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Ausbildung und Studium „Es ist ein Wunder - immer wieder“

Wie geht es dem Baby im Bauch? Hebammenschülerin Lúcia Conzane macht eine CTG-Untersuchung. Fotos: Franziska Gabbert/dpa-mag
Wie geht es dem Baby im Bauch? Hebammenschülerin Lúcia Conzane macht eine CTG-Untersuchung. Fotos: Franziska Gabbert/dpa-mag

„Es ist ein Wunder - immer wieder“

Unterstützung in Ausnahmesituationen: Hebammen begleiten die Geburt

Die Dankbarkeit der Frauen zu spüren. Zu erleben, wie glücklich die Eltern nach der Geburt sind. Das ist es, was Lúcia Conzane an ihrem Beruf so schätzt. Die 23-jährige Hebammenschülerin begleitet werdende Eltern am Vivantes Klinikum in Berlin-Neukölln bei der Geburt. „Es ist ein Wunder, immer wieder“, sagt sie.

Die Ausbildung zur Hebamme dauert drei Jahre und kann an einer der mehr als 60 Fachschulen in Deutschland absolviert werden. Alternativ gibt es die Möglichkeit, an einer Hochschule einen Bachelor zu machen. Voraussetzung für die Aufnahme an einer Fachschule ist in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss. In der Praxis aber würden vor allem Bewerber mit Abitur genommen, sagt Bianca Schön, Leiterin der Hebammenschule am Neuköllner Vivantes Klinikum.

Oft sind es Ausnahmesituationen. „Man hat sehr intimen Kontakt zu Menschen und auch mit Körperausscheidungen und Schmerzen zu tun. Dazu muss man bereit sein“, sagt Schön. „Es ist ein sehr erfüllender, aber auch ein sehr herausfordernder Beruf.“

Noch immer üben vor allem Frauen den Beruf aus. Es gebe jedoch überhaupt keinen Grund, warum nicht mehr Männer darin arbeiten sollten, sagt Yvonne Bovermann, Präsidiumsmitglied des Deutschen Hebammenverbandes und Beirätin für den Bildungsbereich. „Hebammen brauchen Kompetenz und Empathie - und diese Fähigkeiten sind kein Privileg von Frauen.“ Am besten gefällt der Hebammenschülerin Conzane die Arbeit im Kreißsaal. „Jeder Moment, in dem die Eltern ihr Kind das erste Mal sehen und in den Armen halten, ist wunderschön.“ (dpa)

Planung und klare Ansagen sind immer sinnvoll

Kind und Karriere lassen sich durchaus in Einklang bringen

Als sie schwanger wurde, hat Louisa Baron ihre Chefs mit einem klaren Konzept für die Elternzeit überzeugt. Foto: Franziska Gabbert/dpa-mag
Als sie schwanger wurde, hat Louisa Baron ihre Chefs mit einem klaren Konzept für die Elternzeit überzeugt. Foto: Franziska Gabbert/dpa-mag
Neulich, auf einer Gartenparty, wurde Louisa Baron von einer jungen Frau angesprochen. Sie folge ihr bei Instagram, und es mache ihr so viel Mut, wie sie das schafft: diesen tollen Posten und trotzdem Mama zu sein. „Das hat mich glücklich gemacht“, sagt Baron. „Was kann es Schöneres geben, als Vorbild sein zu dürfen für andere, die vielleicht zweifeln oder Angst haben?“

Unsicher war die 31-Jährige selbst, als sie feststellte, dass sie schwanger ist. 2015 war das. Baron hatte erst kürzlich die Leitung der Marketing-Abteilung im Berliner Edelkaufhaus Galeries Lafayette übernommen. Ihren Traumjob. Der Weg dorthin hatte sie viel Arbeit und Zeit gekostet. Wie bitte sollte das gehen - mit einem kleinen Kind?

Die Gefahr für einen Karriereknick ist tatsächlich groß, sagt Frank Schabel vom Personaldienstleister Hays. Daher gelte: Flucht nach vorn. Also früh mit den Chefs sprechen, gut planen, klare Ansagen machen.

