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Total lokal Neuenhagen Wie geht es mit der Neuenhagener Trainierbahn weiter?

Bei einer Vor Ort Begehung der Trainierbahn, die vor kurzem statt fand, trat die komplexe Problemlage schnell zu Tage: Die unterschiedlichen Interessen der Reitsportler, Erholungssuchenden und des sensiblen Naturschutzbereiches müssen unter einen Hut gebracht werden. Foto: Dirk Schaal
Bei einer Vor Ort Begehung der Trainierbahn, die vor kurzem statt fand, trat die komplexe Problemlage schnell zu Tage: Die unterschiedlichen Interessen der Reitsportler, Erholungssuchenden und des sensiblen Naturschutzbereiches müssen unter einen Hut gebracht werden. Foto: Dirk Schaal

Öffentlichkeit möchte Zugang zur Naherholung, der Reitsport professionelle Trainingsbedingungen, Denkmal- und Naturschutz reden auch mit

Neuenhagen. Der Einladung, gemeinsam mit dem Nabu die „Grüne Lunge“ Neuenhagens kennen zu lernen, waren nicht nur Mitglieder des extra für die Zukunft der Trainierbahn geschaffenen zeitweiligen Ausschusses „Trainierbahn und Altes gut“, sondern auch viele Gemeindevertreter und interessierte Einwohner gefolgt. „Wichtig ist es, dass alle Ausschussmitglieder auf dem gleichen Wissensstand sind, um auch die richtigen Entscheidungen treffen zu können“, erklärte Ausschusschef Klaus Obendorf (CDU). Um das Thema Trainierbahn voranbringen zu können, hatte die Gemeindevertretung die Bildung dieses Ausschusses beschlossen. Frank Ott vom Neuenhagener Nabu nahm sich der Gruppe an und stellte die Trainierbahn aus Sicht des Naturschützers vor. Das Areal ist im Flächennutzungsplan als Erholungsgebiet ausgewiesen. Ohne diesen Bereich hätte Neuenhagen Mühe, den durchschnittlichen Pro-Kopf-Anteil von Erholungsfläche gegenüber Siedlungsbereich zu erfüllen. Verschiedene Biotope, in denen bedrohte Arten, Fauna sowie Flora, noch einen Platz auf der Erde finden, runden den sensiblen Naturschutzbereich ab. Dass es dort auch einen Os gibt, überraschte viele Gäste, wie auch der Begriff an sich. „Das ist eine wallartige Erhebung, die noch von der Eiszeit übrig geblieben ist“, erklärte Frank Ott. Zur DDR-Zeit sei der stellenweise abgetragen worden und dafür sind Jauchegruben entstanden. Waldstücke („mein Märchenwald“ – O-Ton Ott) und Wiesen wechseln sich im Inneren der drei Grasbahnen sowie der Sandbahn ab. Die Trockenwiesen bewirtschaftet Uwe Schmutzler. „Ein Unding ist, dass viele Hundebesitzer hier ihre Tüten mit Hundekot entsorgen. Beim Mähen kommen die mit ins Heu, wenn man die nicht per Hand absammelt. Da muss unbedingt ein Umdenken geschehen“, sagte er mahnend. Auch könnte er sich gut vorstellen, die Trainierbahn touristisch zu erschließen, aber dazu muss ein Gesamtkonzept her. Frank Ott erklärte indes, welchen Konflikt der Naturschutz mit dem Denkmalschutz derzeit austragen muss. Der Weißdorn, den etwa 80 Tierarten als Teil ihrer Lebensgrundlage gemeinsam haben, soll weg, weil er keine historischen Vorfahren auf der Trainierbahn hat.

Auch Einwohner fordern ihr Gewohnheitsrecht ein. „Seit Jahren gehen wir hier immer mittwochs walken“, erklärte die 78-jährige Waltraud Doll vom Gartenverein. Dagegen hat Peter Hoeck Domig, Managing Director der Rennbahn, in Vertretung des Eigentümers Gerhard Schöningh, nichts einzuwenden. „Nur müssen Sie auch unser Anliegen verstehen, dass wir als Eigentümer für die öffentliche Nutzung nicht die alleinige Haftung übernehmen wollen und können“, sagte er der versammelten Runde und erntete dafür viel Verständnis. Gerade als sich der verstreute Rest der Gruppe auf den Nachhauseweg machen wollte, bahnen sich Pferd und Reiter mit ordentlichem Tempo ihren Weg über die Sandbahn. „Das ist ein professioneller Galopper, das sieht man gleich“, sagte Jens Sorge, ein ausgewiesener Reitsportfachmann. „Früher war hier bis 14 Uhr Training, erst dann durfte die Öffentlichkeit rein. Vielleicht sollte man das auch wieder so machen, um Unfälle zu verhindern“, sagte er nachdenklich. Denn gerade kurz vorher hatte ein Kind mit Hund an fast der gleichen Stelle die Bahn ohne zu schauen überquert.

