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Steuertipps - Jahresabschluss

Die Bilanz des Geschäftsjahres

Corona-Pandemie hinterlässt bei vielen Unternehmen tiefe Spuren im Jahresabschluss

Im Rahmen der Nachtragsberichterstattung sind die Art und die finanziellen Auswirkungen der Krise zu erläutern. Foto: Benjamin Nolte/dpa-mag

23.09.2020
Steuerberaterin Heidrun Brandt

Der Jahresabschluss gehört zur handelsrechtlichen Rechnungslegung eines Unternehmens und ist für jeden Kaufmann Pflicht. Mit dem Jahresabschluss werden Buchführung und Inventar zusammengefasst und legen so dar, welche Gewinne und Verluste ein Unternehmen im Laufe eines Jahres generiert hat. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hinterlassen bei vielen Unternehmen tiefe Spuren im Jahresabschluss, worauf auch im Lagebericht einzugehen ist. Das Herzstück der Lageberichterstattung stellt der Wirtschaftsbericht nach § 289 Abs. 1 HGB dar. In diesem sind zunächst die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen darzustellen und dann die Brücke zu den konkreten Auswirkungen auf den eigenen Geschäftsverlauf darzustellen. Schon hier wird der Adressat eine intensive Berichterstattung über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Unternehmen erwarten, da hier ein Überblick über die Entwicklung und die wirtschaftliche Lage des Konzerns am Abschlussstichtag gefordert wird. Die Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs hat mit zeitraumbezogenen Informationen über die Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr zu erfolgen.
     

Dazu ist auf Entwicklungen und Ereignisse einzugehen, die für den Geschäftsverlauf ursächlich waren, sowie deren Bedeutung für das Unternehmen zu beurteilen.

Auswirkungen der Krise auf Bilanz und GuV

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob die Auswirkungen der Corona-Krise bilanziell bereits in den zum 31.12.2019 aufzustellenden handelsrechtlichen Jahres- bzw. Konzernabschlüssen darzustellen sind. Dies hängt davon ab, ob die Ursachen der Ausbreitung des Virus bereits vor dem Stichtag oder erst danach vorlagen. Lag die Ursache vor dem Stichtag, wären sämtliche wirtschaftliche Folgen im Sinne einer Wertaufhellung in der Bilanz zum 31.12.2019 zu berücksichtigen. Wenn die Ursache im Jahr 2020 liegt, liegt die Wertbegründung erst im Jahr 2020 und in den Bilanzen für 2019 sind keinerlei Konsequenzen zu treffen.

China hat kurz vor dem Jahreswechsel die WHO über erste Fälle von Infektionen mit dem Corona-Virus informiert. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt in Europa noch nicht von einem Ausbruch der Pandemie im heute sichtbaren Umfang auszugehen. Erst die Ausbreitung im Jahr 2020 hat zu den aktuellen wirtschaftlichen Auswirkungen geführt. Aus diesem Grund ist der Ausbruch der Corona-Krise erst in 2020 als wertbegründend anzusehen (so auch das IDW in seinem Fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Corona-Virus auf die Rechnungslegung, Teil 1 vom 4.3.2020).

Aufgrund der rein stichtagsbezogenen Betrachtung in der Bilanz sind die sich ergebenden bilanziellen Auswirkungen (z.B. Wertberichtigungen von Beteiligungen oder Forderungen) erst in Abschlüssen mit Stichtag nach dem 31.12.2019 darzustellen. (pm/cr)