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Tag der Pflege

Stärkung der Pflegekräfte

Unterstützung: Zum Aktionstag geht es vor allem um die ökonomische Gleichstellung in der Branche.

Zum Tag der Pflegenden gilt es, die Arbeit der Pflegekräfte ins Licht zu rücken. Anerkennung und Wertschätzung sollten dem aber das ganze Jahr folgen. Foto: Halfpoint – stock.adobe.com

12.05.2026

„Der Internationale Tag der Pflegenden ist kein Feiertag – aber ein Tag, der der Pflegeprofession gehört. Ein Tag, der erinnert: In der Pflege stecken Stärke, Professionalität und Menschlichkeit. Und es ist höchste Zeit, genau das auch politisch und gesellschaftlich abzusichern.“ Das sagte Christina Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerates bereits im vergangenen Jahr zum gleichnamigen Anlass. Und es folgten einige Taten in die richtige Richtung:

Unternehmen aus der Region

Vergrößerung des Kompetenzbereiches

Zum 1. Januar 2026 trat das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) (Pflegekompetenzgesetz) in Kraft und brachte wesentliche Änderungen: Pflegefachkräfte erhalten mehr Kompetenzen, Dokumentationspflichten werden reduziert und digitale Pflegeanwendungen (DIPA) werden seitdem stärker gefördert.

Mindestlohn steigt ab Juli

Außerdem steigt der Pflegemindestlohn in Deutschland zum 1. Juli 2026 und erneut 2027 in zwei Schritten für alle Qualifikationsstufen.

Ab dem 1. Juli erhalten Pflegehilfskräfte mindestens 16,52 Euro/Std., qualifizierte Hilfskräfte 17,80 Euro/Std. und Pflegefachkräfte 21,03 Euro/Std. Die Erhöhung wurde von der Pflegekommission empfohlen, um den gestiegenen Lebenshaltungskosten Rechnung zu tragen.
pm/jr


Flexibel durch duale Ausbildung

Reform: Ausbildung in der Pflege wurde angepasst an Bedürfnisse auf dem Arbeitsmarkt.

Menschen beruhigen und manchmal trösten, Medikamente verabreichen, bei der Körperpflege helfen und mit Ärzten sprechen: Wer in der Pflege arbeitet, braucht neben fachlichem Know-how auch Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeiten.

Seit einigen Jahren nimmt darauf auch die Ausbildungsordnung Rücksicht: Die getrennten Ausbildungswege für die Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege sind Geschichte. Sie wurden ersetzt durch die einheitliche Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann.

Ausbildungsordnung flexibler und differenzierter

Nun stehen in den ersten beiden Jahren der dreijährigen Ausbildung Inhalte auf dem Lehrplan, die für alle Pflegeberufe relevant sind: medizinisches Wissen und pflegerische Basics, aber auch Kommunikation mit den gepflegten Menschen und mit Ärzten.

Die Auszubildenden schnuppern dabei praktisch in unterschiedliche Pflegebereiche hinein. Sie lernen die Arbeit in Seniorenheimen, in psychiatrischen Einrichtungen oder im Krankenhaus kennen. Dieses breite Wissen sorgt dafür, dass Pflegefachkräfte nachher beruflich sehr flexibel sind. Wer möchte, kann sich im dritten Jahr auf Altenpflege oder Kinderkrankenpflege spezialisieren.

Die generalistische Pflegeausbildung zur Pflegefachkraft ist in Deutschland kostenlos (kein Schulgeld) und wird über drei Jahre hinweg vergütet. Sie führt zu einem EU-weit anerkannten Abschluss, der Arbeit in allen Pflegebereichen (Krankenhaus, Altenheim, ambulant) ermöglicht.

Wer sich für eine Karriere als Pflegefachkraft interessiert, sollte einen mittleren Schulabschluss mitbringen. Genauso wichtig ist die Lust darauf, mit anderen zusammenzuarbeiten. Denn Pflege ist immer auch eine Teamarbeit.
txn


Bedarf steigend

Aktuelle Entwicklungen und Zahlen (Stand Frühjahr 2026):

Deutlicher Zuwachs: Zum 31. Dezember 2025 schlossen rund 64.300 Personen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann ab. Das ist ein Plus von 8 Prozent bzw. 4.900 Auszubildenden im Vergleich zum Vorjahr, was einem neuen Höchststand entspricht.

Gestiegener Männeranteil: Der Männeranteil unter den Auszubildenden liegt inzwischen bei 29 %.

Positive Arbeitsmarktprognose: Trotz des Zuwachses bleibt der Fachkräftemangel akut. Der Deutsche Pflegerat warnt, dass bis 2034 voraussichtlich rund 500.000 Pflegekräfte fehlen werden.