Anpfiff Saison 2020/2021 - Fussballkreis Uckermark Kreisoberliga schrumpft auf ein Dutzend Teams

Vier Schwedter Mannschaften (im Bild Szene aus FC Schwedt II gegen Heinersdorfer SV von 2019/20) sowie der VfB Gramzow II – das ist alles, was die östliche Uckermark in der neuen Spielzeit in der Kreispoberliga an den Start bringt. Sieben Teams, aus zehn Vereinen formiert, stellt der westliche Kreis.
Vier Schwedter Mannschaften (im Bild Szene aus FC Schwedt II gegen Heinersdorfer SV von 2019/20) sowie der VfB Gramzow II – das ist alles, was die östliche Uckermark in der neuen Spielzeit in der Kreispoberliga an den Start bringt. Sieben Teams, aus zehn Vereinen formiert, stellt der westliche Kreis.

Uckermarkliga Die höchste Männer-Spielklasse erlebt kürzeste Saison seit Gründung des Fußballkreises. Zahl der Aufstiegsaspiranten minimal. Von Jörg Matthies

Es war einmal – so fangen ganz viele Märchen an. Betrachtet man diese drei Worte im Zusammenhang mit der Kreisoberliga in der Uckermark, so müsste man eher von einem Drama sprechen. Die Entwicklung in den zurückliegenden fünf Jahren entspricht wohl eher einem Trauerspiel – und nun kam auch noch Corona dazu.

Als die Fußballkreise Ost- und Westuckermark zur Spielzeit 2014/15 fusionierten, passierte dies unter anderem auch mit der Hoffnung, in der höchsten lokalen Männer-Spielklasse ein steigendes fußballerisches Niveau, mehr Konkurrenzkampf und eine kleinere Differenz zur Landesklasse zu erreichen. Es gab einen richtigen Wettbewerb, wer die 16 Mannschaften sein werden, die in der Kreisoberliga starten. Inzwischen musste der Spielausschuss- Vorsitzende Thomas Schwarz immer wieder Abstriche für diese Spielklasse zur Kenntnis nehmen. Als 2018/19 von 16 gestarteten Teams letztlich nur 13 das Saisonende erlebten und dadurch teilweise drei Vertretungen an einem Wochenende spielfrei hatten, war der bisherige Tiefpunkt erreicht. Er hatte sich in den beiden Spieljahren davor mit jeweils 15 Mann-schaften bereits angedeutet.

2019/20, im letzten Jahr der dreijährigen Phase als Dähn-Liga, starteten und beendeten 14 Teams die Saison – dies allerdings unplanmäßig schon Anfang März. Corona halt. Wie weiter?, so lautete die große Frage mit dem Blick auf den Wiederbeginn der Punkterunden jetzt im Sommer. 14, 13 – nein letztlich ganze zwölf Mannschaften meldeten. Der SV Uckermark Wilmersdorf stieg freiwillig ab, der SV Pinnow nutzte das abermalige „Nicht-Wollen“ des erstplatzierten SV Boitzenburg und stieg in die Landesklasse auf. Aus der Kreisliga kam nichts nach.

Daraus folgt: Es gibt die kürzeste Kreisoberliga-Saison seit dem Bestehen des Fußballkreises Uckermark mit ganzen 22 Spieltagen und einer tatsächlich fast viermonatigen Winterpause ab dem 21. November (wenn es danach nicht eventuelle Nachholspiele aus der Hinrunde gibt) bis zum 13. März 2021.

Widmen wir uns der Frage nach den potentiellen Meister- und Aufstiegskandidaten, wobei man ganz besonders im anstehenden Spieljahr beide Kategorien deutlich auseinanderhalten sollte.

Zwischen dem 11. und 12. Spieltag gibt es fast vier Monate Winterpause.

Top-Auftakt in Schmölln

Warum? Weil der Fußballkreis Uckermark mit seinem landesweiten Antrag, ab der Spielzeit 2021/22 auch Spielgemeinschaften den Aufstieg in die Landesklasse zu ermöglichen, gescheitert ist, können Boitzenburg/Haßleben, Göritz/Schmölln (beide am ersten Spieltag gleich mal im direkten Duell in Schmölln gegeneiander) und Parmen/Fürstenwerder zwar Uckermark-Champion werden – auf Landesebene können sie dadurch in der darauffolgenden Saison aber nicht spielen.

Ohne hier irgendwie einer Mannschaft, einem Verein vor den Kopf stoßen zu wollen, fallen mir letztlich dann nur noch zwei Kandidaten für den Weg in die Landesklasse ein: der VfL Vierraden und der FC Schwedt II. Was sagen beide Vereine selbst zu ihren Ambitionen? Oder übersehen wir beispielsweise Blücher Schenkenberg, die Dedelower, vielleicht sogar noch den KSV Gollmitz?

Boitzenburg und Pinnow hatten nur je einmal verloren – allerdings jeweils mit 0:4.

Zweimal „Top 3“ im Visier

„Erstmal oben mitspielen, das heißt unter die ersten drei Mannschaften kommen – wenn das erreicht wird, werden wir noch mal das Gespräch in der Mannschaft suchen“, schreibt Vierradens Fußball-Abteilungsleiter Jürgen Stockfisch. Leicht hat es sich auch die Landesliga-Reserve des FC Schwedt mit der Zielsetzung nicht gemacht. Letztlich aber gibt es eine klare Aussage: „Platz 1 bis 3 mit Ambitionen, danach dann auch höherklassig zu spielen.“

Trotz unvollständiger Saison – die Teams hatten zum Zeitpunkt des Abbruchs zwischen elf (Vierraden) und 14 Spielen (immerhin sieben Mannschaften) absolviert – sei ein kleiner Rückblick erlaubt. Vorjahresmeister SV Boitzenburg hatte sich erneut ein kleines Polster geschaffen, was in der Quotiententabelle ein Wert von 2,62 aussagt, dem erst eine 2,15 des SV Pinnow und eine 2,07 des FC Schwedt II folgten. Die Boitzenburger hatten nur eine Partie verloren (sage und schreibe mit 0:4 am zweiten Spieltag bei der SpG Prenzlau/Dedelow) und 1:1 in Pinnow gespielt. Die Pinnower standen ebenfalls bei einer Niederlage, die identisch mit 0:4 im Flutlichtspiel beim FC Schwedt II genauso deftig ausfiel.

