Die guten Vorsätze beziehen sich meist auf Angewohnheiten, die man schon lange pflegt und die sich nur mit einiger Anstrengung ändern lassen. Sonst wäre für eine Veränderung gar kein guter Vorsatz notwendig, sondern man würde es einfach tun. Aber langjährige Lebensgewohnheiten zu ändern ist nicht leicht. Wer verzichtet schon gerne auf lieb gewonnene Rituale? Nach einem anstrengenden Tag muss es auch erlaubt sein, sich faul vor den Fernseher zu setzen oder sich auch abends noch etwas Süßes zu gönnen.
Gleichzeitig werden häufig die Ziele einfach zu hoch gesteckt. Das ist meistens schon der Anfang vom Ende. So schnell wie man es gerne hätte, zeigen bspw. Sportaktivitäten keine Ergebnisse. Möglichst sofort sollen der Bauch flach, die Oberschenkel straff und die Kondition verdoppelt sein. Zu großer Ehrgeiz gepaart mit zu wenig Geduld führen schnell zu Überforderung und Frustration. Die Überzeugung reift, dass die Anstrengungen sich doch nicht lohnen. Wer zu viel von sich erwartet, wird sich selbst enttäuschen: Der Vorsatz „ab morgen gar keine Schokolade mehr zu essen“ ist eher zum Scheitern verurteilt, als wenn man sich vornimmt, nach und nach die Menge zu reduzieren.
Erschwert wird ein Veränderungsprozess oft durch ein Phänomen, das man die „eingebaute Misserfolgsfalle“ nennt: Der Elan für gute Vorsätze schwindet oftmals schnell und sogar dringend notwendige Veränderungen werden nicht umgesetzt. Wer sich zu viel auf einmal vornimmt, ohne sich über die dafür notwendigen Verhaltensänderungen Gedanken zu machen, fühlt sich meist nach kurzer Zeit überfordert und gibt die Vorsätze rasch wieder auf. Je häufiger man seine Vorsätze nicht umsetzen kann und „versagt“, umso weniger glaubt man daran, dass man selbst überhaupt zu einer Verhaltensänderung fähig ist. Man gerät in einen Teufelskreis.
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