Teilungsversteigerung Image 1

Recht Rechtsschutz - Oder-Spree

Teilungsversteigerung

Ein Ausweg für zerstrittene Erbengemeinschaft

Viele Erben, viel Streit? Eine Teilungsversteigerung kann da eine Möglichkeit sein. Foto: Andrea Warnecke/dpa-mag

2.03.2021

Um das Erbe bricht oft Streit aus. Ein Problem: Eine Erbengemeinschaft kann über die Verwendung einer Immobilie in der Regel nur einstimmig entscheiden. „Ein querulatorischer Miterbe kann den anderen das Leben zur Hölle machen“, sagt Anton Steiner, Fachanwalt für Erbrecht aus München.

Einen Ausweg gibt es aber: die Teilungsversteigerung. Dabei wird die Immobilie zwangsversteigert. Etwas Unteilbares, nämlich das Haus, wird in etwas Teilbares umgesetzt, nämlich in Geld. „Jeder Miterbe, egal wie groß sein Anteil ist, kann beantragen, dass die Immobilie, die ihm in der Erbengemeinschaft mitgehört, versteigert wird“, erläutert Steiner. Andere Mitglieder haben keine rechtlichen Möglichkeiten, das zu verhindern. Anlaufstelle für den Antrag ist das Versteigerungsgericht, eine Abteilung des örtlichen Amtsgerichts. Das Gericht wird in einem ersten Schritt einen Sachverständigen damit beauftragen, ein Gutachten zu erstellen und den Versteigerungswert festzusetzen.

Das kostet allerdings Geld. Neben Gerichtskosten muss auch die Arbeit des Sachverständigen und gegebenenfalls die des Anwalts bezahlt werden. Generell gilt: „Je wertvoller die Immobilie ist, desto höher sind die Kosten“, erläutert Jan Bittler, Rechtsanwalt aus Heidelberg. Ist der Antragsteller ohne Vermögen, kann er unter bestimmten Voraussetzungen Prozesskostenhilfe beantragen. „Die Zeit, in der der Antrag auf Teilungsversteigerung bei Gericht anhängig ist, können die Angehörigen einer Erbengemeinschaft dazu nutzen, eventuell doch noch zu einer Einigung zu kommen“, sagt Eberhard Rott, Fachanwalt für Erb- und Steuerrecht aus Bonn. Er ist Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Testamentsvollstreckung und Vermögensvorsorge.

Der Vorteil: „Der Antrag auf Teilungsversteigerung kann jederzeit wieder zurückgenommen werden“, sagt Bittler. Bleibt die Erbengemeinschaft weiter zerstritten, setzt das Gericht einen Termin fest, nachdem der Beschluss auf Teilungsversteigerung publik wurde.

Eines der größten Risiken bei der Versteigerung: Die Immobilie geht weit unter ihrem Wert weg. Um das zu verhindern, sollten Erben mitbieten, rät Rott. Bei der öffentlichen Versteigerung sollte daher unbedingt der Antragsteller anwesend sein.

Damit solcher Ärger nicht entsteht, können Erblasser Vorkehrungen treffen. „So kann er etwa eine Auseinandersetzung der Erben testamentarisch ausschließen“, erklärt Rott. Dazu kann ein Testamentsvollstrecker eingesetzt werden. „Der Erblasser kann aber auch die Weichen stellen, indem er eine Erbengemeinschaft erst gar nicht zulässt.“ Dann bekommt nur einer das Haus - und die anderen etwas Gleichwertiges. (dpa)
   

Abstandsfläche zum Nachbargrundstück

Falls keine Markierungen vorhanden sind, wird das Vermessungsamt das Grundstück vermessen und neue setzen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf etwa 1500 Euro und werden vom Antragsteller getragen.

Wichtig für eine Bebauung ist die Abstandsfläche. Jedes Gebäude muss einen Mindestabstand zum Grundstück des Nachbarn einhalten. In der Regel gilt, dass dieser mindestens drei Meter betragen soll. Dies variiert aber je nach Bundesland. Da die Abstandsfläche mit einer Formel berechnet wird, die die Wandhöhe des betreffenden Gebäudes als Grundlage hat, kann diese durchaus die drei Meter überschreiten. (pm/cr)

124.083c-6.281-23.65-24.787-42.276-48.284-48.597C458.781 64 288 64 288 64S117.22 64 74.629 75.486c-23.497 6.322-42.003 24.947-48.284 48.597-11.412 42.867-11.412 132.305-11.412 132.305s0 89.438 11.412 132.305c6.281 23.65 24.787 41.5 48.284 47.821C117.22 448 288 448 288 448s170.78 0 213.371-11.486c23.497-6.321 42.003-24.171 48.284-47.821 11.412-42.867 11.412-132.305 11.412-132.305s0-89.438-11.412-132.305zm-317.51 213.508V175.185l142.739 81.205-142.739 81.201z"/>