, so Sanow, „denn Zuverlässigkeit ist das Allerwichtigste für den Landwirt.“

Neue Herausforderung für Firmenchef ist Betriebsübergabe in den nächsten zwei Jahren 
       
Auch Technik für Haus und Hof im Angebot: Kerstin Golchert kennt sich aus mit Freischneidern, Laubbbläsern, Rasenmähern und vielem mehr.
Auch Technik für Haus und Hof im Angebot: Kerstin Golchert kennt sich aus mit Freischneidern, Laubbbläsern, Rasenmähern und vielem mehr.
Das bezieht der Landmaschinenhändler durchaus auch auf sich und seinen Betrieb. „Mit jetzt 30 Jahren scheinen wir hier nicht viel falsch gemacht zu haben“, meint der Firmenchef mit einem Lächeln. Zum Team zählen acht Mitarbeiter, von jung bis erfahren, allesamt durch ein kollegiales und fast schon familiäres Verhältnis verbunden. Wozu die regelmäßigen Feiern für die Belegschaft, zu Ostern, nach der Ernte und zu Weihnachten, sicher beitragen. Die wurden auch durchgeführt, als es einmal nicht Anlass zu ausgelassener Freude gab. „Natürlich mussten wir in den 30 Jahren immer auch durch Täler gehen, aber ich glaube, dass mit der Erfahrung auch eine Spur Dickfälligkeit dazu kam. Man kann in solchen Situationen nicht den Kopf in den Sand stecken und muss auch risikobereit sein, auf ein Pferd setzen und hoffen, dass es das richtige ist“, sagt Hans- Jürgen Sanow. So habe er es nicht zuletzt in den vergangenen Jahren gemacht, in denen erst die Trockenheit den Bauern und damit auch ihm zusetzte. Und nun der Corona-Virus, das nicht nur den schon organisierten Tag der offenen Tür zum Unternehmensgeburtstag ausfallen, sondern schon jetzt eine spürbare Investitionszurückhaltung befürchten lässt. „Ja, wer denkt, dass es mit den Jahren leichter wird, der irrt sich“, stellt Hans-Jürgen Sanow angesichts immer neuer Herausforderungen fest. Dennoch geht der Firmenchef mit diesem ihm eigenen Optimismus in die nächsten Jahre – die für ihn eine neue, letzte berufliche Herausforderung bringen werden. Hans-Jürgen Sanow will in den wohlverdienten Ruhestand gehen. „Im nächsten Jahr wäre es soweit. Ich habe mir aber noch zwei Jahre gegeben, um die Firma in gute Hände übergeben zu können“, erklärt er. Sein Wunsch sei es, dass das Unternehmen in der jetzigen Form – dazu zählt auch Verkauf, Service und Beratung von Technik für Haus und Hof – weiterbesteht. Damit er sich dann ganz in Ruhe, ohne Druck und Verantwortung der Familie und den Hobbys widmen kann.

Landmaschinenvertrieb Criewen GmbH
Luft Versicherungsbüro
Hallenvertrieb oHG Nadje & Bremer
Erwin Krüger
Schwedter Landschaftsbau
Batterie Zippel
Grüner Flor GmbH
Jan Rettschlag
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