Spaß auf zwei Rädern Bedarf und Budget bedenken

Um sich einen Überblick über die verschiedenen Gattungen zu verschaffen, genügt es, sich im Internet oder in Fachzeitschriften zu belesen. Foto: nullplus/westend61/dpa-mag
Um sich einen Überblick über die verschiedenen Gattungen zu verschaffen, genügt es, sich im Internet oder in Fachzeitschriften zu belesen. Foto: nullplus/westend61/dpa-mag

Der richtige Weg zum neuen Fahrrad

Gravel-Bike oder Lastenrad? Urban-Bike oder Fully? Oder doch ein normales Trekkingrad, der in Deutschland mit Abstand meistverkaufte Fahrradtyp. Aber was heißt hier noch normal? Wer sich heutzutage ein neues Rad zulegen möchte, kommt mit der alten Unterscheidung zwischen Herren- und Damenmodell unter Angabe der Rahmengröße nicht weit. Um das richtige Rad zu finden, muss man meist mehr ins Detail gehen.

Aber alles gar nicht so schlimm, beruhigt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (Adfc). Es kursierten zwar einige neue Gattungsnamen. „Aber da ist viel Marketing dabei“, sagt der Experte. So sei ein Gravel-Bike nichts anderes als ein Rennrad mit etwas aufrechterer Sitzposition und breiteren Reifen.

Und ein Fitness-Bike sei im Grunde ebenfalls ein Rennrad, nur dass an diesem ein gerader Lenker montiert sei, beschreibt David Eisenberger vom Zweirad-Industrie-Verband (Ziv).

Die Fahrrad Füchse

Den persönlichen Bedarf herausfinden

Am Ende ist die wichtigste Grundfrage: Für welchen Einsatzzweck benötige ich das Rad? „Will ich Wochenendtouren von 30 Kilometern und mehr machen oder nur von Zuhause zum Arbeitsplatz“, sagt Ziv-Sprecher Eisenberger. Entsprechend wäre ein Trekkingrad oder eben ein City- oder Holland-Rad die richtige Wahl. Für längere Touren und sanftere Topografien im Gelände genügt ein Trail- oder All-Mountain-Bike, während es für anspruchsvolle Abfahrten eher ein Downhill-Mountainbike mit längerem Federweg sein sollte. Sobald man den Fahrradtyp eingekreist hat, geht es ans Geld. Das Budget festlegen, ist der zweite Schritt. Ein Carbon-Rennrad etwa bleibt wohl ein Traum, wenn 1 500 Euro die Obergrenze darstellen. Aber muss es zwingend Carbon sein? Am Ende ist es neben den finanziellen Möglichkeiten auch eine Frage des Anspruchs.

Über die Ausstattung sollte man sich aber einige Gedanken machen. Ansonsten könnte es später unpraktisch werden. Wer in flachen Gefilden unterwegs ist, dem genügt womöglich eine Nabenschaltung mit fünf nicht so fein gestaffelten Gängen. Wer ein Wartungsmuffel ist, möchte statt Ketten- vielleicht lieber einen haltbareren Riemenantrieb. Wer Radreisen plant, legt womöglich Wert auf Lowrider-Gepäckhalterungen.

Die Größe muss passen

Der nächste Punkt: Das Rad muss zur Körpergröße passen. Es gibt Maßanfertigungen, für welche Körpermaße individuell vermessen werden. Die kosten aber entsprechend. Dann gibt es mitunter die Auswahl zwischen verschiedenen Rahmengrößen, etwa M, L und XL. Manche Räder wiederum sind nur in Einheitsgrößen erhältlich. Ob es passt oder nicht ist auch eine Frage des Gefühls - deshalb ist eine Probefahrt stets unerlässlich, so die Experten.

So kann man auch Gattungen miteinander vergleichen, so Filippek - beispielsweise ein Gravelbike mit dem ähnlichen Cyclocrossrad oder ein vollgefedertes Fully mit einem Hardtail-Mountainbike, das eine Federgabel, aber keine Rahmendämpfung besitzt.

Sind Baumarkt-Räder eine Alternative?

Mit einem Anteil von 68 Prozent bei den verkauften Fahrrädern lag der Fachhandel im Jahr 2019 gegenüber den Internethändlern (24 Prozent) zwar weiterhin vorn. Doch fünf Jahre zuvor war der Abstand noch deutlicher (70 zu 11 Prozent). Am meisten geschrumpft in diesem Zeitraum - von 19 auf 8 Prozent - ist nach Ziv-Angaben das Fahrradgeschäft in SB-Warenhäusern, Baumärkten und dem Lebensmitteleinzelhandel.

