Welttag des Hörens

Wichtig ist die mentale Gesundheit

Forschung: Der Hörsinn beeinflusst uns ganzheitlich.

Wieder gut hören können bedeutet auch, am Lebensalltag ungestört teilzunehmen. Foto: bvhi

02.03.2025

“Wie fühlen Sie sich?“ - die Antwort auf diese Frage kann mehr mit unserem Gehör zu tun haben, als sich zunächst vermuten lässt. Denn wenn der Hörsinn aufgrund einer Schwerhörigkeit gemindert ist, beeinflusst dies unser tägliches Leben und kann weitere Gesundheitsrisiken bergen. Bleibt eine Schwerhörigkeit unbehandelt, führt dies zu einer deutlich höheren Anstrengung des Gehirns, um aus dem wahrgenommenen Schall z.B. Musik oder wichtige akustische Signale von störenden Geräuschen zu unterscheiden oder Sprache in sinnhafte Zusammenhänge zu bringen.

Unternehmen aus der Region

Dr. Veronika Wolter, Chefärztin der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und der Helios Hörklinik Oberbayern in München weiß aufgrund der Erfahrungen mit Patienten in ihrer Klinik, dass eine unversorgte Hörminderung gravierende Folgen in jedem Alter zeitigen kann: „Auch bei jüngeren Menschen kann es zu erheblichen Auswirkungen im sozialen Bereich kommen. Viele Patienten neigen zu Depressionen, gesellschaftlicher Isolation oder Arbeitsunfähigkeit“, so Dr. Veronika Wolter weiter.

Und sie ergänzt: „Betroffene selbst wissen oft nicht, wie schlecht sie tatsächlich hören. Deshalb ist es in der Regel auch so, dass das Umfeld die Veränderung zuerst bemerkt. Betroffene spüren, wie sehr Hören sie anstrengt, was sich in Aggressionen äußern kann.

Ein Hörtest gibt Antworten

Nur wenige medizinische Untersuchungen sind so einfach und schnell durchführbar wie ein Hörtest beim HNO-Arzt oder Hörakustiker. Je früher eine Schwerhörigkeit erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln. Wer zu lange wartet, riskiert, dass das Gehirn verlernt, bestimmte Geräusche zu erkennen, zu unterscheiden und Sprachinhalte zu verarbeiten.

Eine erfolgreiche Behandlung der Hörminderung wirkt sich positiv sowohl auf das Privat- als auch das Arbeitsleben aus. Das bestätigt auch Dr. Matthias Rudolph, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie: „Einerseits durch die Verbesserung im Hörvermögen selbst, was die soziale Integration wiederum fördert. Andererseits verbessert sich die Stimmung; Betroffene haben wieder mehr Antrieb treffen sich wieder mehr mit Freunden und Bekannten, gehen wieder aus, ins Kino oder ins Theater.“

So berichten 96 Prozent der Hörgeräte-Träger laut der Euro Trak Germany-Studie 2022 von einer höheren Lebensqualität, seitdem sie ihre Schwerhörigkeit haben versorgen lassen und etwa 60 Prozent der Befragten bedauern rückblickend, dass sie diese Versorgung zu lange aufgeschoben haben.
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