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Wir steigen Ihnen aufs Dach Traditionspflege und Hingucke

Begrünte Dächer werden derzeit immer beliebter. Hier sind Flach- und Pultdächer kombiniert. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Begrünte Dächer werden derzeit immer beliebter. Hier sind Flach- und Pultdächer kombiniert. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die unterschiedlichen Dachmaterialien im Überblick

Welches Material das Dach bekleidet, ist abgängig von dessen Neigung. Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks gibt es für steile Dächer mehr Auswahlmöglichkeiten als für flache. Ein Überblick der Möglichkeiten:

- Material: Während Ziegel aus Ton hergestellt und gebrannt werden, bestehen Dachsteine aus Beton - einem Mix aus Zement, Quarzsand und Wasser. Die Mischung wird mit Farbpigmenten versetzt und anschließend in die gewünschte Form gepresst. «Heute werden im Neubau viele Betondachsteine verwendet. Das ist derzeit der günstigste Baustoff - und nicht der schlechteste», erklärt Architekt Erich Pössl. Ein Tonziegel sei zwar leichter, aber auch etwas weniger widerstandsfähig.

- Farben und Stil: „Klassischerweise werden braune, anthrazitfarbene oder rote Ziegel verwendet. Manchmal werden auch blau glasierte vom Bauherren ausgewählt – das ist Geschmacksache“, berichtet May. Die Größe der Ziegel sollten Bauherren und Sanierer auf die Dachfläche abstimmen. So passen auf eine kleine Dachfläche großformatige Dachziegel oder -steine optisch weniger gut. Pössl rät, sich zur Pflege traditioneller lokaler Stadtbilder an eine Ziegelart zu halten. «In NRW ist dies zum Beispiel die Rheinlandpfanne, in der Denkmalpflege sind es die klassischen Hohlpfannen.» Hinzu kommt: „Aufgrund fehlender Bauflächen stehen Wohnhäuser heute viel enger zusammen als früher. Mit vornehmer Zurückhaltung ist man hier besser beraten“, sagt er.

- Dachbegrünung: Flache Dächer lassen sich begrünen. Besonders sinnvoll sei das im innerstädtischen Bereich, um der Überhitzung der Städte entgegen zu wirken, erklärt Christian Anders vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Pflanzen kühlen die umgebende Luft ab und feuchten sie an. Ebenso reinigen sie die Luft von Staub und Schadstoffen. Weiterer Vorteil: Pflanzen, die Wasser aufnehmen oder zeitversetzt abgeben können, können Regenwasser auf dem Dach in gewissen Mengen zwischenspeichern, um so die Kanalisation zu entlasten. (dpa)

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So oft sollten Hausbesitzer ihr Dach begutachten

Hausbesitzer sollten das Dach prüfen - denn Stürme oder Gewitter können größere Schäden verursachen. Foto: Sven Hoppe/dpa/dpa-mag
Hausbesitzer sollten das Dach prüfen - denn Stürme oder Gewitter können größere Schäden verursachen. Foto: Sven Hoppe/dpa/dpa-mag
Schnee, Sturmböen, Regen - das Wetter kann Spuren am Haus hinterlassen. Nicht zuletzt am Dach. Vermeintlich kleine Schäden können mit der Zeit größere Probleme verursachen.

Ohne eine Reparatur besteht etwa das Risiko, dass nach heftigem Wind Dachziegel verrutschen und so Tauwasser, Regen und Schmutz ins Innere des Hauses dringen. Eine der möglichen Folgen: Schimmelbefall. Zudem sind lose Dachziegel eine Gefahr für die Allgemeinheit, schließlich können sie hinabstürzen und Menschen vor dem Haus verletzen. Dann kann es für Immobilienbesitzer teuer werden. Daher lohnt sich die regelmäßige Überprüfung des Dachs durch Profis. Ein Überblick dazu:

Wie oft sollten Hausbesitzer das Dach überprüfen?

Mindestens einmal jährlich lautet der gängige Tipp. Ratsam ist es außerdem nach Sturm, Hagel oder einem schweren Gewitter, erklärt Josef Rühle vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks.

Das hat seine Gründe: „Bei Sturmschäden müssen Hauseigentümer nachweisen, dass ein Fachbetrieb regelmäßig das Dach überprüft hat, sonst können sie haftbar gemacht werden“, sagt Marc Ellinger, Berater im Verband Privater Bauherren (VPB).

