Die Idee der Frühstart-Rente hat alle Augen auf die private Altersvorsorge mit Hilfe des Kapitalmarkts gerichtet. Was darüber in der Diskussion in Vergessenheit geraten zu sein scheint, ist das selbstgenutzte Wohneigentum. Die eigenen vier Wände zählen jedoch aus guten Gründen zu den beliebtesten Formen der privaten Altersvorsorge. Der wichtigste darunter ist die ersparte Miete im Alter. Der zweitwichtigste Grund ist der Vermögensvorsprung, den Eigentümer kurz vor dem Ruhestand gegenüber Mietern haben. Dieser entsteht nicht, wie oft behauptet, durch die Wertentwicklung der Immobilien, sondern vor allem aus eigener Kraft: Wer sich für selbst genutztes Eigentum entscheidet, spart im Laufe seines Lebens schlichtweg viel mehr als jemand, der zur Miete wohnt, insbesondere durch Tilgungsleistungen. Und zwar nicht, weil er mehr verdient hat, sondern weil er verglichen mit Mietern in derselben Einkommensgruppe ein disziplinierteres Spar- und Konsumverhalten aufweist, wie eine aktuelle LBS-Wohneigentumsstudie eindrucksvoll belegt. lbs/hü
Haus bleibt versichert
Haus gekauft oder verkauft? Dann braucht der neue Eigentümer der Immobilie sich vorerst keine Sorgen um den Versicherungsschutz zu machen. Denn bei einem Eigentumsübergang geht auch die Wohngebäudeversicherung auf den neuen Eigner über. So sieht es das Gesetz vor. Das soll einen nahtlosen Versicherungsschutz gewährleisten und verhindern, dass Eigentümer durch unvorhersehbare Gefahren in finanzielle Not geraten. Neue Eigentümer sind deswegen aber nicht auch in Zukunft an den Tarif gebunden. Ihnen steht nach dem Kauf ein zu, entweder sofort oder zum Ende des Versicherungszeitraums – je nachdem, was der Vertrag vorsieht. Im Erbfall gilt dem 1. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zufolge hingegen kein Sonderkündigungsrecht. Mit Annahme der Erbschaft treten Erben automatisch in die Rechte und Pflichten des Erblassers ein. dpa/hü
Wichtige Sanierung
Fast zwei Drittel der Selbstnutzer und Vermieter schätzen den Sanierungsbedarf ihrer Wohnimmobilie als mittel bis sehr hoch ein. Je älter sie werden, desto weniger motiviert sind sie allerdings, anstehende Maßnahmen auch wirklich umzusetzen. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Modernisierer-Studie der Landesbausparkasse (LBS). Konkret planen 46 Prozent der befragten Eigentümer und 48 Prozent der Vermieter in den kommenden drei Jahren eine Modernisierung. Bei den unter 50-Jährigen sind es deutlich mehr als die Hälfte, ab 60 Jahren gut ein Drittel, jenseits der 70 Jahre bleibt gerade noch ein Viertel. „Jede nicht durchgeführte Modernisierung gefährdet letztlich den Wohnungsbestand von morgen“, warnt Frank Demmer, Chef der LBS Nordwest. Übrigens: Umfassende Sanierungen finden meist beim Immobilienkauf statt. lbs/hü


