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Tag des Friedhofs

Natürlich erinnern

„Grüner Kulturraum Friedhof“ rückt stärker ins Bewusstsein

Orte der Trauer, aber auch Orte der Begegnung: Friedhöfe verstehen sich zunehmend als grüner Kulturraum ihrer Gemeinde. Foto: TagdesFriedhofs

22.09.2020

Für die Jahre 2020 und 2021 steht der bundesweit stattfindende Tag des Friedhofs am 20. September unter dem Motto „Natürlich erinnern“.

Friedhöfe sind ganz besondere Orte. Man kann dort nicht nur trauern und Trost finden – Friedhöfe bieten Ruhe und Raum zum Entspannen, lassen Menschen Hoffnung schöpfen und neuen Mut gewinnen. Trauernde finden hier einen geschützten Rahmen, um sich von den Verstorbenen zu verabschieden und um ihrer zu gedenken. Durch den Umgang mit Blumen und Pflanzen kann die Trauer besser verarbeitet werden, positive Gefühle, wie Wohlbefinden, Entspannung und Heimatgefühl können durch die Bewegung im „Grünen Kulturraum Friedhof“ ausgelöst werden.
    

So vielfältig wie Friedhöfe sein können, so vielfältig ist auch das Motto. Sie möchten wissen, was genau mit „Natürlich erinnern“ gemeint ist?

Friedhöfe sind vor allem bekannt als Orte der Stille und Erinnerung, aber auf ihnen finden auch Begegnungen und Gespräche statt. Hier wird oftmals neu Mut gefasst und Hoffnung geschöpft und ja, mitunter auch gelacht und sich an Schönes erinnert. Auf vielen Friedhöfen finden auch Veranstaltungen statt oder sie werden als außerschulische Lernorte von Schülerinnen und Schülern erkundet. Friedhöfe haben einen unschätzbaren Wert für Tiere, Pflanzen und Menschen.

Der Tag des Friedhofs soll genau auf diese Vielfältigkeit hinweisen. Dazu finden unter dem neuen Motto Projekte statt, die sich mit Bestattung, Tod und Trauer befassen. Andererseits werden fröhliche Kinderaktionen, Konzerte und Lesungen durchgeführt, denn es soll deutlich werden, dass ein Friedhof immer aufgesucht werden kann, wenn man sich vom stressigen Alltag erholen, eine ruhige Mittagspause verbringen oder einfach die Schönheit und die Ruhe des Ortes genießen möchte. Das Ziel des aktuellen Mottos ist, dass ältere Generationen und auch deren Kinder und Enkelkinder den Friedhof als schöne Begräbnis- und Erinnerungsstätte kennenlernen, wahrnehmen und besuchen.

Aufgrund der Corona Pandemie und den damit verbundenen Abstandsregelungen werden 2020 Veranstaltungen nicht unbedingt wie gewohnt stattfinden. Dennoch kann dieser Tag ein guter Anlass sein, den grünen Kulturraum Friedhof vor der Haustür zu erkunden. (bund-deutscher-friedhofsgärner)


Asche verstreuen

Einige Bundesländer erlauben die Ascheverstreuung auf einem Friedhof (Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen, Stand 2020). Jedoch bieten nur manche Friedhöfe diese Art der Aschebeisetzung an und das auch nur auf speziellen, eigens dafür vorgesehenen Grabfeldern. Die Verstreuung erfolgt durch Mitarbeiter des Friedhofs bzw. eines Bestattungsbetriebs. (ae)


Friedhof frei wählen

Grundsätzlich kann man den Friedhof frei wählen. Einen gesetzlichen Anspruch auf ein Grab hat man aber nur dort, wo man vor seinem Tod gemeldet war. Es gibt keine Verpflichtung für eine Friedhofsverwaltung, auch Auswärtige zu bestatten. In der Praxis ist das aber meist kein Problem. Unter Umständen sieht die Gebührensatzung jedoch Zuschläge für die Beisetzung Auswärtiger vor. (ae)


Sozialbestattung

Die Zahl der Anträge auf Übernahme der Bestattungskosten durch die Sozialämter nimmt zu. Wegen wachsender Altersarmut und Abhängigkeit von staatlichen Leistungen können Hinterbliebene die Kosten häufig nicht selbst tragen. In Großstädten wie Berlin beträgt der Anteil der Sozialbestattungen fast zehn Prozent. Das Sozialgesetzbuch regelt bundesweit, dass die nötigen Kosten von den Sozialhilfeträgern übernommen werden müssen. Die Ämter setzen jedoch unterschiedliche Maßstäbe an, welche Leistungen für eine Bestattung erforderlich sind. In extremen Fällen werden nur die Kosten einer Billigbestattung in einem anonymen Grab ersetzt. Strittig sind häufig Leistungen wie Grabschmuck, Trauerredner, Danksagungskarten oder Grabstein. (www.aeternitas.de)