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So kommen Eltern zum Elterngeld

  

Kümmern sich Eltern nach der Geburt um ihr Kind, geht das meist mit Einkommenseinbußen einher. Das Elterngeld gleicht das aus. Foto: Mascha Brichta/dpa-mag

1.02.2021

Nach der Geburt dreht sich für frischgebackene Eltern erst einmal alles um das Kind. Ein Grund, warum sich Eltern auch mal aus ihrem Job zurückziehen. Damit die finanzielle Lücke - zumindest ein wenig geschlossen wird, gibt es nach Angaben des Bundesfamilienministeriums Elterngeld. Dafür müssen die Eltern allerdings einen Antrag ausfüllen. Antworten auf wichtige Fragen: 

Was braucht man für den Elterngeld-Antrag? 

Sobald das Kind auf der Welt ist, bekommen die Eltern vom Standesamt die Geburtsurkunde. Diese muss dem Amt mit einer Reihe weiterer Unterlagen vorliegen, erklärt Sandra Thiemar von dem Beratungsportal Elterngeld. net. Dazu gehört neben einer Kopie der Personalausweise der Eltern auch der vom Arbeitgeber bestätigte Antrag auf Elternzeit. „Berufstätige müssen die Elternzeit zwischen der siebten und achten Woche vor ihrem Beginn beantragen“, erinnert Thiemar. Leistet die Krankenkasse Mutterschaftsgeld, muss außerdem die Bewilligung vorliegen. Denn diese Leistungen werden dem Elterngeld angerechnet. Zur Berechnung des Elterngeldes benötigt das Amt außerdem den Steuerbescheid aus dem Jahr vor der Geburt des Kindes.

Der Berechnungszeitraum unterscheidet sich je nachdem, welches Elternteil den Antrag stellt. Bei der Mutter werden die 12 Monate vor Beginn des Mutterschutzes hinzugezogen, beim Vater die 12 Monate vor der Geburt, erklärt Thiemar. Aus diesen Zeiträumen müssen der Elterngeldstelle die entsprechenden Gehaltsabrechnungen vorliegen. Bei Selbstständigen wird eine Einnahmeüberschussabrechnung aus dem Jahr vor der Geburt verlangt.

Wie wird das Elterngeld berechnet?

Die Höhe des Elterngeldes hängt laut Bundesfamilienministerium davon ab, wie viel Einkommen der betreuende Elternteil im Jahr vor der Geburt des Kindes beziehungsweise vor Beginn des Mutterschutzes hatte und ob nach der Geburt Einkommen wegfällt. „Zur Ermittlung des Betrags wird das sogenannte `Elterngeld-Netto` berechnet“, sagt Thiemar. „Das ist etwas komplizierter.“ Dafür werden vom Bruttoeinkommen des Antragstellers zunächst die Werbungskosten sowie der Arbeitnehmer-Pauschbetrag abgezogen. Vom durchschnittlichen Monats-Einkommen werden zusätzlich Steuerpauschalen und Sozialabgaben abgezogen. Der Betrag, der nach Abzug übrig bleibt, ist das Elterngeld-Netto. Je nach Höhe des Elterngeld-Nettos, werden dem Elternteil 65 bis 67 Prozent ersetzt.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Die Höhe ist unter anderem von der Variante des Elterngeldes abhängig: Das Basiselterngeld beträgt höchstens 1800 und mindestens 300 Euro im Monat. Da das ElterngeldPlus doppelt so lange ausgezahlt wird, verringert sich die Höhe des monatlichen Betrags entsprechend. Der Maximalbetrag beträgt also 900 Euro, der Mindestbetrag 150 Euro.

Für verheiratete Paare gibt es einen Trick, die Höhe des Elterngelds zu beeinflussen: die Steuerklasse wechseln. Denn die Steuerklasse bestimmt, wie viel Netto vom Brutto bleibt, erklärt Christina Georgiadis vom Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe.Verdient ein Ehepartner deutlich weniger als der andere, bietet sich laut der Expertin eine Kombination von Steuerklasse drei und fünf an. Der geringer verdienende Partner ist dabei in der steuerlich ungünstigeren Steuerklasse fünf, die deutlich höhere Abzüge hat. Der Antrag auf den Wechsel der Steuerklasse müsse aber rechtzeitig gestellt werden.

Auch Familien, die bereits Geschwisterkinder haben, können ein höheres Elterngeld erhalten. Lebt ein Kind unter drei Jahren in der Familie oder zwei Kinder unter sechs Jahren, erhalten Eltern einen Geschwisterbonus von zehn Prozent des Elterngeldes, erklärt Thiemar.

Wie lange bekommt man Elterngeld?

