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25 Jahre Firma Hennry Jarzina Von der Scheunenwerkstatt zum Fahrdienst

Freude über 25 Jahre: Hennry Jarzina (l.) und sein gerade anwesendes Teams freuen sich über das Firmenjubiläum. Fotos: Reinhard Witteck
Freude über 25 Jahre: Hennry Jarzina (l.) und sein gerade anwesendes Teams freuen sich über das Firmenjubiläum. Fotos: Reinhard Witteck

Von der Scheunenwerkstatt zum Fahrdienst

Freie Kfz-Werkstatt für privat und Gewerbe

Von Reinhard Witteck 

Storkow, Ortsteil Bugk. Alles begann in einer Scheune im Storkower Ortsteil Bugk. Am 1. Mai 1994 startete Hennry Jarzina (58) mit seiner freien Kfz-Werkstatt. Von allen erforderlichen Ämtern und Behörden hatte er dafür die schriftliche Genehmigung „mit allen Stempeln“ erinnert er sich und kann sie auch vorzeigen.

Sieben oder acht Jahre später teilten ihm die unterschiedlichsten Stellen mit: „Nein, hier dürfen Sie gar nicht arbeiten. Dafür hätten Sie eine Nutzungsänderung für die Scheune beantragen müssen!“ Der wiehernde Amtsschimmel zeigte sich kulant. „Ich durfte mein Gewerbe bis zum Neubau der Werkstatt in der Bugker Dorfstraße 44B erst einmal weiterführen“, lacht Hennry Jarzina heute über die Bürokratie. Er wollte sowieso neu bauen.

In seiner freien Kfz-Werkstatt werden seit 25 Jahren private und gewerbliche Fahrzeuge einer Kundschaft, die aus einem Umkreis von ca. 50 Kilometer den Weg nach Bugk findet, gewartet, instandgesetzt oder repariert. Mithilfe modernster Diagnosetechnik können wir viele der Schäden, die die Fahrzeuge aufweisen, durch die Kfz-Meisterwerkstatt beheben.

Jetzt an die Winterreifen denken: Martin Linke (v. l.) und Hennry Jarzina empfehlen eine Terminvereinbarung.
Jetzt an die Winterreifen denken: Martin Linke (v. l.) und Hennry Jarzina empfehlen eine Terminvereinbarung.
Als DEKRA-Stützpunkt ist seine Werkstatt entsprechend der strengen Vorschriften mit allem ausgestattet, was für eine DEKRA-Hauptuntersuchung erforderlich ist, von der Abgasüberprüfung, dem Bremsentest bis hin zur millimetergenau kalibrierten Scheinwerfereinstellung. Während der Werkstattarbeiten stellt Hennry Jarzina bei Bedarf Werkstattersatzwagen für die Kunden bereit. „Die sind immer sehr gefragt, da unser Standort so weit außerhalb liegt.“

Sein Tipp für den Winterreifenwechsel: „Es gilt die seit Jahren bewährte Faustregel-Ostern bis Oktober Sommerreifen. Winterreifen sollten bei Temperaturen, die unterhalb sieben Grad Außentemperatur liegen, aufgezogen sein. An diese Regel halte ich mich für die eigenen Fahrzeuge gewissenhaft. Unsere Kundschaft verhält sich diesbezüglich vielfältiger. Die meisten erscheinen hier mit dem ersten Kälteeinbruch sehr pünktlich nach Terminabsprache zum Reifenwechsel. Ein kleinerer Teil kommt mit konstanter Beharrlichkeit beim ersten Schneeflockenfall und wundert sich dann stets, wie lange man auf einen Termin warten muss“, beschreibt er die Reifenwechselaktion.

Gelernt hatte Hennry Jarzina Kfz-Mechaniker im Reifenwerk. Später arbeitete er als Kfz-Schlosser beziehungsweise Meister im VEB Militärforst Hubertushöhe in der Werkstatt. „Ironie war oftmals der Begleiter der schweren und verantwortungsvollen Arbeit. Gab es beispielsweise für die Beschäftigten der Volkseigenen Betriebe eine neue Errungenschaft, dann hörten wir: Gilt nicht für uns als Militärs“. Sollte sich für das Militär etwas verbessern, erfuhren wir: Gilt aber nicht für VEB-Betriebe.“ Heute kann er über damalige Schummeleien gelassen und herzhaft lachen. Aus jener Zeit ist für seine heutige Unternehmertätigkeit jedoch die Verbindlichkeit geblieben: „Ein Mann – ein Wort.“

Historisches Foto: So fing alles vor 25 Jahren an. Foto: privat
Historisches Foto: So fing alles vor 25 Jahren an. 
Foto: privat
„Mein Berufsweg in der Kfz-Branche war schon in der frühen Jugendzeit vorgezeichnet“, erzählt Hennry Jarzina. Sein Vater weckte bei ihm frühzeitig den Berufswunsch eines Kfz-Mechanikers. „Mein Vater war Kfz-Schlosser und half nebenbei stets den Leuten mit ihrem Trabant oder Wartburg. Das Wechseln von Zündkerzen und Reifen begleitete mich so von Kindheit an. Fast automatisch ergab sich mein späterer Werdegang. Ich hatte nicht einmal darüber nachdenken müssen. Es war immer klar.“ Der Silberne Meisterbrief als Kraftfahrzeug- Meister, von der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) überreicht, ist sein ganzer Stolz.

