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Azubi-Börse - Fürstenwalde Ohne schlechte Ausreden durchs Studium

Wenn die Hausarbeit nicht rechtzeitig fertig wird, tischen Studenten ihren Dozenten manchmal die wildesten Ausreden auf. Dabei gilt auch an der Hochschule: Ehrlich währt am längsten. Foto: Westend61/dpa-mag
Wenn die Hausarbeit nicht rechtzeitig fertig wird, tischen Studenten ihren Dozenten manchmal die wildesten Ausreden auf. Dabei gilt auch an der Hochschule: Ehrlich währt am längsten. Foto: Westend61/dpa-mag

Verpasste Abgabefristen, ständiges Zuspätkommen: Bei Missgeschicken sind Studierende meist nicht um eine Ausrede verlegen. Fast jeder Dozent hat eine Anekdote zu kreativen Ausflüchten an der Uni zu erzählen. Zum Beispiel, wenn es um das Verschieben von Referaten geht: „Vor Jahren sagte eine Studentin ihr Referat in meinem Blockseminar ab: Jemand, der ihr sehr viel bedeutet habe, sei verstorben.

Es stellte sich heraus, dass sie Michael Jackson meinte, und es ihr ganz ernst damit war“, berichtet Miloš Vec vom Lehrstuhl für Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Universität Wien. Doch wie kommt man möglichst ohne peinliche Notlügen wieder aus einer verzwickten Situation? In den meisten Fällen gilt: Ehrlich währt am längsten. 

Etwa, wenn man zu spät zum Seminar kommt: „Idealerweise entschuldigt man sich kurz, gegebenenfalls mit einer plausiblen Begründung“, rät die Kommunikations- und Kniggetrainerin Susanne Lührmann. Dann sollte man sich still und leise auf seinen Platz setzen - ohne seinem Nachbarn die Geschichte des Zuspätkommens aufzudrängen.

Daneben lautet die goldene Regel: Niemals Kommilitonen mit ins eigene Dilemma ziehen. Wer seine Fehler auf andere schiebt, macht meist alles nur noch schlimmer: „Haben Studierende einen Fehler gemacht, sollten sie dazu stehen und nicht beginnen, sich zu rechtfertigen“, erklärt Susanne Lührmann. Das bestätigt auch Miloš Vec: „Fehler können passieren. Die Chance, dass sie verziehen werden, kann durchaus durch eigenes Verhalten gesteigert werden.“

Wichtig zu wissen: Wenn Studierende gute Gründe haben, eine Abgabe zu verschieben, etwa weil sie krank sind, sollten sie den Dozenten rechtzeitig informieren und ein entsprechendes Attest beim Prüfungsamt einreichen. (dpa)

Gut zu wissen

Blödeleien von Azubis gelten nicht immer als ArbeitsunfallBlödeleien von Azubis gelten nicht immer als Arbeitsunfall

Späße am Arbeitsplatz können Azubis ihren Unfallversicherungsschutz kosten. Darauf weist die Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro, Medienerzeugnisse (BG ETEM) hin. Beispiel: Bewerfen sich Azubis mit Schrauben, dann liege im Fall einer Verletzung nicht zwangsläufig ein Arbeitsunfall vor. Sich mit Schrauben zu bewerfen gehöre sicher nicht zu den Ausbildungstätigkeiten und sei verboten. Bei einem verbotenen Verhalten erlischt nicht generell der Versicherungsschutz. Es kommt auch auf die Reife des Mitarbeiters an - also darauf, ob er die Gefahr seines Handelns und die Gruppendynamik einschätzen kann, erklärt die Berufsgenossenschaft in ihrer Zeitschrift „Arbeit & Gesundheit“ (Ausgabe 5/2018). (dpa)

Vom Autoschrauber zum Multitalent

Kfz-Mechatroniker sind gefragt

Keine reine Schrauberei: Kfz-Mechatroniker wie Andreas Batki (l, mit Ausbilder Florian Pachur) müssen auch sicher mit Computern umgehen können. Fotos: Jörg Koch/dpa-mag
Keine reine Schrauberei: Kfz-Mechatroniker wie Andreas Batki (l, mit Ausbilder Florian Pachur) müssen auch sicher mit Computern umgehen können. 
Fotos: Jörg Koch/dpa-mag
Sie arbeiten in Werkstätten, bei Händlern und in Fabriken und kümmern sich dort um Autos und Motorräder: Kfz-Mechatroniker sind Multitalente. „Der Beruf ist 2003 aus den Berufen Kfz-Mechaniker und Kfz–Elektriker entstanden“, sagt Birgit Behrens, Geschäftsführerin für Berufsbildung beim Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Die Berufe zu trennen, war irgendwann nicht mehr sinnvoll, sagt sie. Denn Autos sind heute komplexe Systeme, in denen Mechanik und Technik eng verzahnt sind.

