Anpfiff Saison 2020/2021 Aufsteiger Einheit Zepernick wird hoch gehandelt

Aktivposten ihrer Mannschaften: Der eine, Dariusz Szmulski (l.) bei den Schönowern, soll es auch in dieser Spielzeit sein. Der andere, der bisherige Angermünder, Martin Rakoczy, ist dagegen nach Schwedt gewechselt. Archivfotos (4): Carola Voigt
Aktivposten ihrer Mannschaften: Der eine, Dariusz Szmulski (l.) bei den Schönowern, soll es auch in dieser Spielzeit sein. Der andere, der bisherige Angermünder, Martin Rakoczy, ist dagegen nach Schwedt gewechselt. Archivfotos (4): Carola Voigt

Neues Spieljahr nach langer Pause MOZ-Sportredakteur Jörg Matthies wagt einen Ausblick für das Septett aus der Uckermark.

Da braucht man wohl nicht lange herumzureden: Auf die nunmehr 17 Teams in der Landesklasse Nord wartet keine „normale Saison“: Zum einen liegen die letzten Pflichtspiele – bis auf das eine oder andere jetzt im Kreispokal – mehr als fünf Monate zurück. Zum anderen sind zwei Partien mehr durch jede Mannschaft zu absolvieren. Und dann taucht da ein Neuling auf, der von allen Seiten mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht wird: Einheit Zepernick. 

Kaum ein Befragter aus den uckermärkischen Vereinen hat die Randberliner nicht auf dem Zettel, wenn es um den Staffelsieg geht. Der Grund liegt auf der Hand: Der neue Coach, Lucio Geral, durfte sich über außergewöhnliche Neuzugänge freuen: Kevin Maek (er schoss das „goldene Tor“ beim Kreispokal-Endspiel vor neun Tagen gegen Kreisoberligist TuS Sachsenhausen II) hat Drittliga-Erfahrung von Union Berlin und aus Saarbrücken. Steven Puhlmann war etliche Jahre der Goalgetter bei Fortuna Glienicke, Marinko Becke kam jetzt von Brandenburgligist FSV Bernau. 

Man könnte die Aufzählung fortsetzen – und trotzdem sagt Geral: „Einen einstelligen Tabellenplatz halte ich für realisitisch.“ Man müsse sich in der neuen Liga erst etablieren, könne ja im Winter das Ziel noch mal nachjustieren. Eigentlich ist dies gar nicht nötig, denn auch die „1“ ist ja einstellig.

Im Vorderfeld sieht sich selbst auch das Barnimer Team von Eintracht Wandlitz, das mittelfristig die Landesliga ins Visier nehmen will. Auch Schorfheide Joachimsthal taucht in den Prognosen fürs Spieljahr mehrfach auf.

Und wo reihen sich unsere jetzt sieben Mannschaften ein? Mit Ausnahme vielleicht von Neuling SV Pinnow und den Grünowern halte ich das übrige Quintett mindestens für so gut, dass sie sich in der oberen Tabellenhälfte einordnen. Je nach Saisonverlauf – und da können bekanntlich viele Faktoren eine Rolle spielen, nicht zuletzt die Verletztenliste – ist auch die „Top 5“ nicht unrealistisch.

Worauf sich alle Fußballfans aber auf jeden Fall freuen können, sind insgesamt 42 „UM“-Derbys zwischen August und Juni.

     
In der neuen Saison gibt es 42 Derbys zwischen den Teams aus unserem Landkreis.
    

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BLAU-WEISS GARTZ

„Egal ob Corona oder nicht – die Tabelle für 2019/20 weist uns als Staffelzweiten aus. Und da wollen wir anknüpfen“, sagt Spielertrainer Nico Wendlandt für die Blau-Weißen. Mit dem Abstieg wollte man nichts zu tun haben, sich einstellig platzieren. Da war dann „der Plan“ wohl übererfüllt.

„Fürs neue Spieljahr würde ich aus jetziger Sicht Platz 6 oder 7 sofort unterschreiben“, lautet Wendlandts Wunschvorstellung vor dem ersten Anstoß in Wandlitz. Danach kommen die Falkenthaler Füchse an die Oder – ein Start mit sechs Punkten wäre „natürlich grandios“, motiviert Wendlandt sein Team. Er wird auf dem Platz weiterhin selbst ein Teil der Truppe bleiben. „Lief doch in der Vorsaison mit 15 Toren sehr gut. Da ist mein Platz nicht nur am Spielfeldrand.“

Der Coach freut sich über den hoffnungsvollen Nachwuchs im Verein. „Die A-Junioren trainieren häufig schon bei uns mit. Für sie wird aber natürlich die vorrangige Aufgabe sein, sich als Neuling in ihrer Landesliga zu behaupten“, sagt der Männer-Verantwortliche.