Das ist auch Louisa Barons Erfahrung. Sie holte die Geschäftsführung schon im vierten Schwangerschaftsmonat ins Boot. Sie forderte ohne Umschweife ein Jahr Elternzeit. Zugleich präsentierte sie einen fertigen Plan, wie ihre Abteilung in der Zwischenzeit aufgestellt werden kann. Der Chef und die Personalabteilung reagierten positiv.

Wer seinen Posten zurückhaben oder aufsteigen will, sollte frühzeitig ein Wiedereinstiegsgespräch planen. Dabei gilt wieder: vorab genau überlegen, was machbar ist und wie man es kommuniziert. „Ich wusste, ich bin die Erste, die auf dieser Ebene ein Teilzeitmodell ausprobieren will. Also musste ich schon vorher genau überlegen, wie das funktionieren kann“, erzählt Louisa Baron.

Ihr kam dabei auch ihr soziales Netz zugute - das zu betonen, ist Louisa Baron sehr wichtig. Sie und ihr Mann stammen beide aus Berlin und können sich bei drei Großelternteilen und zwei Urgroßeltern die benötigte Hilfe holen.

Daneben ist unabdingbar, dass Arbeitgeber sich offen für solche Modelle zeigen. (dpa)

Wie Frauen sich behaupten

Um auf der Karriereleiter nach oben zu klettern, sollten Frauen im Job aus Expertensicht ruhig auch mal laut sein. Im Konkurrenzkampf um Positionen gilt es, offensiv zu sein, sagt Prof. Jutta Rump, Botschafterin für die Themen Chancengleichheit und Diversity bei der Initiative „Neue Qualität der Arbeit“. „Man muss mutiger sein und sagen: `Okay, ich bin gut`. Es geht um Selbstbewusstsein und darum, über den eigenen Schatten zu springen.“ Das fällt Frauen mitunter nicht leicht. „Viele Frauen - nicht alle - wurden erzogen, eher harmonie- orientiert zu sein, im Hintergrund zu wirken, niemals anzugeben.“ Doch wenn man über Karriere rede, gebe es eine bestimmte Anzahl von Jobs und eine größere Anzahl von Personen, die darum konkurriert. „Dann muss man auch mal laut sein, offensiv rangehen.“ (dpa)

Berufsstarter: bei SV-Ausweis Daten prüfen

Mit der Aufnahme ihrer ersten Beschäftigung erhalten Jugendliche einen Sozialversicherungsausweis. Aus diesem Dokument geht der zuständige Rentenversicherungsträger hervor. Es enthält außerdem persönliche Daten, wie Name und Geburtsdatum. Diese sollten Berufsanfänger genau überprüfen. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin hin.

Der Sozialversicherungsausweis ist ebenso sorgfältig zu behandeln wie der Personalausweis. Bei jedem Beschäftigungsbeginn oder wenn eine Sozialleistung (zum Beispiel Arbeitslosengeld) beantragt wird, benötigt man den Ausweis zum Nachweis der Versicherungsnummer. Geht der Ausweis verloren, wird er beschädigt oder ändern sich die personenbezogenen Daten, so kann der Beschäftigte einen neuen Ausweis anfordern. (dpa)

Handwerksberufe genießen hohes soziales Ansehen

Wichtiger Aspekt bei vielen Berufsanfängern

Das Ansehen eines Berufs in der Gesellschaft ist für viele Jugendliche ein Entscheidungskriterium bei der Berufswahl. Das erklärt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Wer zum Beispiel mit einem Beruf im sozialen Umfeld nicht punkten kann, nehme davon Abstand. Das BIBB bezieht sich auf eine Studie zur Attraktivität speziell von Handwerksberufen.

Selbst Schüler, die eine hohe Affinität zu einem handwerklichen Beruf äußerten, schätzten das Ansehen des Handwerks und die Gehaltschancen eher gering ein. Bei Jugendlichen, die sich nicht sehr für einen Handwerksberuf interessieren, zeige sich eine noch skeptischere Sicht darauf, ob eine Arbeit im Handwerk eine anerkannte soziale Identität aufbauen kann.

Je mehr man sich allerrdings mit einem konkreten Beruf beschäftigt, umso eher erkennt man dessen Wert. (dpa/cr)

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