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135 Jahre Meisterbetrieb Mahnke Handwerksbetrieb zwischen Tradition und Wandel

Michael Kraemer mit dem Meisterbrief, den der Sohn des Firmengründers im Jahr 1919 erhielt. Foto: Andrea Steinert
Michael Kraemer mit dem Meisterbrief, den der Sohn des Firmengründers im Jahr 1919 erhielt. Foto: Andrea Steinert

Max Mahnke gründete die Firma im Jahr 1884 / Sein Ururenkel Michael Kraemer ist seit 1998 Inhaber

Beeskow. Blechner, Flaschner oder Klempner - so bezeichnete man den Beruf, den Max Mahnke ausübte. Er war einer der Urgroßväter Michael Kraemers und gründete im Jahr 1884 seinen eigenen Betrieb in Beeskow. Zu dieser Zeit stellten Klempner noch Gegenstände aus Blech her. Wasseranschlüsse, Gas- oder Stromleitungen, die heute in jeder Wohnung zum Standard gehören, waren längst noch nicht überall vorhanden. Doch mit dem Einzug der Technik in die Häuser wurden auch Fachleute gebraucht, die Leitungen und Anschlüsse einbauen konnten. Klempner kannten sich mit der Verarbeitung von Blei aus, dem Material, aus dem die Rohre ursprünglich hergestellt wurden. So entwickelte sich aus der Tätigkeit des Klempners der Beruf des Gas- und Wasserinstallateurs. Mit Blech und Blei hat Michael Kraemer heute nichts mehr zu tun. Den Betrieb für Heizungs-, Sanitär-, Gas- und Wasserinstallation hat er 1998 im Alter von gerade einmal 24 Jahren von seinem Großvater übernommen.
  
Firmengründer Max Mahnke und seine Familie. Foto: Privat
Firmengründer Max Mahnke und seine Familie. Foto: Privat
„Eigentlich wollte ich Kfz-Schlosser werden“, erzählt Michael Kraemer. Zu seinem Opa habe er kein besonders inniges Verhältnis gehabt. Als Zehntklässler habe er aber in den Ferien bei ihm gearbeitet und dabei die Liebe für diesen Beruf entdeckt. Noch zu DDR-Zeiten begann er mit der Ausbildung, danach ging alles sehr schnell. Schon 1992 und damit ein Jahr nach seiner Gesellenprüfung begann er mit der Meisterschule. „In der Regel muss man dafür erst einige Jahre als Geselle gearbeitet haben“, erklärt Michael Kraemer, „aber ich habe eine Ausnahmegenehmigung erhalten, weil mein Großvater schon alt war und jemand den Betrieb übernehmen musste“. Die Meisterprüfung im Gas- und Wasserinstallateurhandwerk legte er im Juni 1997 ab, nachdem er zwischenzeitlich noch seinen Wehrdienst geleistet hatte. Seither hat er zwar schon zwei Lehrlinge ausgebildet, ist aber ein Ein-Mann-Betrieb ohne Angestellte geblieben. Zu seinen Auftraggebern gehören Privatleute aus der Region und Unternehmen wie etwa die Wohnungsbaugesellschaft Beeskow. Im Moment ist der Firmeninhaber hauptsächlich mit Renovierungsarbeiten beschäftigt, denn nach rund 30 Jahren müssen die Badezimmer vieler Kunden ebenso erneuert werden wie die veralteten Heizthermen. Büroarbeiten erledigt Michael Kraemer in der Regel am Wochenende an einem großen, alten Schreibtisch, der von einem Antiquitätenhändler stammt. Das gute Stück steht in seiner Wohnung, die zugleich Geschäftsadresse ist. Ursprünglich befand sich der Betrieb in der Bahnhofstraße, doch vor 15 Jahren hat Michael Kraemer ein altes Haus in der Fürstenwalder Straße gekauft und, mit viel Gespür für die historische Bausubstanz, renoviert. Im Nebengebäude auf dem Hof ist Platz für private Werkarbeiten. Der Urlaub bleibt meist auf der Strecke, aber das nimmt der Handwerksmeister eher gelassen hin. Für ihn gehört es zum Beruf, fast immer im Einsatz zu sein. „Neulich hat ein Kunde abends angerufen, weil Wasser aus seiner Heizung tropfte. Ich musste gleich dorthin fahren, sonst hätte ich nicht schlafen können“, erzählt Michael Kraemer.

Ganz hinten in einer Ecke steht noch eine alte handbetriebene Maschine zum Formen der Bleche. Sie ist ein Erinnerungsstück an vergangene Zeiten und wird heute nicht mehr verwendet. „Wir bauen für Trinkwasserleitungen nur noch Verbundrohre ein“, erklärt der Ururenkel von Max Mahnke. Diese bestehen aus Kunststoff und Aluminium, sind flexibel und gesundheitlich unbedenklich. (stt)
  
Meisterbetrieb Mahnke
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