Er wolle „den einen oder anderen Favoriten ärgern“, wobei auch bei den Oderstädtern immer wieder der Name Einheit Zepernick fällt. Was die Gartzer natürlich als „Konserve“ aus der zurückliegenden Kurz-Saison am liebsten mit ins neue Spieljahr nehmen würden, ist die beinahe unglaubliche Heimbilanz: acht Spiele – acht Siege! An der Oder soll für jeden Gegner auch 20/21 nicht „Gut-Kirschen-Essen“ sein. Aber auswärts gelang nur ein Erfolg ...

Kader Blau-Weiß Gartz

Andy Ludwig, Marco Mecklenburg, Karol Matusiak, Dean Müller – Jonas Holger Jäckel, Sebastian Daniel Kmetyk, Eric Lindow, Fabian Schünmann, Markus Jenek, Martin Lenke, Tom Nieclaus, Michael Stein, Andreas Achterberg, Eric Duckert, Mateusz Krol, Pawel Jan Mroz, Johannes Seeger, Patrick Boest, Lukasz Jasiak, Eric Landeck, Tobias Pagels, Daniel Szymikowski, Dragan Thörmer, Tommy Wohlleben, Christian Landeck, Sascha Spann, Jakub Mielnik, Nico Wendlandt; Coaches: Nico Wendlandt, Andrea Koppe
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VFB GRAMZOW

„Wir haben wohl den jüngsten Kader aller Mannschaften aus unserer Staffel“, meint VfB-Übungsleiter Maik Zürner. Der allergrößte Teil seiner Aktiven sei zwischen 17 und 22 Jahren alt. Geführt von solchen Akteuren wie beispielsweise Enrico Bressel, Marcel Blume und Sören Seethaler, kann dies durchaus ein Unterpfand für attraktiven, schnellen Fußball sein. Unumwunden bekennt sich Maik Zürner deshalb auch zu den Saisonambitionen: „Wir wollen schon wieder oben mitspielen.“ Dritter nach der sogenannten Quotiententabelle waren die Gramzower Mitte März, als es mit den Punktspielen nicht mehr weiter ging. Nach der jüngsten Saison und auch nach der Vorbereitung mit dem abschließenden 9:0 im Kreispokal bei Borussia Criewen schätzt Zürner ein: „Man merkt schon, dass vor allem unsere jungen Spieler, die bei den A-Junioren und inzwischen auch in vielen Fällen schon bei den Männern reichlich Erfahrung gesammelt haben, selbstsicherer geworden sind. Das nötige Selbstvertrauen, aber auch fußballerisches Können werde in die Waagschale gelegt, auch wenn der Weggang von Danny Blume nach Bernau in die Brandenburgliga in der Offensive natürlich erst einmal kompensiert werden müsse.

„Mit solchen Teams wie dem Aufsteiger aus Zepernick, der da eben mal einen ehemaligen Drittliga-Spieler und den bisherigen Union-Klosterfelde-Kapitän verpflichtet, will ich mich aber auch fortan nicht messen“, meint Zürner zu den unbestrittenen Vorteilen des Berliner Speckgürtels im Ringen um Top-Spieler.

In Gramzow soll es weiter ganz besonders die Jugend richten – das hat über etliche Jahre bereits gut funktioniert.

Kader VfB Gramzow

Mateusz Silewicz, Alexander Odenkirchen, Philipp Stein – Enrico Bressel, Miguel Hartwig, Robin Palow, Matthias Schröder-Roland, Matthias Kowalski, Florian Hansche, Janosch Schmock, Florian Andres, Max Thom, Marcel Blume, Kai Hansche, Lukas Schmiedel, Christopher Vorwerk, Max Aschenbrenner, Max Frenzel, Robin Sy, Tom Neumann, André Wittig, Felix Marschke, Sören Seethaler, Maik Zürner; Coaches: Maik Zürner, Christian Schröder
         
Kompaktes Zusammenwirken aller Teile lässt noch Freiraum für Verbesserung.
              

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SCHÖNOWER SV

„In der neuen Saison wollen wir wieder um einen Platz unter den ersten Fünf kämpfen. Der Kader bleibt stabil“, sagt Schönows Coach Tino Krause vor dem Spieljahresstart mit einem Heimmatch gegen Blau-Weiß Wriezen. Der SSV ist mit dem sechsten Platz der Vorsaison nicht ganz zufrieden gewesen. Unnötige Niederlagen wie die beiden gegen Wriezen trübten das Gesamtbild. Das Spielerangebot könnte größer sein, meint Krause. „Nicht für jede Position haben wir eine 1:1-Zweitbesetzung wie es beispielsweise bei den Torleuten Roland Galinski und Maurice Bäuerle der Fall ist.“

Mit Oliver Boche sei ein Abwehrmann hinzugekommen, mit Hein-Peter Splett ein Sturmtalent, das jetzt gleich mal den späten Treffer zum Weiterkommen im Pokal gegen die Pinnower erzielte.

