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75 Jahre Sanitätshaus Laußmann

Tombola statt Party

Isabelle Strohwald führt Betrieb in dritter Generation weiter / Gründer Fritz Laußmann übernahm Räumlichkeiten 1954

Zählen zu einem der ältesten Familienbetriebe der Oderstadt: Firmenchefin Isabelle Strohwald (r.) mit ihrem Ehemann und Kollegen Sven Strohwald sowie ihren Eltern Ilona und Fritz Laußmann, der 2016 das Geschäft seiner Tochter übergab. Fotos (5): Anna Pröschild

10.07.2021

Der Zweite Weltkrieg hat die Menschen auf unterschiedliche Weise gezeichnet. Männer ohne einen Arm oder ein Bein gab es viele Jahre nach Ende des Krieges. Orthopädie-Werkstätten konnten ihnen mit Prothesen, Gehstützen und Rollstühlen ein wenig vom Leid nehmen. Zu einer dieser Werkstätten gehört auch das Frankfurter Sanitätshaus Laußmann, das in diesen Tagen 75-jähriges Bestehen feiert.

In den unsicheren Nachkriegsjahren, am 1. Juli 1954, eröffnete der ehemalige Liebenwalder Orthopädiemechanikermeister Ernst Laußmann in Frankfurt das Sanitätshaus Laußmann. Zuvor hatte er bereits kurz nach Kriegsende in Liebenwalde (am 1. Juli 1946) den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Durch seine Tätigkeit in der Gewerbekommission erfuhr Ernst Laußmann kurz nach Kriegsende, dass für eine komplett ausgestattete Werkstatt in der Oderstadt ein neuer Besitzer gesucht wird. Der ehemalige Inhaber war geflohen. Ernst Laußmann zog daraufhin mit seiner Ehefrau und den drei Kindern nach Frankfurt und übernahm die Räumlichkeiten.

In den Folgejahren absolvieren die Söhne Dieter und Fritz Laußmann ihre Ausbildung im elterlichen Betrieb. Im Jahr 1974 übernimmt Sohn Fritz den Betrieb und auch sein Bruder Dieter bleibt dem Familienunternehmen treu, später steigt Fritz Laußmanns Ehefrau Ilona in den Betrieb ein. „Unter den wachen Augen des Staates ist es meinem Vater gelungen, den Betrieb auch zu DDR-Zeiten als Selbstständiger aufrecht zu erhalten“, sagt Tochter Isabelle Strohwald stolz.

Prothese aus Holz und Leder: Nach Kriegsende wurden viele solcher „Ersatzarme“ benötigt.
Prothese aus Holz und Leder: Nach Kriegsende wurden viele solcher „Ersatzarme“ benötigt.

Nach erfolgreicher Ausbildung als Bandagistin leitet sie seit Januar 2016 in dritter Generation die Geschicke des Familienunternehmens. Zwar gibt es heute keine Kriegsveteranen mehr, die Bandagen, Einlegesohlen oder Prothesen und Stützgeräte werden dennoch zahlreich benötigt. Das Angebot ist vielseitiger geworden. Von Krankenpflegeartikeln, Miederwaren bis hin zu therapeutischen Mitteln und vieles mehr wird im heutigen Firmensitz, in der Peitzer Straße 7, alles von Hand und nach Maß ganz individuell angefertigt. „In unserer Branche verändert sich gerade vieles durch die neuen europäischen Gesetze. Wir wissen im Moment nicht, ob wir das große Spektrum an Angeboten in fünf Jahren noch so bieten können“, erklärt Inhaberin Isabelle Strohwald. Sie bedauert es, dass statt auf das handwerkliche Geschick immer mehr auf die industrielle Produktion gesetzt wird. „Das Individuelle wird aus unserer Sicht versucht vom Markt zu drängen“, so die Inhaberin über die Entwicklung in der Branche.

Zum Jubiläum hat sich der Betrieb etwas ganz besonders für seine Kunden einfallen lassen. Das elfköpfige Team kam auf die Idee eine Tombola zu organisieren. 75 Lose und keine Nieten gab es bis zum 30. Juni für jeden Kunden. Seit Monatsbeginn können die Preise abgeholt werden. (apr)

Wir sagen Danke

„Wir wünschen uns, dass unsere Familien, Kollegen und Kunden weiterhin gesund bleiben“, sagt die Frankfurter Firmenchefin Isabelle Strohwald. Ein großes Dankeschön richtet das Sanitätshaus Laußmann an die Kollegen, die die Firma in den letzten 75 Jahren mitgeprägt haben. „An alle, die in den 75 Jahren das Unternehmen begleitet haben. Ob sie ihre Ausbildung bei uns gemacht oder viele Jahre bei uns gearbeitet haben – ob sie ein Jahr oder 25 Jahre bei uns gearbeitet haben, sie haben die Firma mitgestaltet. Man hat mit und von den Kollegen gelernt“, sagt die Inhaberin. Ein besonderes Dankeschön geht vor allem an Sven Strohwald, ihr Kollege und Ehemann. „Dafür, dass er sich um Haus und Kind kümmert und mir dadurch den Rücken als Inhaberin freihält“, sagt Isabelle Strohwald.

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