Das zweite Standbein des Hennry Jarzina ist sein Behindertenfahrdienst. Am 1. August 2003 übernahm er die bereits damals existente Firma, nachdem er sich um die Weiterführung derselben nach reichlicher Abwägung beworben hatte. „Ausschlaggebend war unter anderem, dass ich deren Fahrzeuge bereits jahrelang in meiner Werkstatt gepflegt, gewartet und repariert habe.“ Die Flotte ist inzwischen auf ca. 40 Mitarbeitende vergrößert und modernisiert worden. Befördert werden geistig und körperlich behinderte Menschen. Auf Achse sind zahlreiche Rollstuhlautos. Diese verfügen über Hebebühnen und wurden für die Behindertenbeförderung normgerecht ausgestattet sowie umgebaut.

„Wir sind unterwegs für solche Leistungsträger des Fahrdienstes wie Schulämter, Sozialämter, Jugendämter und Behindertenwerkstätten. Transportiert werden dort, wo keine Schulbusse zwischen dem Zuhause und der Schule verkehren, auch ganz normale Schüler. Wir holen unsere Passagiere unter anderem aus dem Wald an der Wohnungstür ab und bringen sie dorthin auch wieder zurück.“

Gefahren werden im Auftrag des Sozialamts auch Heimbewohner, die gelegentlich einmal ihre Angehörigen besuchen möchten. Auf Achse ist man ebenso für Beschäftigte in Behindertenwerkstätten und Menschen, die wieder in das Arbeitsleben integriert werden sollen.

FGM Automobil GmbH

„Wer bei mir im Unternehmen am Steuer sitzt verfügt neben der PKWFahrerlaubnis über einen Personenbeförderungsschein und einen gültigen Ersthelfer-Nachweis. Die meisten nahmen darüber hinaus an eine Einweisung zum Umgang mit Fahrgästen, die an Epilepsie leiden, teil. Viele meiner angestellten Fahrerinnen und Fahrer absolvierten außerdem ein Fahrsicherheitstraining. Auf Letzteres legen besonders die Schulämter sehr großen Wert“, so der Firmenchef. Anträge für den Transport geistig und körperlich eingeschränkter Menschen sind durch die Betroffenen oder deren Vertreter bei den zuständigen Ämtern zu stellen. Diese erteilen dann eine entsprechende Bewilligung. Wir rechnen die durch uns erbrachte Dienstleistung mit den bewilligenden Ämtern ab. Seine Beschäftigten erhalten von Anfang an pünktlich ihren Lohn. Insbesondere Ihnen gegenüber gilt: „Ein Mann – ein Wort.“ „Im Festangestelltenverhältnis des Fahrdienstes sind überwiegend Frauen beschäftigt.“, schildert er. Aber auch seine zahlreichen Geschäftspartner können sich immer auf sein Wort verlassen.

Die vorhandenen Mietwagen können auch von Privatpersonen oder Unternehmen für Hochzeiten, Geburtstags- oder Firmenfeiern in Anspruch genommen werden. Diese fahren bei Bedarf mit Fahrer vor. Der Fahrgast kann sich dann ganz entspannt zurücklehnen und die Fahrt genießen. Den Vorteil gegenüber einem Taxi erklärt Hennry Jarzina wie folgt: „Als Mietwagenunternehmen sind wir nicht an Tarife gebunden und können den Preis sehr fair mit dem Kunden kalkulieren.“ Der Kunde muss jedoch im Büro zumindest telefonisch die Leistung vor Fahrtantritt vereinbaren. Für die Mietwagenbestellung darf Hennry Jarzina einen exakten Nachweis dazu führen, wer ihn wann anrief, wohin die Fahrt ging und wann die Fahrt begann. Schließlich braucht der Amtsschimmel ab und an auch einmal ein kleines Zuckerstückchen.

Was er an seiner Tätigkeit besonders schätzt: „Wir haben den großen Vorteil, unsere Fahrzeuge selbst in der eigenen Werkstatt betreuen zu können. Wir leben hier am Waldrand im Grünen und sind dort tätig, wo andere gern Urlaub machen würden.“ Gern erinnert er sich an den Anfang zurück, an die Scheune. Über den später wiehernden Amtsschimmel lächelt er heute vergnüglich.
Behindertenfahrdienst Hennry Jarzina
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