Kann man das selber machen oder müssen Profis ran?

Einmal jährlich den Handwerker bestellen, das muss keiner. Bei der Suche nach möglichen Schäden kann man sich erst mal selbst behelfen - mit guten Fotos einer Digitalkamera, die man am Computer-Bildschirm in Vergrößerung betrachtet. Vergleiche mit vorherigen Aufnahmen liefern Hinweise, ob die Dachdeckung Schäden oder Veränderungen aufweist. „Bei steiler geneigten Dächern reichen Fotos von unten“, erklärt Ellinger. Schwach geneigte Dächer sind indes je nach Gebäudehöhe von unten nicht ausreichend einsehbar, bei Flachdächern ist dies in der Regel gar nicht möglich. „Womöglich können Hausbesitzer dann Aufnahmen von den Dachgeschossen benachbarter Gebäude machen“, rät Ellinger. Alternativ geht das mit einer Drohne.

Können Hausbesitzer Reparaturen am Dach selbst erledigen?

Laien fehlt in aller Regel das Fachwissen, um Arbeiten akkurat ausführen zu können – das Dach muss schließlich hundertprozentig dicht sein. „Auch sollten Nicht-Fachleute die Gefahr nicht unterschätzen, vom Dach abzustürzen“, betont Ellinger. Daher sollten Hausbesitzer solche Reparaturen generell Fachleuten überlassen.

Wie teuer ist im Schnitt eine Dachwartung?

„Die Frage ist so nicht zu beantworten, da der Wartungsvertrag individuell mit dem Kunden vereinbart wird“, sagt Rühle vom Dachdecker-Verband. Ebenso stellt der zu erwartende Aufwand – abhängig vom Alter und damit vom Zustand der Dachdeckung oder der Dachabdichtung – eine individuell zu kalkulierende Größe dar.

Was gilt bei Solaranlagen auf dem Dach?

Nach einem Sturm oder einem schweren Gewitter empfiehlt sich ebenfalls ein gründlicher Check.

Auch hier kann man erst mal wieder selbst Bilder mit der Digitalkamera machen. Sollte es für die Sichtprüfung nötig sein, das Dach zu betreten, sollte ein Fachbetrieb beauftragt werden. „Denn beim Betreten des Dachs besteht die Gefahr, die Anlage schwer zu beschädigen“, warnt Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft. (dpa)

Bei der Aufsparrendämmung sollte der Profi ran

Wer sein Dach dämmt, spart Heizkosten. Nicht für jede Methode muss gleich der Profi ran. Foto: K. Remmers/dpa
Wer sein Dach dämmt, spart Heizkosten. Nicht für jede Methode muss gleich der Profi ran. Foto: K. Remmers/dpa
Hausbesitzer können ihr Dach in den meisten Fällen selbst dämmen. Das klappt bei sogenannten Unter- oder Zwischensparrendämmungen mit vergleichsweise geringem Aufwand, wie die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erklärt. Bei der Zwischensparrendämmung werden die Platten vom innenliegenden Dachraum aus zwischen die Holzbalken geschoben. Die Untersparrendämmung ist sinnvoll, wenn der Platz zwischen den Sparren nicht ausreicht. Die Isolierschicht reduziert dann die Raumhöhe unter den Dachschrägen. Beide Varianten lassen sich durchführen, ohne dass die bestehende Dacheindeckung mit Ziegeln entfernt werden muss.

Von einer Aufsparrendämmung sollten Laien dagegen absehen. Denn dazu muss man das Dach selbst begehen und es anschließend neu eindecken - eine Arbeit für den Profi, so die Verbraucherschützer. Diese Methode ist sinnvoll, wenn man den Raum unter dem Dach maximal ausnutzen möchte oder mehr Dämmstärke wünscht.

Bis zu 20 Prozent der Heizenergie kann den Angaben zufolge über ein schlecht oder gar nicht gedämmtes Dach aus dem Haus verloren gehen. (dpa)
Dachdeckermeister René Haase
Bodo Stoecker Dachdeckermeisterbetrieb
Maik Thiele
Zimmerei Mario Schulz
Dachdeckerei Eckner & Schreppel GbR
Dachdeckerbetrieb Heino Flauaus
M. Balewski
Stefan Noack
Frank Nachtigall Dachdeckerbetrieb
Dirk Zergiebel
Dachdecker Sell GmbH
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