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Strausberger Stadtkalender Löschmittel aus den letzten 200 Jahren

Rainer Heiden (l.) und Manfred Karsch freuen sich bereits darauf, wenn das Feuerwehrmuseum auch wieder Besucher hereinlassen darf. Fotos: Elke Lang
Rainer Heiden (l.) und Manfred Karsch freuen sich bereits darauf, wenn das Feuerwehrmuseum auch wieder Besucher hereinlassen darf. Fotos: Elke Lang

Das kleine Feuerwehrmuseum in Görsdorf wird liebevoll von einer Interessengemeinschaft gepflegt

Görsdorf. Bereits am 4. April hätte das Görsdorfer Feuerwehrmuseum wieder seine Pforten öffnen wollen. Seit seiner Einweihung 2017 steht sonst von April bis Oktober immer am ersten Sonnabend im Monat eines der 17 Mitglieder der 2015 gegründeten Interessengemeinschaft Feuerwehrmuseum Görsdorf e.V. bereit, um die Exponate sachkundig zu erklären. Ein Besuch des „kleinsten Museums“ lohnt sich trotzdem. Da es an dem Radweg Königs Wusterhausen, Wolzig, Selchow, Schwerin und weiter in die Lausitz liegt, kommen auch in Corona-Zeiten viele Zweiergruppen vorbei, packen am Rastplatz daneben ihren Imbiss aus und informieren sich durch die Scheiben, „welche Löschmittel die Freiwillige Feuerwehr Görsdorf in den letzten 200 Jahren, angefangen vom Löscheimer, verwendet hat“, erläutert Manfred Karsch von der Interessengemeinschaft. Auf Knopfdruck kann eine Diashow abgerufen werden, welche die Entstehung dieses Museums darstellt.
     
Beliebtes Fotomotiv: Auf das Fundament einer alten Arrestzelle stieß man beim Wiederaufbau nach 2012.
Beliebtes Fotomotiv: Auf das Fundament einer alten Arrestzelle stieß man beim Wiederaufbau nach 2012.
Den Anstoß, das alte, vermutlich 1857 im Zusammenhang mit dem Erwerb einer fahrbaren Feuerwehrspritze errichtete Spritzenhaus zu erhalten, hatte der einstige Ortsvorsteher Wilfried Lengert gegeben. „Im Ort sind kaum noch Feldsteinbauten vorhanden“, bedauerte er. „Es wäre schade drum, wenn die Ruine des Bauwerks, in dem gespaltener Schweden-Granit aus der Eiszeit vorhanden ist, abgerissen würde.“ 2012 begannen Görsdorfer Enthusiasten mit dem Wiederaufbau. Dann wurde das Fundament der Arrestzelle gefunden und wieder eine angebaut. Ältere Gördorfer wissen noch, dass sie mit einer schweren Eichentür verschlossen wurde. Heute ist ein Gitter davor, und eine Puppe in Sträflingskleidung sitzt drin. „Die Leute kommen und fragen: Können wir uns mal für ein Foto daneben setzen“, lacht Rainer Heiden, der Leiter der Interessengemeinschaft. In Eigenleistung wurde schließlich im letzten Jahr ein Holzschuppen angebaut, um einen Tragkraftspritzenanhänger von 1981 unterzubringen. „Ich stehe als Ortsvorsteher voll hinter den Aktivitäten um das Feuerwehrmuseum“, betont Hans-Werner Bischof. „Es ist eine Attraktion und ein touristisches Highlight für Görsdorf und die Stadt Storkow.“ So hat der Ortsbeirat 800 Euro für den Schuppen aus seinem Eigenbudget beigesteuert. Auch die Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr und ihrer Jugendabteilung klappt. „Wir sehen uns als dritte Säule der Freiwilligen Feuerwehr Görsdorf“, sagt Manfred Karsch, „und wollen ihr Erbe und ihre Geschichte würdigen.“ Gegründet wurde sie 1930, und 1964 bekam sie ihr neues Gerätehaus, womit das alte Spritzenhaus ausgedient hatte. Zu sehen sind in ihm Pumpen, alte Schläuche, Werkzeuge, Uniformen ab 1960, „zum größten Teil von den Dorfbewohnern getragen“, merkt Rainer Heiden an. Spenden von Exponaten kamen aber auch aus Schwerin, Philadelphia, Kummersdorf und Wolzig. Als nächstes soll in dem Ausstellungsraum eine Löschstrecke aufgebaut werden von der Pumpe über Schläuche und Verteiler bis zu verschiedenen Spritzentypen. „Wir haben noch Arbeit für drei bis fünf Jahre“, lächelt Manfred Karsch durchaus zufrieden. el
  
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