Die Oderstädter ihrerseits patzten nicht nur gegen Boitzenburg, sondern auch in Lübbenow und Vierraden, sie spielten 1:1 bei Gramzow II. Der VfL spielte seinerseits 0:0 gegen Pinnow und verlor jeweils 0:3 in Boitzenburg und bei Parmen/Fürstenwerder.

Am Ende hatte dies alles keine Bedeutung. Zwangsläufig absteigen musste keine Mannschaft, der SVU Wilmersdorf (13.) tat dies freiwillig, punktlose Criewener (14.) profitierten von der corona-bedingten Regelung und können nun weiter dabei sein.

Quartett platzverweislos

Noch ein kurzer Blick auf das Fairplay und die Torjägerwertung der Saison 2019/20: Zehn Rote Karten und elf Platzverweise nach „Doppel-Gelb“ stehen in der Statistik; Schenkenberg rangiert ganz vorn, Gramzow II, Wilmersdorf, Boitzenburg und Pinnow blieben in allen Partien mit ihrer kompletten Elf auf dem Platz. Mit großem Abstand bester Torschütze war AFC-Rückkehrer Martin Oertel für den FC Schwedt II (26 Treffer), es folgten Christian Bock (Boitzenburg/ 16) sowie Sebastian Mau (HSV) und Stefan Neumann (Boitzenburg/ je 12).

Am Sonnabend werden die ersten Punkte der neuen Saison vergeben – allen Teams und den Fans wünscht die MOZ viel Spannung!
   

So spielt die Uckermark-Liga

Ansetzungen/Männer

1./12. Spieltag (22.8.2020/13.3.2021)
Gramzow II – Schenkenberg, Vierraden – Dedelow, Heinersdorf – Criewen, Gollmitz – Parmen/Fürstenwerder, Göritz/Schmölln – Boitzenburg/Haßleben, FC Schwedt II – Lübbenow

2./13. Spieltag (29.8.2020/20.3.2021)
Boitzenburg/Haßleben – Gollmitz, Parmen/Fürstenwerder – Gramzow II, Schenkenberg – Heinersdorf, Criewen – FC Schwedt II, Lübbenow – Vierraden, Dedelow – Göritz/Schmölln

3./14. Spieltag (5.9.2020/27.3.2021)
Gramzow II – Boitzenburg/Haßleben, Vierraden – Göritz/Schmölln, Heinersdorf – Parmen/Fürstenwerder, Gollmitz – Dedelow, Lübbenow – Criewen, FC Schwedt II – Schenkenberg

4./15. Spieltag (19.9.2020/10.4.2021)
Boitzenburg/Haßleben – Heinersdorf, Parmen/Fürstenwerder – FC Schwedt II, Schenkenberg – Lübbenow, Criewen – Vierraden, Göritz/Schmölln – Gollmitz, Dedelow – Gramzow II

5./16. Spieltag (26.9.2020/17.4.2021)
Gramzow II – Göritz/Schmölln, Vierraden – Gollmitz, Heinersdorf – Dedelow, Criewen – Schenkenberg, Lübbenow – Parmen/Fürstenwerder, FC Schwedt II – Boitzenburg/Haßl.

6./17. Spieltag (3.10.2020/24.4.2021)
Boitzenburg/Haßleben – Lübbenow, Parmen/Fürstenwerder – Criewen, Schenkenberg – Vierraden, Gollmitz – Gramzow II, Göritz/Schmölln – Heinersdorf, Dedelow – FC Schwedt II

7./18. Spieltag (17.10.2020/8.5.2021)
Vierraden – Gramzow II, Heinersdorf – Gollmitz, Criewen – Boitzenburg/Haßleben, Lübbenow – Dedelow, FC Schwedt II – Göritz/Schmölln, Schenkenberg –Parmen/Fürstenwerder

8./19. Spieltag (24.10.2020/15.5.2021)
Boitzenburg/Haßleben – Schenkenberg, Parmen/Fürstenwerder – Vierraden, Gramzow II – Heinersdorf, Gollmitz – FC Schwedt II, Göritz/Schmölln – Lübbenow, Dedelow – Criewen

9./20. Spieltag (31.10.2020/29.5.2021)
Vierraden – Heinersdorf, Parmen/Fürstenwerder – Boitzenburg/Haßleben, Schenkenberg – Dedelow, Criewen – Göritz/Schmölln, Lübbenow – Gollmitz, FC Schwedt II – Gramzow II

10./21. Spieltag (7.11.2020/5.6.2021)
Vierraden – Boitzenburg/Haßleben, Heinersdorf – FC Schwedt II, Gramzow II – Lübbenow, Gollmitz – Criewen, Göritz/Schmölln – Schenkenberg, Dedelow – Parmen/Fürstenwerder

11./22. Spieltag (21.11.2020/12.6.2021)
Boitzenburg/Haßleben – Dedelow, Parmen/Fürstenwerder – Göritz/Schmölln, Schenkenberg – Gollmitz, Criewen – Gramzow II, Lübbenow – Heinersdorf, FC Schwedt II – Vierraden
  
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