Der langjährige Kapitän Sebastian Koch zieht sich dagegen aus der Ersten zurück.

„Wir wollen eine noch kompaktere Mannschaft sein. Die Viererkette hat sich in den Vorbereitungsspielen mit den beiden gut harmonierenden Oliver Boche und Piotr Grabarczyk weiter stabilisiert. Im Angriff sind wir nicht nur mit Dariusz Szmulski und Wojciech Szczupakiewicz gut aufgestellt, sondern Lukas Drews hat sich mit stabilen Leistungen in den Stammkader hineingespielt“, freut sich der Coach. Für den letztjährigen Neuzugang Felix Seidel treffe als Mittelfeldakteur ähnliches zu. Die zentrale Zone habe mit Bartosz Tatarczuk und Christian Freudenberg Allrounder zur Verfügung, während Dogan Böttcher eher offensiv aufgestellt sei. Was noch zu oft fehle, sei „das kompakte Zusammenwirken aller drei Mannschaftsteile, sodass wir die Spieleröffnung zu oft mit langen Bällen praktizieren“, sieht Krause Verbesserungsbedarf.

Kader Schönower SV

Roland Galinski, Maurice Bäuerle, Sebastian Nauendorf – Emil Dabrowski, Nico Purath, Christian Freudenberg, Wojciech Szczupakiewicz, Dirk Stolzenburg, Hannes Wolff, Lukas Drews, Jan Ewigmann, Sebastian Koch, Toni Schmidt, Dariusz Szmulski, Henrik Engelmann, Robert Jung, Mathias Schlosser, Felix Seidel, Ylber Troni, Dogan Böttcher, Hein-Peter Splett, Stephan Szymikowski, Maik Zachowski, Piotr Grabarczyk, Mario Steffini, Bartosz Tatarczuk; Coaches: Tino Krause, Erhard Bogs
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ANGEMRÜNDER FC

„Nach dem großen Wintertrubel inklusive Trainerwechsel sind wir nun sehr zufrieden mit der Entwicklung. Unser Kader hat eine gute Qualität, auch wenn wir uns natürlich schweren Herzens vor allem von unserem Aufstiegskapitän Martin Rakoczy getrennt haben“, sagt Neu-Coach Jörg Gehrike. Für ihn werde es in jedem Fall auch noch eine offizielle Verabschiedung geben – vor dem Cup-Achtelfinale gegen die Grünower.

Gehrike freut sich über gute Neuzugänge, nennt speziell Christopher Löhrs und Lars Dammaschke und sagt zu den zurückliegenden Wochen: „Die Vorbereitung war sehr in Ordnung, vor allem der Auftritt beim Sieg in Zehdenick war richtig gut.“ Aber man wisse auch, welche Bilanz es im März beim frühen Saisonende gab. „Wir sind Zehnter gewesen, wissen also, wo wir herkommen. Ein gesicherter Mittelfeldplatz ist deshalb zunächst das, was wir anstreben“, sagt der Coach. In Michael Löffler und den Führungsspielern Ian Beckmann und Tony Franke sieht er die wichtigen sportlich Verantwortlichen fürs Team.

„Wir haben auch viel Jugend im Kader, die erst noch die entsprechende Erfahrung sammeln muss – Vorbereitung ist immer nur die eine Sache“, mahnt Gehrike und sagt: „Ich muss erst sehen, wie das Team mit dem Druck in den Punktspielen umgeht.“ Bei aller verständlichen Nicht-Euphorie: Ich sehe den AFC ziemlich weit oben! Der Auftakt gegen Fortuna Britz (Vorjahres-13.), in Grünow (15.) und gegen Aufsteiger 1. SV Oberkrämer spielt den Angermündern eher sogar in die Karten.

Kader Angermünder FC

Sasa Bozickovic, Jan-Erik Marks – Martin Beltz, Maxim-Louis Hahs, Tobias Koß, Tony franke, Martin Kämke, Eric Meyer, Ian Beckmann, Lars Dammaschke, Christopher Löhrs, Steffen Retzlaff, Kenny Stöpel, Phillipp- Marcus Bieber, Marko Lohrke, Lars Meyer, Tobias Schuchert, Lucas Pascal Wagner, Paul Kielblock, Matthias Kreusch, Stefan Schmidt, Denny König, Benjamin Regehr, Philip Thimian; Coaches: Jörg Gehrike, Michael Löffler, Robert Nitschke, Marcus Bunn
Möbel Bär
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