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Lindis Brautmoden & Nähstübchen Das Jubiläum wird zum Abschied

Das Geschäft ist noch voller Kleider. Katja Petrick freut sich darauf, die Kundinnen noch bis 30. Juni mit Braut- oder Festmode einzukleiden. Fotos (2): Anne Bennewitz
Das Geschäft ist noch voller Kleider. Katja Petrick freut sich darauf, die Kundinnen noch bis 30. Juni mit Braut- oder Festmode einzukleiden. Fotos (2): Anne Bennewitz

Nach 30 Jahren schließt „Lindi`s Brautmoden & Nähstübchen“ am 30. Juni / Ausverkauf beginnt am Montag

Eisenhüttenstadt. Kleider, eines festlicher als das andere, füllen das kleine, von außen in Orange strahlende Geschäft von Katja Petrick und Mutter Gerlinde Grunwald bis in den letzten Winkel. Dazu Reißverschlüsse in allen Längen und Farben, Knöpfe, Garnspulen und und und. Und dann ist da noch die massive, 40 Jahre alte Nähmaschine. Sie ist inzwischen älter als der Laden der beiden Frauen, die mit „Lindi`s Brautmoden & Nähstübchen“ am 1. Juni 30. Jubiläum begehen. „Die Nähmaschine hat mich nie im Stich gelassen“, erzählt Gerlinde „Lindi“ Grundwald, die gerade aus einem grünen Kinder-T-Shirt mit Feuerwehrmotiv eine Mund-Nasen-Schutzmaske näht. „Wir haben in den letzten Tagen bestimmt 500 Masken genäht“, sagt Katja Petrick. „Diese hier ist für einen Affen“, meint Gerlinde Grunwald. Ein Opa habe für seinen Enkel eine Maske nähen lassen und gleich noch eine für das Lieblingsplüschtier des Jungen, klärt die gelernte Schneiderin auf. Wie in so vielen Geschäften herrschte auch bei „Lindi`s Brautmoden & Nähstübchen“ in den vergangenen Wochen kein normaler Betrieb. Das Geschäft musste aufgrund der CoronaPandemie geschlossen bleiben. In der Zeit hat das Nähstübchen aber Aufträge abarbeiten können. Dieser Geschäftszweig mache die Hauptarbeit aus, so Katja Petrick. Kunden bringen Hosen zum Kürzen, lassen einen neuen Kragen in die Lieblingsjacke einsetzen oder das Futter des Blazers erneuern, auch Blusen und Hemden müssen oft gekürzt werden, andere kommen mit Handtüchern zum Säumen, selbst Boxershorts und BHs bessern Gerlinde Grunwald und Katja Petrick für ihre Kunden aus. Es ist die Freude, Menschen durch Nähen glücklich machen zu können, die Maßschneiderin Katja Petrick an ihrer Tätigkeit so schätzt. „Wir reparieren und arbeiten um, bis alles perfekt sitzt und der Kunde strahlt“, sagt sie. Am Montag darf das Geschäft nach der langen Schließung wieder öffnen. Und dann beginnt auch der Ausverkauf. Denn schweren Herzens haben sich Tochter und Mutter dazu entschlossen, „Lindi`s Brautmoden & Nähstübchen“ zu schließen. Man könnte beinahe sagen, es lief zu gut. Es ist ein Full-Time-Job. Sieben Tage in der Woche nähen Katja Petrick und Gerlinde Grunwald, die auch eine „sehr fleißige Aushilfe beschäftigen“, für ihre Kunden. „Mutti möchte endlich in den wohlverdienten Ruhestand gehen“, sagt Katja Petrick. Sie selbst kann und möchte dieses dauerhaft hohe Pensum nicht weiter stemmen, und wird sich daher beruflich noch einmal neu orientieren. „Es fällt nicht leicht, nach all den Jahren, besonders meiner Mutter nicht“, so Katja Petrick. Schließlich ende ein großes Lebenswerk.
Damit das Geschäft bis zur Schließung am 30. Juni möglichst leer wird, gibt es all die Brautkleider, Abi- und Jugendweihekleider sowie festliche Abendgarderoben mit Rabatten ab 30 Prozent.

Lindi`s war das erste Brautmodengeschäft in Eisenhüttenstadt. Gerlinde Grundwald erkannte schnell, dass nicht nur ihr Nähstübchen, das sie am 1. Juni 1990 eröffnete, gefragt war, sondern auch ein Markt für Hochzeitskleider in der Stadt existierte. Anfangs verlieh sie Brautmoden, die Kollektionen waren noch nicht so groß. Das änderte sich rasch, so dass sogar ein Anbau an dem Geschäft in Schönfließ nötig wurde. 1996 stieg Tochter Katja Petrick mit ein, 2003 übernahm sie das Geschäft. Fest- und Abendmoden wurden ins Sortiment aufgenommen. 1998 richtete Lindi`s Brautmoden eine erste Hochzeitsmesse in Eisenhüttenstadt aus, es folgten noch sechs weitere mit jeweils etwa 28 Ausstellern, zum Beispiel in der Inselhalle und im Friedrich-Wolf-Theater. Es gab auch Rückschläge, unter anderem einen großen Einbruch in den 90er Jahren. Alle Kleider bis auf die roten wurden da gestohlen, auch die Kleidung der Kunden in der Änderungsschneiderei war weg. Aber man konnte sich wieder aufrappeln – dank der Treue der Kunden. Gerlinde Grunwald und Katja Petrick sind ihren Kunden überaus dankbar. „Wir sind mit ihnen alt geworden“, betont Gerlinde Grunwald. Allen Kunden danken sie an dieser Stelle ganz herzlich für die jahrelange Treue. Nicht vergessen zu erwähnen, möchten die beiden Frauen ihre „lieben Ehemänner“, denen sie „für die jederzeit fürsorgliche und tatkräftig Unterstützung“ ebenfalls aufs herzlichste danken. abe
     
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