Am Anfang ihrer Ausbildung arbeiten angehende Kfz-Mechatroniker bei BMW meistens unter Anleitung. Hier zeigt Ausbilder Florian Pachur (l) Azubi Andreas Batki, wie man die Klimaanlage eines BMW X2 betankt.
Am Anfang ihrer Ausbildung arbeiten angehende Kfz-Mechatroniker bei BMW meistens unter Anleitung. Hier zeigt Ausbilder Florian Pachur (l) Azubi Andreas Batki, wie man die Klimaanlage eines BMW X2 betankt.
Das erlebt Andreas Batki jeden Tag bei der Arbeit. Der 21-Jährige arbeitet bei BMW, ganz klassisch am Band in der Produktion, und in der Entwicklung - beim Motorenbau oder im Windkanal. „Ich habe mich schon immer für Autos interessiert, da lag die Ausbildung nahe“, erzählt er. Entscheidend für die Wahl des Ausbildungsbetriebs war der Wohnort: „Ich bin auch in der Nähe von München aufgewachsen, da hat man ohnehin schon immer einen Bezug zu BMW.“ Alternativen hätte es viele gegeben - überall, wo an Fahrzeugen gearbeitet wird. Die Anforderungen an Azubis gleichen sich unabhängig vom Arbeitgeber: „Besonders wichtig ist, dass die Azubis sauber arbeiten, gerade in der Produktion“, sagt Florian Pachur, Batkis Ausbilder bei BMW. „Wenn es zum Beispiel um die Elektrik geht, dann muss jedes Kabel genau richtig sitzen.“ Hinzu kommen ein gewisses technisches Grundverständnis und analytische Fähigkeiten - Birgit Behrens spricht da vom „diagnostischen Denken“. So nennt sie das Talent, Probleme zu finden und Lösungen zu entwickeln.

Nicht nur Diesel und Benzin: Zur Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker gehören heute auch Elektro-Fahrzeuge. Mit diesem Gerät lernt man, wie die Fehlerdiagnose bei solchen Autos funktioniert.
Nicht nur Diesel und Benzin: Zur Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker gehören heute auch Elektro-Fahrzeuge. Mit diesem Gerät lernt man, wie die Fehlerdiagnose bei solchen Autos funktioniert.
Die meisten Unternehmen finden ihre Azubis nicht in Bewerbungsmappen, sondern über Praktika. „Da kann man nicht nur schauen, ob jemand das diagnostische Denken beherrscht, sondern man sieht auch, wie gut jemand in ein Team passt“, sagt Behrens. „Wenn das Praktikum gut läuft, kann das auch mal eine Vier in Mathe ausgleichen, das ist dann im Vergleich dazu nicht so wichtig.“

Dennoch: Ein Selbstläufer ist die Suche nach einem Ausbildungsplatz nicht, im Gegensatz zu vielen anderen Jobs und Branchen, die unter einem Fachkräftemangel leiden. Wer mit der Ausbildung liebäugelt, sollte sich rechtzeitig um Praktika bemühen.

Ist die Ausbildung geschafft, ist der Job relativ sicher. Denn viele Unternehmen bilden natürlich aus, um sich die später hart umkämpften Fachkräfte zu sichern. „Nach Ablauf der Probezeit haben unsere Azubis eine Übernahmegarantie“, sagt Florian Pachur. Und auch jenseits des Münchener Herstellers sieht es kaum anders aus, sagt Behrens. „Die Übernahmequoten sind später sehr hoch.“

Auch Weiterbildungschancen gibt es zur Genüge - zum Meister etwa, den bei BMW fast alle Azubis irgendwann machen. Auch Techniker oder Elektro-Fachkraft können fertige Kfz-Mechatroniker werden. Und natürlich lässt sich auch ein technisches Studium anhängen, um bestimmte Kenntnisse zu vertiefen. (dpa)

Wer als Auszubildender in einem Feedbackgespräch Kritik zu hören bekommt, sollte die Aussagen ernst nehmen und nicht beleidigt reagieren. Das rät die Bundesagentur für Arbeit in ihrem Berufswahlmagazin auf Planet-Beruf. de. Wie klappt das am besten? Auszubildende können sich zum Beispiel die Kritikpunkte notieren, um später in Ruhe darüber nachzudenken. Wer etwas nicht nachvollziehen kann, sollte nachfragen - vielleicht kann der Vorgesetzte oder der Ausbilder seine Argumente anhand eines Beispiels deutlich machen.

Auch wenn die Rückmeldung nicht konstruktiv ist, lohnt es sich, nachzuhaken. So können Auszubildende den Chef zum Beispiel um konkrete Vorschläge dazu bitten, wie sie sich in einem kritisierten Punkt verbessern können. (dpa)
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