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Mein Eden Zwischen Obstbäumen und grünen Hecken

Gemeinsamer Boden wird in Erbbaupacht vergeben / Lange Warteliste für unbebaute Grundstücke / Ökologie liegt im Trend

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Natur pur, große Bäume, Blumen in voller Blüte, im Hintergrund ein Gewächshaus: ein typischer Garten in Oranienburg-Eden. Der zentrale Gedanke der Siedler: Der Boden gehört allen gemeinsam. Das ist in Eden auch heute noch der Fall. Die Genossenschaft besitzt etwa 120 Hektar eigenen Grund und Boden und vergibt davon große Grundstücke vorrangig in Erbbaunutzung an ihre Genossenschaftsmitglieder. „Unbebaute Grundstücke sind derzeit komplett vergeben, es gibt eine lange Warteliste“, weiß Gabriele Haake, Geschäftsführerin der Eden eG.

Die Ur-Edener wollten ihre lebensreformerischen Gedanken vor mehr als hundert Jahren so ausleben, wie sie es in der Großstadt nicht konnten. Kunst, Kultur, Bildung und Erziehung sollten nach ihren Vorstellungen erfolgen. Alkohol und Tabak wurden strikt vermieden. Besucher wurden gebeten, nicht zu rauchen, damit der Jugend kein schlechtes Beispiel gegeben werde.

Noch heute sieht die Siedlungsordnung vor, dass die Nutzung des Grundstücks in erster Linie einer ökologischen Bau- und Lebensweise entsprechen soll, auch wenn sie im Laufe der vielen Jahre zeitgemäßer und moderater geworden ist. „Ganz praktisch heißt das zum Beispiel, dass sich auf jedem Grundstück pro 1 000 Quadratmeter mindestens acht Obstbäume befinden müssen oder zur Begrenzung des Grundstücks bevorzugt eine Hecke zum Einsatz kommen sollte“, erklärt Gabriele Haake. Natur- und Umweltschutz werden großgeschrieben, so sind auch chemische Mittel zur Unkrautbeseitigung in Eden streng verboten. „Bio“ und „Öko“ liegen voll im Trend. Durch Aussteiger und Selbstversorger mit alternativen Lebensentwürfen ergeben sich auch für Siedlungen wie Eden viele Entwicklungsmöglichkeiten. Die Geschichte zeigt eine historische Ausstellung. (Quelle: Stadt Oranienburg)
             

Kontakt zur Verwaltung

• Sitz: 16515 Oranienburg, Schlossplatz 1: (03301) 600-0
www.oranienburg.de
• Bürgermeister ist Alexander Laesicke (parteilos): Sekretariat: (03301) 600-5
• Bürgeramt Schloßplatz 1, Haus II, Erdgeschoss, Haupteingang: (03301) 600 640
• E-Mail: buergeramt@oranienburg.de
Montag: 9 bis 14 Uhr
Dienstag: 9 bis 18 Uhr
Mittwoch: 9 bis 14 Uhr
Donnerstag: 9 bis 18 Uhr
Freitag: 7 bis 12 Uhr
• Schiedsstelle: Die Schiedsstelle der Stadt Oranienburg hat ihren Sitz über der Stadtbibliothek, Schloßplatz 2, 2. OG, Büro 39, Eingang von der Neringstraße aus, Telefon (03301) 600 81 56, zu erreichen. Für Eden ist die Schiedsstelle Oranienburg I zuständig: Reinhard Graßnick; Sprechzeiten: jeden 1. Montag im Monat von 17 bis 19 Uhr
• Stadtwehrführer Oranienburg: Sven Marten
• Vereine und Einrichtungen:
- Musikwerkstatt Eden, Struveweg 502: (03301) 573 31 90
- Kindergarten Eden, Struveweg 102A: (03301) 57 92 67
- Eden Gemeinnützige Obstbau Siedlungs eG, Struveweg 501: (03301) 523 26
- Kulturverein Alte Mosterei, Vorsitzende Annett Plaethe, (03301) 57 34 23, Führungen, Rainer Goedde: (0170) 902 69 08
- Kinderschule Oberhavel, Anikke Knackstedt, Andrea Mischke Elterninitiative Selbsthilfe: (03301)20 45 87 oder kinderschuleoberhavel@t-online.de
- Tauchsportclub Eden, Kurzer Weg 3; Vorsitzender: Maik Nagorski
- Turn- und Sportgemeinschaft Eden Vorsitzender: Thomas Kober, Baltzerweg 51: (03301) 53 62 93
- Snookerverein, Vorsitzender Dieter Nitze, Vereinsheim Germendorfer Allee 20: (0152) 06 42 44 98
http://www.snookerverein-oranienburg.de

Eden auf einen Blick

1 950 Menschen leben, arbeiten, spielen und lernen in etwa in Eden. 650 Erbbaurechts-, Pacht-, Gewerbe und Wohnungsmietverträge bestehen, viele Familien leben seit mehreren Generationen in dem Oranienburger Ortsteil. Seit 124 Jahren steht das älteste Wohnhaus, 125 Jahre alt ist das Genossenschaftshaus, 4 500 Obstbäume und 2 650 Sträucher gibt es hier schätzungsweise. (Quelle: Stadt)

Reformbutter aus Eden

Großstädter gründeten im Jahr 1893 „Vegetarische Obstbau-Kolonie“ bei Oranienburg

18 Frauen und Männer waren es, die 1893 die „Vegetarische Obstbau-Kolonie Eden“ gründeten. Die Idee zu dieser deutschlandweit ersten Siedlung basierte auf der „Lebensreform“ – einer Bewegung, die im 19. Jahrhundert die Industrialisierung kritisierte und stattdessen auf eine großstadtferne, gesunde Lebensweise in Einklang mit der Natur setzte.
        
