Zuerst wird der Fernseher immer lauter gedreht. Dann muss man häufiger nachfragen, vor allem in großen halligen Räumen. Und inmitten einer Party mit vielen. Gästen ist es unmöglich, sich auf ein Gespräch einzulassen. Spätestens jetzt sollte ein Besuch beim HNO-Facharzt verabredet werden.
Gemeinsam mit Expertinnen und Experten für Hörgesundheit setzt sich der Bundesverband für Hörsysteme für eine gesundheitliche Aufklärung ein und fordert ein regelmäßiges Hörscreening ab 50 ein.
Dass die Aufklärung erfolgreich ist, zeigt eine Studie, die der Verband in Auftrag gab: Immerhin sind mittlerweile mehr Personen mit selbst eingeschätzter Hörminderung mit Hörgeräten versorgt: Ihr Anteil stieg von 34,0 Prozent im Jahr 2012 auf 41,1 Prozent in diesem Jahr.
Hörgeräte verbessern das Sozialleben
Und 59 Prozent der befragten Hörgeräteträger sind der Ansicht, dass sie sich diese schon früher hätten besorgen sollen. Zwei Drittel sagten aus, dass sich durch die Hörhilfe ihr Sozialleben verbessert habe. Ferner hätten sich das geistige Wohlbefinden und die Leistung bei der Arbeit verbessert. Immerhin ein Fünftel gab an, am Abend weniger müde zu sein.
Ziel des Bundesverbandes ist es, falsche Vorstellungen und stigmatisierende Denkweisen im Zusammenhang mit Hörverlust abzubauen. Nur so können Folgen von unbehandeltem Hörverlust vermieden werden.
Gutes Hören ist nicht nur aus körperlicher Sicht wichtig: Neben Symptomen wie Stress, Tinnitus oder Schlafmangel kann eine unbehandelte Schwerhörigkeit auch psychische Folgen haben, etwa ein sinkendes Selbstwertgefühl oder ein steigendes Risiko für Depressionen.
Aktiver Schutz besser als Isolation
Die Gesundheit und insbesondere die Hörgesundheit lassen sich aktiv gestalten. Dazu müssen die Menschen ermutigt werden, auch ohne Vorbehalte eine bereits vorhandene Schwerhörigkeit anzugehen und Maßnahmen zur Verbesserung zu ergreifen.
Kleine technologische Wunder
Zwischen dem Bekanntwerden der Hörminderung und der Versorgung mit Hörgeräten vergehen im Schnitt drei Jahre. Sind erstmal Hörgeräte vorhanden, werden diese durchschnittlich fast neun Stunden am Tag getragen. Ihre Lebensdauer beträgt in der Regel sechs Jahre.
Hörsysteme sind kleine technologische Wunder: Durch ihre zahlreichen Funktionen der vielen verschiedenen Modelle und einen hohen Versorgungsgrad in Deutschland erhalten die Betroffenen nicht nur ihr gutes Gehör zurück, sondern auch ihre Lebensqualität. pm


