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40 Jahre Schwimmhalle Eisenhüttenstadt Früher wie heute eine Freizeitoase

Das Inselbad wird auch gern von Schulen für den Schwimmunterricht genutzt, ebenso von Vereinen. Polizei und Bundeswehr haben hier Dienstsport. Foto: Archiv
Das Inselbad wird auch gern von Schulen für den Schwimmunterricht genutzt, ebenso von Vereinen. Polizei und Bundeswehr haben hier Dienstsport. Foto: Archiv

Früher wie heute eine Freizeitoase

Das Inselbad wurde vor 40 Jahren eröffnet / Nur noch wenige Relikte aus der Anfangszeit übrig

Eisenhüttenstadt. Die Schwimmhalle hat Geburtstag. Im Dezember vor 40 Jahren öffnete die Volksschwimmhalle auf der Insel ihre Pforten. Bis heute ist die Schwimmhalle, die seit der Wende den Namen Inselbad trägt, eine beliebte Freizeiteinrichtung bei Jung und Alt. Obwohl es schon seit den frühen 1950er Jahren im Rahmen eines Konzeptes für einen Sport- und Kulturpark Pläne für eine Volksschwimmhalle in Eisenhüttenstadt – damals noch Stalinstadt – gab, mussten die Stahlstädter bis 1978 ohne ganzjährigen Badespaß auskommen. Denn bis dahin gab es lediglich das Freibad in der Buchwaldstraße in Fürstenberg.
„Mal richtig abtauchen!“ war nach dem großen Umbau Ende der 1990er Jahre wieder möglich. Neueröffnung wurde am 1. April 2000 gefeiert.
„Mal richtig abtauchen!“ war nach dem großen Umbau Ende der 1990er Jahre wieder möglich. Neueröffnung wurde am 1. April 2000 gefeiert.
Zu den neuen Attraktionen seit 2000 gehört ein umfangreicher Freizeitbereich. Fotos (5): Privat
Zu den neuen Attraktionen seit 2000 gehört ein umfangreicher Freizeitbereich. Fotos (5): Privat
1975 wurde es dann konkret. Die Planungen für den Bau der Volksschwimmhalle begannen. Im Mai 1976 fuhr auf der Insel die erste Planierraupe vor. In einer Bauzeit von 31 Monaten entstand in der Folge „ein Schmuckstück des Sports und der Erholung“, wie die Zeitung Neuer Tag im Dezember 1978 anlässlich der Einweihung der Volksschwimmhalle schreibt. „Mit der Übergabe erfüllt sich für alle Bürger Eisenhüttenstadts ein lang gehegter Wunsch. Was hier mit dem Fleiß vieler geschaffen wurde, reiht sich ein in die Errungenschaften unserer Stadt“, zitiert der Neue Tag den Generaldirektor des Bandstahlkombinates Dr. Ing. Manfred Drodrowsky bei der Übergabe des Bades. „Wir hatten uns Großes vorgenommen und haben Großes vollbracht. Hut ab vor den Erbauern der Halle“, erklärte damals auch Genosse Siegfried Uhlig, der 1. Sekretär der SED-Kreisleitung, auf einem Empfang für die besten Bauarbeiter, von denen nicht wenige aus dem Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) und weiteren Betrieben des Kreises stammten. Fortan lud die Volksschwimmhalle dazu ein, Bahnen in dem 50-Meter-Becken zu ziehen oder sich in der Sauna zu entspannen. „Mitzubringen sind eine Badekappe, ein Handtuch, Seife und Badelatschen. Badebekleidung natürlich nicht vergessen“, empfahl der Neue Tag. Für 90 Minuten Bad- oder Saunabesuch hatten Erwachsene damals 2 Mark zu zahlen, der ermäßigte Preis lag bei 1 Mark. Drei Stunden Badevergnügen kosteten 3 Mark beziehungsweise ermäßigt 1,50 Mark.