Die Räder in Baumärkten seien zwar auch „sicher und geprüft“, erklärt Eisenberger.

Da es sich aber häufig um Einstiegsmodelle im unteren Preissegment handele, muss man vor allem beim Gewicht Abstriche machen. Doch auch so ein Rad kann seinen Zweck erfüllen. „Wenn man nur zum Supermarkt rollt, dann muss das Rad nicht teuer sein“, meint Filippek.

Onlinehändler bieten auch Beratung

Bei den spezialisierten Internethändlern ist das Service-Angebot nach Filippeks Einschätzung zuletzt immer besser geworden. Bei Firmen wie Canyon Bicycles oder Bike Components könnten Kaufinteressenten im Chat, am Telefon oder per Mail Fragen stellen. Zudem bieten die Websites meist detaillierte Größenrechner.

Sollte das Rad doch nicht zusagen, bestehe ein dreißigtägiges Rückgaberecht -„theoretisch bieten wir also eine Probefahrt zu Hause an“, sagt Canyon-Sprecher Thorsten Lewandowski.

Bei Bike Components hat der Kunde laut Produktmanager Christoph Schmitt ein hunderttägiges Rückgaberecht.

Einkalkulieren sollte man aber bei den Onlineanbietern den Versand, der mit Verpackung meist um die 50 Euro kostet. Rücksendungen sind meist kostenlos. (dpa)
 

Motorkraft des Pedelec beim Arbeitsweg gezielt nutzen

Ganz gemütlich: Wer nicht ins Schwitzen kommen möchte, nutzt auf dem Weg zur Arbeit die volle Motorunterstützung des Pedelecs. Foto: Tobias Hase/dpa-mag
Ganz gemütlich: Wer nicht ins Schwitzen kommen möchte, nutzt auf dem Weg zur Arbeit die volle Motorunterstützung des Pedelecs. Foto: Tobias Hase/dpa-mag
Mit einem Pedelec lässt sich der Weg zur Arbeit und zurück nach Hause gezielt zum Training nutzen. Auf dem Hinweg rät der Verkehrsclub Deutschland (Vcd), mit höherer Motorunterstützung zu fahren.

Hintergedanke: So braucht man weniger Kraft und kommt dadurch nicht so stark ins Schwitzen. Viele Menschen können am Arbeitsplatz nicht duschen und dürften eine entspannte Hinfahrt bevorzugen. Auf dem Heimweg können sie die Motorunterstützung dagegen herunterfahren, um ihren Körper mehr zu beanspruchen, schlagen die Experten vor.

Wer das Training mit dem Pedelec etwas strukturierter angehen möchte, dem liefert der Vcd in einer neuen Broschüre Tipps und konkrete Trainingspläne für verschiedene Ansprüche. (dpa)

Trotz guter Pflege

Wann ein neuer Motorradhelm fällig ist

Schön muss der Motorradhelm sein, aber - wichtiger - auch sicher und vor allem nicht zu alt. Foto: Robert Günther/dpa-mag
Schön muss der Motorradhelm sein, aber - wichtiger - auch sicher und vor allem nicht zu alt. Foto: Robert Günther/dpa-mag
Motorradklamotten, Stiefel und Handschuhe sind tiptop? Wer jetzt seine Biker-Ausrüstung sichtet und pflegt, sollte den Helm nicht vergessen. Auch wenn der keinen harten Aufschlag erdulden musste und noch gut aussieht: Nach fünf bis sieben Jahren muss ein neuer her. Das rät die Prüforganisation Gtü.

Denn durch die Alterung des Helmmaterials kann dessen Struktur so beeinträchtigt sein, dass der Helm im Unglücksfall nicht mehr voll schützt. Wer auf die Suche nach einem neuen Helm geht, sollte Sicherheit und Passform höher gewichten, als Design oder Preis, rät die Gtü. Der Helm sollte außerdem die Anforderungen der Norm ECE 22-05 erfüllen.

Ist der Helm noch gut in Schuss und nicht zu alt, können Biker bei der Pflege beruhigt zu Reinigern für Helm und Visier aus dem Fachhandel greifen. Manchmal genügen aber auch einfache Hausmittel. Ein weiches Schwammtuch mit lauwarmer Seifenlauge etwa eignet sich, um damit Insektenreste einzuweichen und abzuwischen. Auch Innenpolster lassen sich mit der Hand und Feinwaschmittel reinigen. (dpa)
 
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