Welch komplexe Gemengelage hinter der Trainierbahn steht, wurde einigen Ausschussmitgliedern erst nach dem Rundgang klar. Da sind wirtschaftliche Interessen, die mit dem Landschaftsschutz unter einen Hut gebracht werden müssen.

Die Öffentlichkeit möchte weiterhin Zugang zur Naherholung, wo aber der Reitsport professionelle Trainingsbedingungen hat und auch nutzen will. Dabei stören aber auch Freizeitreiter auf der Bahn. Zu guter Letzt liegen auch Denkmal- und Naturschutz nicht immer auf einer Wellenlänge. „Jede Forderung hat ihre Berechtigung. Wir werden uns alle Argumente, für und wider, anhören und darüber sprechen. Ich bin zuversichtlich, dass wir alle Interessen der Beteiligten in Einklang bringen können“, sagte Klaus Obendorf nach der etwa zweistündigen Begehung.

Bibliothek geschlossen

Online-Ausleihe und telefonische Verlängerungen

Neuenhagen. Seit vergangener Woche ist der reguläre öffentliche Betrieb in der Anna-Ditzen-Bibliothek Neuenhagen ausgesetzt – die Mitarbeiter sind jedoch weiter für ihre Leser im Einsatz. Sämtliches verbuchtes Material wird bis 20. April zur Verfügung gestellt. Bis dahin bleibt die Einrichtung bis auf Weiteres geschlossen. Telefonische Verlängerungen unter: (03342) 80435 und Online-Ausleihe sind möglich

Neue Schiedsleute gesucht

Bewerbungen sind noch bis Ende März möglich

Neuenhagen. Für eine fünfjährige Amtszeit sucht die Gemeinde Neuenhagen zwei Schiedspersonen und deren Stellvertreter. Ab August 2020 ist dieses Ehrenamt zu besetzen, für das die Gemeinde geeignete Bewerber und Bewerberinnen sucht. Diese müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

• mindestens 25 Jahre alt sein
• in Neuenhagen wohnen
• nach ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten für das Amt geeignet sein
• wahlberechtigt sein. Schiedspersonen sind ehrenamtlich tätig und haben die Aufgabe, Schlichtungsverfahren über streitige Rechtsangelegenheiten durchzuführen. Das Schiedsstellengesetz (SchG) und das Brandenburgische Schlichtungsgesetz (Bbg-SchlG) bestimmen die maßgeblichen Rechtsgrundlagen für Schiedsstellen. Danach sind bestimmte Klagen vor den Amtsgerichten erst zulässig, nachdem versucht worden ist, die Streitigkeit vor einer Gütestelle einvernehmlich beizulegen. Schlichtungsverfahren sind darauf gerichtet, Rechtsstreitigkeiten im Wege des Vergleiches beizulegen. Sie werden auf Antrag durchgeführt und betreffen vermögensrechtliche sowie nichtvermögensrechtliche Streitigkeiten wegen Verletzungen der persönlichen Ehre. In der Regel bringt eine gütliche Einigung für das weitere Zusammenleben der Menschen – gerade in der Nachbarschaft – mehr als eine streng juristische Entscheidung.

Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement setzen die Schiedsleute ihre Persönlichkeit, ihre Erfahrung und ihre Zeit für andere ein. Die regelmäßigen Sprechzeiten der Schiedsstelle im Neubau des Rathauses sind Montag 16 Uhr bis 18 Uhr. Schiedspersonen werden von der Gemeindevertretung für fünf Jahre gewählt.

Die Wahl ist für Juni 2020 vorgesehen. Danach müssen die Schiedsleute durch den Direktor des Amtsgerichts Strausberg bestätigt werden. Er prüft, ob bei der Wahl die gesetzlichen Voraussetzungen beachtet worden sind. Er beruft die Schiedspersonen in ihr Amt und verpflichtet sie, ihre Aufgaben gewissenhaft und unparteiisch zu erfüllen. Schiedspersonen unterstehen unmittelbar der Aufsicht des Direktors des Amtsgerichts, soweit es ihre Tätigkeit im Rechtspflegebereich betrifft. Wer für dieses Ehrenamt kandidieren möchte, meldet sich bitte schriftlich bis zum 31. März bei der Gemeindeverwaltung Neuenhagen, Andrea Roloff, Fachbereich I, Am Rathaus 1.

Der Bewerbung muss ein kurzer Lebenslauf und eine Begründung der Bewerbung beigefügt sein. Man kann auch das unter www.neuenhagen-bei-berlin.de, Rubrik: Aktuelles, bereitgestellte digitale Formular zur Bewerbung nutzen.

Astronomietag abgesagt

Keine Veranstaltungen in der egn-Sternwarte

Neuenhagen. Der Astronomietag „Venus, Mond und die sieben Schwestern“ am 28. März im Einstein-Gymnasium Neuenhagen wurde im Zuge der Corona-Krise leider abgesagt.
  
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