Bis zum Jahr 1900 bauten die Lebensreformer in Eden mehr als 30 Siedlungshäuser und pflanzten unter anderem 15 000 Obstbäume, 50 000 Beerensträucher sowie 200 000 Erdbeerpflanzen. Früchte wurden zu Säften und Marmeladen verarbeitet und verkauft. In Eden wurde die erste rein pflanzliche Margarine erfunden, die als „Eden Reformbutter“ schnell auf vielen deutschen Frühstückstischen ihren Platz fand.

Das Treiben auf einer sogenannten Wertmesse im Juni 1914 beschrieb ein Zeitgenosse folgendermaßen: „Auf dem Spielplatz, vor dem Genossenschaftshaus aber hatte des Weiteren Bude an Bude sich gereiht: Edener Obsterzeugnisse, unsere Konsumabteilung mit ihren zahlreichen Wertartikeln, Kiels Fleischersatz, Tomys‘ Reformschuhwerk, Bunzlauer Tonwaren und die Erzeugnisse einer märkischen Kunsttöpferei waren zur Schau und zum Kauf gestellt. Auch eine Bude mit Edener Schriftwerk insbesondere der Schriften von Silvio Gesell und Simons fehlte nicht. Viele Hunderte von Freunden der Kolonie und ihrer Wertarbeitsbestrebungen waren gekommen. Besonders viel Wandervögel und deren Angehörige und auch viel Landvolk, und die Mühe der Vorarbeitenden fand reichen Lohn.“

Ein Höhepunkt in der Geschichte der Siedlung war die Ausrichtung des 8. Internationalen Vegetarierkongresses vom 9. bis zum 14. Juli 1932, organisiert vom Sekretär und Sprecher der Genossenschaft Karl Bartes. Die Tagungsgäste reisten aus zwölf Nationen an.

Seit 1990 agiert die Siedlung wieder unter dem Namen „Eden Gemeinnützige Obstbau-Siedlung eG“ in Oranienburg.

Quelle: Archiv der deutschen Jugendbewegung, Witzenhausen Archivfoto: AdJb, F 1_475_420
           

Der Garten Eden

Den Namen für die Siedlung fand die Frau des ersten Geschäftsführers, Bruno Wilhelmi, als sie eines Abends mit den Gedanken an die zu gründende Siedlung schlafen ging. Mitten in der Nacht schreckte sie der Überlieferung nach auf, weckte ihren Mann und sagte: „Jetzt weiß ich wie unsere Siedlung heißen soll: Eden! Wie das Paradies! Wir wollen uns doch ein kleines Paradies schaffen!“ „Eigentlich könnte Eden ein eigenes Dorf sein. Es fehlt nur der Tante-Emma-Laden“, schmunzelt Gabriele Haake. Auf die Frage, wo sie Eden in 50 Jahren sieht, weiß die heutige Vorsitzende der Genossenschaft sofort eine Antwort: „An derselben Stelle.“ Und weiter: „Als Wohnsiedlung mit einer eigenen Infrastruktur, sanierten und ökologisch verkehrsberuhigten Straßen, einem genossenschaftlichen, traditionsbewussten Generationsleben und, wo Ersatzpflanzungen für gefällte Bäume, Obstbäume sind.“ Von deren Früchten könnten die Behälter der alten Mosterei wieder befüllt werden und guten Saft aus dem Paradies liefern. „Eine entwickelte, florierende Mosterei als Senioren- oder Generationenpark, das würde ich mir für Eden wünschen“, erhofft sich die Genossenschaftsvorsitzende eine Wiederbelebung des früheren Mostereigeländes am Struveweg. In Eden gibt es einen Kulturverein, eine Schule, einen Kindergarten und die Musikwerkstatt. Auch Ärzte, eine Praxis für Physiotherapie und ein Kosmetikstudio sowie zahlreiche kleinere Unternehmen.

Termine

► Tag der Offenen Gartenpforten: 25. August, 10 bis 18 Uhr
► Kunsttour in Eden: 8. September. Edener Künstler öffnen ihre Werkstätten, Ateliers und Gärten zwischen 11 und 18 Uhr
► Apfelfest: 22. September
► Treffen der Gartenfreunde: Montag, 19. August, 16. September, 21. Oktober
► Eden-Café im Presshaus der ehemaligen Mosterei, Struveweg 503: Öffnungszeiten immer sonntags von 14 bis 17 Uhr, ausgenommen sind Feiertage, Ferien und Wochenenden mit Brückentagen
► Tag der offenen Tür, Musikwerkstatt Eden, Struveweg 502: 22. September, 12 bis 17 Uhr, 15 Uhr Konzert

www.eden-eg.de
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