Entscheiden sich Eltern für das Basiselterngeld, können sie dies bis zu 14 Monate beziehen. Nämlich dann, wenn sich beide Elternteile die Betreuung aufteilen und somit von einem Einkommensverlust betroffen sind. Dabei darf ein Elternteil jedoch maximal 12 Monate und das andere mindestens zwei Monate Elterngeld beziehen, erklärt Thiemar. Alleinerziehende haben immer Anspruch auf 14 Monate Basiselterngeld.

Mit dem ElterngeldPlus kann der Bezugszeitraum gestreckt werden. „Es ist vor allem dann interessant, wenn Eltern länger als ein Jahr in Elternzeit gehen möchten“, erklärt Thiemar. Während des Bezugs von ElterngeldPlus könne der betreuende Elternteil außerdem in Teilzeit arbeiten - muss aber nicht. (dpa)


Urteil: Kartoffelwurf ist keine Körperverletzung

Wirft eine Nachbarin mit Kartoffeln auf spielende Kinder, ohne diese zu verletzen, rechtfertigt das kein Annäherungs- und Kontaktaufnahmeverbot. Das hat das Amtsgericht Frankfurt am Main entschieden (Az.: 456 F 5230/20 EAGS), wie die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins mitteilt.

In dem verhandelten Fall spielte ein Junge mit einem anderen Kind im Hof eines Wohnhauses. Offensichtlich fühlte sich eine Nachbarin davon gestört und zeigte ihre Verärgerung, indem sie die Kinder mit Kartoffeln bewarf und einen Jungen dabei am Rücken traf. Außerdem habe sie ihn, so der Junge, bei anderer Gelegenheit am Arm festgehalten und daran gezerrt. Der Antrag auf Festsetzung eines Annäherungs- und Kontaktaufnahmeverbots gegen die Frau hatte keinen Erfolg. Eine vorsätzliche Körperverletzung konnte das Gericht nicht feststellen. Eine Verletzung sei ein „von den normalen körperlichen Funktionen nicht nur unerheblich abweichender Zustand“. Das sei hier nicht der Fall.

Ähnlich sahen die Richter das Zerren am Arm. Der Junge habe keine deutlichen Blessuren davongetragen. Darüber hinaus fehle der erforderliche Vorsatz der Nachbarin, als sie das getan habe. Es handele sich auch nicht um eine Freiheitsberaubung oder Drohung. (dpa)


Was passiert mit dem Haus oder der Eigentumswohnung nach einer Scheidung?

Was passiert mit dem Haus oder der Eigentumswohnung nach einer Scheidung?

Die Eheleute sollten sich grundsätzlich anlässlich einer geplanten Scheidung zusammensetzen und eine einvernehmliche Vereinbarung über die Immobilie treffen. Das Gesetz bietet eine Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten. Eine kurze Übersicht:

· gemeinsamer Verkauf der Immobilie - Die Immobilie kann verkauft werden, um den Erlös unter den Ehegatten aufzuteilen. Dazu ist aber das Einverständnis beider Ehegatten erforderlich.

· Übertragung des Eigentums auf einem der Ehegatten - Das Eigentum an der Immobilie kann auf einen der Ehegatten unter Auszahlung des anderen übertragen werden. Dies setzt ebenfalls das Einverständnis beider Ehepartner voraus.

· Übertragung des Eigentums auf Kinder - Das Eigentum kann ebenso nur mit Zustimmung beider Ehegatten auf die Kinder übertragen werden. Dabei ist auch eine Übertragung auf minderjährige Kinder möglich.

· Teilung der Immobilie - Die Immobilie kann je nach baulicher Voraussetzung geteilt werden, so dass je eine Hälfte von einem der Ehegatten als Alleineigentum genutzt werden kann.

· gemeinsame Vermietung der Immobilie - Die Immobilie kann unter Beibehaltung der Eigentumsverhältnisse gemeinsam vermietet werden.

· Verbleib eines Ehegatten in der Immobilie ohne veränderte Eigentumsverhältnisse - Einer der Ehegatten kann in der Immobilie verbleiben, ohne dass sich an den Eigentumsverhältnissen etwas ändert. In der Regel geschieht dies unter Zahlung einer Nutzungsentschädigung durch den verbleibenden Ehegatten.

· Versteigerung der Immobilie - Die Immobile kann schließlich versteigert werden. Die Versteigerung kann von jedem Ehepartner und somit auch gegen den Willen des anderen beantragt werden. Zu beachten ist, dass jede der oben genannten Alternativen Vorteile und Nachteile hat. Diese richten sich maßgeblich nach dem Einzelfall. So sollten stets die steuerlichen Aspekte, die Auswirkungen auf bestehende Kredite oder neu entstehende Kosten (Bsp.: Notarkosten, Architektenkosten, Versteigerungskosten) im Blick behalten werden. Zudem erfordern bestimmte Lösungen eine Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft der Eheleute auch nach der Scheidung. (recht-aktuell.de)
  

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