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Beruf & Bildung Krise als Chance sehen

Während in der Corona-Krise vieles stillsteht, können künftige Schulabsolventen die Zeit nutzen, um sich über ihre Berufswünsche klar zu werden. Foto: Christin Klose/dpa-mag
Während in der Corona-Krise vieles stillsteht, können künftige Schulabsolventen die Zeit nutzen, um sich über ihre Berufswünsche klar zu werden. Foto: Christin Klose/dpa-mag

Berufspläne schmieden in Corona-Zeiten

Hotelmanagement studieren? Ein freiwilliges soziales Jahr im Theater? Work und Travel im Ausland? Nicht wenige Zukunftspläne von Schülern scheinen sich in Corona-Zeiten in Luft aufzulösen. Wenn ausbildende Unternehmen vor existentiellen Herausforderungen stehen und Grenzen genauso geschlossen bleiben wie Hochschulen - wie sollen sich Schulabsolventen dann aktuell darüber klar werden, wie es nach dem Abschluss weitergehen soll?

In der aktuellen Situation herrsche vor allem Ziellosigkeit und wenig Überblick, bestätigt Berufsberater Johannes Wilbert. „Diese Unsicherheit wird nur noch verstärkt durch Fragen wie: Mache ich überhaupt Abi? Und wann? Da wird den jungen Erwachsenen die Perspektive genommen“, sagt der Leiter des Instituts zur Berufswahl in Wetter an der Ruhr.

Schüler sollten sich seiner Empfehlung nach aber dennoch mit der Frage „Wie geht es jetzt weiter?“ beschäftigen. Dazu müssen sie herausfinden, was sie eigentlich gut können, was sie beruflich erreichen wollen und wo ihre Bedürfnisse und Interessen liegen. Diesen Prozess der Orientierung vergleicht Wilbert mit dem Einsatz eines Navi-Geräts. „Wenn ich meinen Standort nicht kenne, kann ich auch keine Route einschlagen“, sagt Wilbert.

Wer sich über seine Interessen klar geworden ist, sollte im nächsten Schritt überlegen, wo sich diese Interessen beruflich einsetzen lassen.

Wo Praktika aktuell nicht möglich sind, hat diese Strategie sogar einige Vorteile gegenüber den Schnuppertagen im Betrieb. „Wenn ich als Praktikant den Vorgesetzten frage, ist der womöglich nicht ganz ehrlich, zum Beispiel wenn es um die Schattenseiten eines Berufs geht.“

Ein Karrierenetzwerk aber könne eine neutrale Plattform sein, um Fragen zu stellen, die man sonst vielleicht nicht stellen würde. „Das trägt zur Entscheidungsbildung bei“, sagt Wilbert.

Von der wirtschaftlichen Unsicherheit sollten sich künftige Schulabsolventen nicht verrückt machen lassen, so der Berater. „Die Krise wird auch ein Ende haben.“ Wer gut aufgestellt und motiviert ist, müsse sich keine Sorgen machen.

In der aktuellen Situation brauche es vor allem Geduld. Und die sollte man darauf richten, herauszufinden, was man wirklich möchte. Wer sich nur darauf konzentriert, wo jetzt oder in ein paar Wochen und Monaten in der Krise noch Arbeit gebraucht wird, der gebe sich zu sehr seiner Angst hin - und verzerrt womöglich auch die Entscheidung zur Berufswahl. „Und die Angst raubt letztendlich die Kraft.“

Wilbert sieht die Phase, in der alle gezwungen sind, außerhalb der gewohnten Strukturen zu leben, vielmehr als Chance. Anstelle eines Tags der offenen Tür an der Hochschule, der zur Zeit nicht möglich ist, könne man die Informationen nutzen, die das Internet bietet.

Auch hier bietet sich wieder die Möglichkeit, Studierende oder Absolventen der Hochschule über Karrierenetzwerke zu kontaktieren und sich von ihnen direkt schildern zu lassen, wie der Studienalltag aussieht, was an dem Angebot gut und was schlecht und welche Erfahrungen sie an der Hochschule gemacht haben. „Das ist besser als jede Marketingveranstaltung“, so Wilbert. (dpa)
  

Digitalisierung: Neue Ausbildung für Bankfachleute

Immer häufiger kommunizieren Bankfachleute mit ihren Kundinnen und Kunden per E-Mail oder Telefon - statt direkt in einer Filiale. Die Branche will den Nachwuchs darauf vorbereiten: Ab 1. August bekommen Bankfachleute eine neue Ausbildungsordnung, teilt das Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) mit. Die neue Verordnung ersetzt damit die bestehenden Regelungen aus dem Jahr 1998.

In Zukunft stehen in der Ausbildung die Kundenbeziehung, digitale Kompetenzen sowie ganzheitliche Beratungskompetenzen besonders im Fokus. Zudem spielen durch die Digitalisierung veränderte Arbeitsprozesse und Themen wie Datenschutz sowie Datensicherheit eine wichtigere Rolle. (dpa)  

Corona-Pandemie: Gibt es Kurzarbeitergeld für Azubis?

In der Corona-Krise steht in vielen Betrieben Kurzarbeit an - unter Umständen können dabei auch Azubis Kurzarbeitergeld bekommen. Foto: Jens Büttner/dpa-mag
In der Corona-Krise steht in vielen Betrieben Kurzarbeit an - unter Umständen können dabei auch Azubis Kurzarbeitergeld bekommen. Foto: Jens Büttner/dpa-mag
Die Gaststätte hat zu, der Friseursalon auch: Nahezu in allen Branchen zeigen Betriebe derzeit Kurzarbeit an. Das trifft auch viele Ausbildungsverhältnisse. Bekommen Azubis ebenfalls Kurzarbeitergeld?

In bestimmen Fällen ist das möglich, wie die Bundesagentur für Arbeit in einem FAQ erklärt. Das geht aber nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Ausbildungsbetriebe müssen zunächst versuchen, die Ausbildung weiter zu ermöglichen - etwa, indem der Lehrplan umgestellt wird, Auszubildende theoretische Aufgaben zur Bearbeitung im Homeoffice bekommen oder womöglich in einer anderen Abteilung untergebracht werden. Darauf weist unter anderem die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin auf ihrer Webseite hin.

Sollte Kurzarbeit auch für Auszubildende angeordnet werden, weil zum Beispiel gar kein Betrieb möglich ist, so ist das erst nach einem Arbeitsausfall von sechs Wochen oder 30 Arbeitstagen möglich, erklärt die Arbeitsagentur. Das ist in Paragraf 19 des Berufsbildungsgesetzes geregelt. Bis dahin bekommen Auszubildende ihre volle Vergütung. Der DGB Jugend rät Auszubildenden, sich bei ihrer Jugend- und Auszubildendenvertretung, dem Betriebs- oder Personalrat oder der zuständigen Gewerkschaft zu informieren, ob es eine Betriebsvereinbarung oder einen Tarifvertrag mit abweichenden Regeln dazu gibt. Es können längere Fristen vorgesehen sein. (dpa)
  
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