Streifzug durch Wusterhausen Zielstrebig und mit Sinn für das Schöne

Das Rathaus und dahinter die Kirche St. Peter&Paul prägen das Stadtbild von Wusterhausen. Foto: Gemeinde Wusterhausen
Das Rathaus und dahinter die Kirche St. Peter&Paul prägen das Stadtbild von Wusterhausen. Foto: Gemeinde Wusterhausen

Wusterhausen sieht in der Lebensqualität seiner Bürger den Schlüssel für die Zukunft

Klein, aber fein - so etwa könnte das Urteil lauten, wenn jemand seine Meinung über Wusterhausen in wenigen Worten zusammenfassen sollte. Mit den rund 5 800 Einwohnern, die sich auf 22 Ortsteile verteilen, bleibt die Stadt ländlich geprägt. Nichtsdestotrotz gibt es in Wusterhausen einiges zu entdecken. Insbesondere wäre hier das Wegemuseum zu nennen, das etwas im Land Brandenburg einzigartiges darstellt. Das Museum, Am Markt 3 zentral gelegen, thematisiert die „Historischen Wege im Wandel der Zeit“ anhand der Stadt- und Regionalgeschichte.

Wie von Museumsleiterin Katharina Zimmermann zu erfahren ist, prägen derzeit mehrere Projekte die Arbeit des Wegmuseums. Zimmermann: „Einerseits geht es um die Neugestaltung des Museumsdepots mit allen Facetten von der Neuinventarisierung bis zu Online-Ausstellungen, andererseits werden zukünftig verstärkt auch bauhistorische und archäologische Erkenntnisse in die in Erarbeitung befindlichen Online-Stadtrundgänge einfließen. Bisher konnten durch Kooperationsprojekte mit der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg ein Audio-Stadtrundgang mit zehn Stationen entwickelt werden, der in diesem Jahr mit fünf weiteren Stationen ergänzt wird.“

Fester Bestandteil der Museumsarbeit sind ständige Ausstellungen. Die diesjährige Stadtausstellung mit vier Stelen im Stadtraum trägt den Titel „Was Postkarten erzählen“ und stellt historische Ansichten aus dem Museumsarchiv dem heutigen Gesicht der Stadt gegenüber. Sie wird ab dem 24. Juni im Stadtraum zu sehen sein.

Die Ausstellung ist Teil des Gesamtprojektes der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg zum Jahresthema „Zerstört - Erhalten - Gerettet. Lebenswerte Altstädte“.

Wusterhausen und seine Wege - die verkehrsgünstige Lage an der Verbindung zwischen Berlin und Hamburg gereicht der Stadt seit je zum Vorteil. Wie lässt sich heute mit diesem von der Geografie geschenktem Pfund wuchern?

Das Schlüsselwort für die Zukunftsplanung der Dossestadt heißt Integriertes Gemeindeentwicklungskonzept (INGEK). Im März vorigen Jahres ausgeschrieben, hat das Planungsbüro Blau den Zuschlag für die Umsetzung dieses langfristigen Vorhabens zur Stadtentwicklung bekommen. Im Rathaus definiert man die Zielsetzung wie folgt: „Oberstes Ziel der Konzeptentwicklung ist es, langfristig die Lebensqualität in der ländlich geprägten Gemeinde Wusterhausen/Dosse zu erhalten und sich mit den Herausforderungen des demographischen Wandels auseinanderzusetzen“. Die Lebensqualität im ländlichen Raum entscheidet über dessen Zukunft. Trotz aller Bemühungen wird im Rathaus davon ausgegangen, dass Wusterhausen bis 2035 etwa 14 Prozent seiner Einwohner verlieren wird.

Bei der Umsetzung des INGEK wird großer Wert darauf gelegt, nicht über die Köpfe der Bürger hinweg zu entscheiden. „Wir haben im Januar und Februar diesen Jahres drei Ortsteilwerkstätten durchgeführt, bei denen besonders die Bevölkerung der jeweiligen Ortsteile gefragt war“, berichtet Bürgermeister Philipp Schulz. Insgesamt 170 Personen hätten sich bei diesen Veranstaltungen zu Wort gemeldet. „Das ist ein sehr guter Wert“, betont der Rathauschef. Ob das INGEK wie vorgesehen noch in diesem Jahr von der Gemeindevertretung beschlossen werden kann, ist allerdings wegen der Corona-Pandemie nicht sicher.

Doch auch jetzt bewegt sich in Wusterhausen einiges. Noch nicht zum Abschluss gekommen ist die Sanierung des Rathauses. Die Arbeiten laufen seit 2017 und haben einen größeren Umfang angenommen, als ursprünglich geplant war. Der Grund: Im Zuge der Sanierung stellte sich heraus, dass die Schäden am Gebäude größer waren, als zunächst vermutet worden war. Derzeit sind in dem imposanten Gebäude die Fliesenleger zu Gange. Im nächsten Monat soll der Auftrag zur Einrichtung mit Möbeln vergeben werden. Mit dem Einzug der Verwaltung rechnet Bürgermeister Schulz für Ende September oder Anfang Oktober.

Wer als Sommergast in Wusterhausen verweilt oder dort einige Urlaubstage verbringt, sollte sich einen Besuch des Strandbades nicht entgehen lassen. Am Klempowsee gelegen, wird ihm eine ausgezeichnete Wasserqualität bescheinigt. Zudem kann es an seinem Sandstrand mit einem großen Beachvolleyballplatz punkten. Stattliche Bäume auf dem Gelände spenden auf natürliche Weise Schatten.

1999 wurde das Strandbad umfassend saniert. Dabei wurde auch eine Wasserrutsche errichtet, die von Jung und Alt immer wieder gern benutzt wird. Im Bad befindet sich ein Imbissstand, an welchem die kleinen und großen Badegäste versorgt werden können. Der Bootsverleih bietet die Gelegenheit zu einer Fahrt mit dem Ruder- oder Tretboot. Zu den auffälligsten Gebäuden der Dossestadt gehört die evangelische Kirche St. Peter&Paul mit ihrem niedrigen Turm mit Pyramidendach. Nachdem der alte Kirchturm einem Brand zum Opfer gefallen war, wurde auf den Stumpf des Turmes ein Notdach gesetzt. Im Innenraum des Gotteshauses entzückt insbesondere die Renaissancekanzel aus dem Jahre 1610 das Auge des Besuchers. Die Figuren stellen die zwölf Apostel sowie weitere Verkündiger des Wortes Gottes dar. Die im gotischen Stil errichtete Backsteinkirche, hat mehrere Stadtbrände überlebt und kündet vom Behauptungswillen der Stadt und ihrer Bewohner.
 
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