Im Frühjahr 1976 begannen die Bauarbeiten für die Volksschwimmhalle auf der Insel.
Im Frühjahr 1976 begannen die Bauarbeiten für die Volksschwimmhalle auf der Insel.
In 31 Monaten Bauzeit ist die Schwimmhalle errichtet worden
In 31 Monaten Bauzeit ist die Schwimmhalle errichtet worden
Fast von Beginn an in der Schwimmhalle beschäftigt ist Sven Liefke, der heutige Badleiter. 1981 begann er nebenberuflich als Rettungsschwimmer in dem Bad zu arbeiten, seit 1990 ist er hier hauptberuflich tätig. Viele Veränderungen hat er seither erlebt. „Viel Originales ist nicht mehr vorhanden. Ja, man kann sagen das Inselbad wurde nahezu komplett überholt“, erzählt er. Das Geländer an der Treppe, das zum einstigen Café in der oberen Etage führt, sei noch aus den Anfangszeiten, ebenso ein paar Fliesen. Immer wieder habe es größere und kleinere Sanierungen beziehungsweise Umbauten gegeben. „Ein Bad unterliegt nun mal dem Verschleiß, schließlich hat es 365 Tage im Jahr geöffnet“, erklärt Sven Liefke. Auch geänderte hygienische Vorgaben und neue technische Standards machen Sanierungen erforderlich, fügt der Badleiter an. Eine große Sanierung hat es 1992/93 gegeben, bei der die „Technik auf West-Standard gebracht wurde“, wie Sven Liefke sagt, und die Empore mit Vitalsonne entstand. Eine nächste große Schließzeit mussten die Badegäste 1999/2000 in Kauf nehmen. Dafür präsentierte sich das Inselbad anschließend völlig neu. Es hatte einen Anbau erhalten, in dem sich der Freizeitbereich mit Riesenrutsche, Strömungskanal, Whirlpool und weiteren Attraktionen sowie Gastronomie befindet, auch das Außenbecken kam in dieser Zeit hinzu.. In der Tiefgarage entstehen Pkw-Stellplätze. Die Mietpreise liegen zwischen acht und 9,50 Euro pro Quadratmeter. Die ersten Mietverträge seien bereits geschlossen, erklärte Nicole Krupski von der FS Hausverwaltung Templin, die mit der Vermarktung beauftragt ist, am Rande. Unter den Interessenten seien auch viele Eberswalder.
Lange mussten die Stahlstädter auf eine Schwimmhalle warten. Eröffnet wurde sie im Dezember 1987.
Lange mussten die Stahlstädter auf eine Schwimmhalle warten. Eröffnet wurde sie im Dezember 1987.
Etwa 130000 Gäste begrüßt das Inselbad jährlich. Bei den Besuchern wollen sich die Stadtwerke, seit 2015 Betreiber, mit einer Geburtstagsaktion im Januar bedanken. abe

Das Inselbad heute

Wasserwelt
25-Meter-Schwimmbecken mit 8 Bahnen (28 °C), Nichtschwimmerbecken mit Rutsche (28 °C), Kleinkinderbecken (33 °C), Lagunenpool mit Strudelliegen (32 °C), Strömungskanal, 2 Whirlpools (33 °C), 50-Meter-Riesenrutsche, am Wochenende, in den Ferien und an Feiertagen große Aufblaskrake im Schwimmerbecken

Sauna
Dampfbad, traditionelle Finnsauna, Bio-Fire-Sauna Kurse/Abzeichen Schwimmunterricht für Kinder ab 6 Jahre zweimal in der Woche über insgesamt 16 Stunden, ganzjährig Prüfungsabnahme für Schwimmabzeichen

Gastronomie
Bistro „Störtebeker“ mit Angeboten von der Bockwurst über Pommes Frites und süßen Speisen bis zum Eis

Außenanlage
Freibecken, Spielplatz, Tischtennisplatten, Beach- Volleyball-Feld, große Liegewiese
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