„Die Geige spielt - die Ukraine weint“ - so lautete das Motto eines landesweiten Violin- und Violoncello-Wettbewerbs für Kinder und Jugendliche im vergangenen Herbst in der Ukraine. Dessen Gewinner waren nun für einige Tage im Barnim zu Gast.
Ein Höhepunkt ihres Aufenthalts war sicher ihre Teilnahme am fünften vom Verein „Kunstbrücke Panketal e.V.“ organisierten Benefizkonzert zugunsten der Ukrainehilfe, das am 22. Februar in der Mensa des Gymnasiums Panketal stattfand.
Zuvor waren die Nachwuchsmusiker gemeinsam mit einigen Musikschülern aus Berlin und dem Barnim unter anderem von der Brandenburger Landtagspräsidentin Dr. Ulrike Liedtke im Brandenburger Landtag empfangen worden und hatten dort eine Kostprobe ihres musikalischen Könnens gegeben.
Der anschließende Streifzug durch die Landeshauptstadt inklusive Eisessen und Einkaufsbummel ließ zumindest einen Hauch von Normalität aufkommen. „Es ist schön, mal ein paar Tage nicht Angst zu haben vor Luftangriffen“, erklärte Ljubomir Kudovba, der als Übersetzer seinen Vater Wolodymyr begleitete und per App zur Kenntnis nehmen musste, dass just in dieser Zeit seine Heimatstadt Lviv wieder unter russischen Drohenangriffen zu leiden hatte.

Es ist dem Engagement von Wolodymyr Kudovba, Sänger, Musiklehrer und Leiter des Fora Art Zentrums in Lviv, sowie seines Barnimer Kollegen Niels Templin, Musiker und Musikschullehrer und Vorsitzender des Vereins „Kunstbrücke Panketal e.V.“, zu verdanken, dass Musiker und Kinder aus der Ukraine bereits zum dritten Mal zu Gast in Panketal waren. Direkt nach dem Überfall Russlands begann über die Caritas eine intensive Zusammen-arbeit im Bereich humanitärer Hilfe, die bereits im März 2022 zum ersten Benefizkonzert mit Beteiligung von Nachwuchsmusikern aus Lviv führte.
Das Konzert am 22. Februar stand ganz im Zeichen der Hoffnung, dass die Ukraine noch nicht verloren ist“ (Zitat aus dem Text der ukrainischen Nationalhymne), wie es Niels Templin in seiner Moderation zum Ausdruck brachte. Auf dem Programm standen neben den acht Siegerbeiträgen der ukrainischen Musikschüler, auch mehrere gemeinsam erarbeitete Stücke unter anderem von G.F. Händel, M.A. Charpentier, A. Vivaldi, J. Haydn und T. Petrenenka.
Das Gemeinsame zu betonen und das Trennende zu überwinden, so zeigte sich die Schirmherrin der Veranstaltung, die Bundestagsabgeordnete Simona Koß überzeugt, sei auch und gerade mit Hilfe der Musik möglich.
Die acht jungen ukrainischen Preisträger, alle zwischen 10 und 15 Jahre alt, begeisterten mit ihren Darbietungen das zahlreich erschienene Panketaler Publikum.Künstlerische und emotionale Höhepunkte boten vor allem auch das gemeinsame Werk „Ukraina“ von Petrenenka, gesungen von Volodymyr Kudovba und „,Gebet für die Ukraine“ von M. Lyssenkow am Ende des Konzertes.
Den gemeinsamen Teil des Konzertes unter der musikalischen Leitung von Niels Templin bestritten die Musikschülerinnen und -schüler der Musikschule MarzahnHellersdorf und der Neuen Musikschule Bernau-Panketal gemeinsam mit der Violinistin Frederike Templin und der Pianistin Christiane Hanke-Bleidorn, die fast alle Solobeiträge der jungen Ukrainer am E-Piano begleitete. Das sichtlich berührte Panketaler Publikum dankte zum Abschluss mit stehenden Ovationen.
Zwischen den Musikbeiträgen informierte Rudorf von der Caritas-Gesundheit Berlin über den Stand der humanitären Hilfe. Insbesondere die Anschaffung eines Ultraschallgerätes und einer Schlucksonde wurden so mit Unterstützung aus Panketal ermöglicht.
Die Gäste konnten auch einige ukrainische Spezialitäten wie Kwas, Wurst oder Gebäck probieren. Ein besonders herzlicher Dank geht dabei an das Team der Ukrainehilfe Lobetal, das eine große Menge selbstgebackener Getreideriegel zur Verfügung stellte.
Am Abend kamen während der Veranstaltung rund 1300 Euro an Spenden zusammen, die sowohl dem gemeinnützigen Sheptytsky Hospital zugutekommen werden als auch einer ebenfalls in Lviv beheimateten Kinder-Krebsstation.