Totensonntag

Was Trauernden hilft - und was nicht

Einfach da sein: Trauernde brauchen keine perfekten Worte - oft genügt ein stilles, mitfühlendes Dasein. Foto: Alicia Windzio/dpa-mag

18.11.2025

Trauer ist ein schmerzhafter, oft einsamer Prozess – doch muss er das sein?„Wir brauchen liebe Menschen, um gut unterstützt und mit viel Rücksicht aufgenommen zu werden, um diesen langen Weg der Trauer gehen zu können“, sagt die Trauerbegleiterin Chris Paul im Gespräch mit dem Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ (Ausgabe 5B/2025).

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Einfach da sein kann reichen

Viele fühlen sich unsicher im Umgang mit Trauernden. „Man weiß nicht, wie man sich verhalten soll, hat Angst, etwas Falsches zu sagen“, so Paul. Ihre Empfehlung: „Uneitel“ helfen – nicht für ein Dankeschön, sondern weil ein Mensch in Not ist. „Dann reicht es oft, nur ein bisschen da zu sein, zu reden. Das heißt Normalität.“

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Bindung statt Loslassen

Ein weit verbreitetes Missverständnis: dass Trauern bedeute, loszulassen. „Im Gegenteil“, sagt Chris Paul. Studien zeigten, dass es vielen Menschen helfe, mit den Verstorbenen in Verbindung zu bleiben, sei es durch Erinnerungen, Rituale oder Zeichen. Auch alltägliche Gesten wie das Tragen eines Erinnerungsstücks oder das Gespräch am Grab seien heilsam:„Wenn ich eine gute innere Verbindung zu den Verstorbenen habe, habe ich tatsächlich mehr Entspannung und Liebe für die Lebenden.“ dpa

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Ratgeber

Zwischen den Welten

„Zwischen den Welten“: Übersetzt von Elisabeth Liebl, Kösel, 22,00 Euro, 288 Seiten Verlag Kösel/red
„Zwischen den Welten“: Übersetzt von Elisabeth Liebl, Kösel, 22,00 Euro, 288 Seiten Verlag Kösel/red

Was passiert am Lebensende? Sehen wir unser Leben wie „einen Film“ vor unseren Augen ablaufen? Ist da ein Licht, auf das wir zugehen? Ein Tunnel?

Hospizpflegerin Hadley Vlahos hat schon viele Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet und weiß: Wir sterben so individuell, wie wir gelebt haben. 

Aber es gibt da dieses Dazwischen, den Raum, in dem sich Leben und Tod berühren. Und was dort passiert, ist so unglaublich, so berührend, so tief bewegend, dass sie sich sicher ist: Der Tod ist nicht das Ende.

Da ist etwa Ms Glenda, die von ihren Liebsten „drüben“ bereits erwartet wird, sie sieht sie neben ihrem Bett stehen.

Oder Mr Carl, der sich erst am Lebensende von seinen Selbstvorwürfen frei machen kann, als immer wieder ein kleiner, vertrauter Vogel auftaucht und ihm signalisiert: „Lass los!“ Und von Ms Sandra lernen wir: Vielleicht haben wir doch Kontrolle darüber, wann wir den Schritt hinüber in die Anderswelt wagen.


Digitale Trauerfeier

Weit weg und trotzdem beim Abschied dabei

Viele unserer Lebensbereiche sind bereits digitalisiert, Essensbestellung, Steuererklärung, Video-Telefonie oder etwa die Bestattungsvorsorge.

Menschen nutzen die Möglichkeit der Video-Telefonie für Ereignisse, bei denen sie nicht anwesend sein können, die ihnen aber wichtig sind. Sei es die Vorstellung neuer Produkte bei Entwickler-Konferenzen oder die Hochzeit eines Geschwisterkinds. Es spricht nichts da-gegen, diese Technologien auch für Beisetzungen oder – Trauerfeiern zu verwenden. So können Verwandte, die weit weg vom Beisetzungsort leben, der Trauerrede zuhören oder bei der eigentlichen – Urnenbeisetzung dabei sein. Alles, was nötig ist, sind zwei n modernere Mobilfunkgeräte, – um zumindest visuell und – akustisch, mit bei der Trauer- feier anwesend sein zu können. pm/cr

Weitere Infos auch unter www.mymoria.de


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