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MEIN Bergfelde

Teil des temporären Memorials werden

Zentrale Gedenkveranstaltung des Landes anlässlich des 60. Jahrestages des Mauerbaus am 13. August am ehemaligen Grenzturm in Bergfelde

Auf dem seit 1990 für Naturschutzzwecke genutzten Gelände des ehemaligen Grenzturms Bergfelde ermöglicht die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Naturschutzarbeit mit Schulen, Kitas, Jugendgruppen und Erwachsenen. Foto: Schirrow

14.07.2021

Die zentrale Gedenkveranstaltung der Länder Berlin/Brandenburg zum 60. Jahrestag des Mauerbaus wird am Freitagnachmittag, 13. August, am ehemaligen Grenzturm in Bergfelde stattfinden. 

Geplant ist ab 16 Uhr eine bürgeroffene Gedenkfeierlichkeit. „Wir möchten, dass möglichst viele Menschen ohne Beschränkungen daran teilnehmen können“, sagt Hans Völkel, Leiter des Presseamtes der Staatskanzlei Brandenburg. „Nach jetzigem Stand und vorausgesetzt, es muss keine neuen Einschränkungen wegen einer Corona-Variante geben, werden der Brandenburgische Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke (SPD) sowie Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, sowie zahlreiche Regierungsmitglieder, Bürgermeister der umliegenden Gemeinden vor allem jedoch Zeitzeugen an der Feierlichkeit teilnehmen“, so Hans Völkel in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

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Geplant sind ein Rahmenprogramm zur Würdigung der Verstorbenen, Zeitzeugengespräche sowie musikalische Beiträge und thematische Filmvorführungen.

Zum Gedenken an die und zur Würdigung der offiziell 140 Menschen, die in den 28 Jahren, in welchen die Mauer stand, bei einem Fluchtversuch starben, werden 140 leere Stühle auf der großen Lichtung im Wald am ehemaligen Mauerstreifen stehen. „Die Namen der Toten werden verlesen und auf jeden Stuhl werden Jugendliche ein Schild mit dem Namen eines Maueropfers stellen. Mit dieser temporären Installation soll symbolisch daran erinnert werden, dass diese Menschen fehlen“, heißt es aus der Staatskanzlei. Einwohner der Hohen Neuendorfer Ortsteile können Teil dieses temporären Memorials am ehemaligen Grenzturm Hohen Neuendorf/Bergfelde werden.

„Dafür benötigen wir die Mithilfe unserer Einwohnerinnen und Einwohner“, erklärt Daniel Dinse, Pressesprecher der Stadt Hohen Neuendorf. „Wir freuen uns, wenn uns Hohen Neuendorfer und Hohen Neuendorferinnen für das Memorial unterschiedliche Stühle über einen Zeitraum von rund zwei Wochen leihen. So unterschiedlich wie die Menschen waren, können und dürfen auch die Stühle sein. Nach Möglichkeit sollten diese eine Lehne haben und auch einen Regen überstehen können“, so Daniel Dinse. Die 140 leeren Stühlen sollen dafür stehen, dass 140 Plätze in der Gesellschaft leer geblieben sind, dass diese 140 Menschen in unserer Mitte fehlen, ihre Lebendigkeit, ihre Ideen, ihre Freundschaft, ihr Tun, ihre Kreativität, ihr Sein. „Deshalb möchten wir dieses temporäre Memorial auch aus der Mitte der Gesellschaft gestalten“, wünscht sich die Stadtverwaltung.

Wer Interesse daran hat, dieses temporäre Memorial mit der Leihgabe eines oder mehrerer Stühle mitzugestalten, meldet sich vorab bis 23. Juli per E-Mail an veranstaltungen@hohen-neuendorf.de oder telefonisch unter (03303) 52 82 02.

Die Stühle können vom 26. bis 30. Juli zu den Öffnungszeiten im Rathaus oder am 1. August zwischen 12 und 17 Uhr direkt am ehemaligen Grenzturm Glienicker Straße, 16562 Hohen Neuendorf, abgegeben werden.

Gebeten wird darum, die Stühle am 16. August am ehemaligen Grenzturm oder im Verlauf der Woche beim Bauhof zu den Geschäftszeiten wieder abzuholen.

Auf dem Programm am 13. August stehen um 16.30 Uhr die Begrüßung durch Hohen Neuendorfs Bürgermeister Steffen Apelt und die Rede der Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke, um 17 Uhr das Gedenken an die Mauertoten mit dem zeitweiligen Memorial „Verwaiste Plätze“, um 17.30 Uhr Kranzniederlegung und Schweigeminute, um 18 Uhr Zeitzeugengespräche unter der Moderation von Dr. Maria Nooke sowie um 19 Uhr ein Film am Turm – Filmreihe Zeitschnitt 2021.

Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde die Verbindung zum unmittelbar angrenzenden Berlin zunächst unterbrochen. Seinen S-Bahnhof erhielt Bergfelde 1962 im Zuge des Lückenschlusses der S-Bahnverbindung zwischen Blankenburg und Hohen Neuendorf auf dem Berliner Außenring nach dem Mauerbau.

Die ehemalige Führungsstelle Bergfelde der Grenztruppen der DDR an der Berliner Mauer ist heute vor allem dank des Einsatzes der früheren Biologielehrerin Helga Garduhn ein Turm für Naturschutz. Inzwischen pflegen und entwickeln ihn Engagierte der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald weiter. Hier am ehemaligen Mauerstreifen findet die zentrale Gedenkfeier statt. Sie wird live vom rbb-Fernsehen übertragen.

Einwohnerentwicklung

2018 zum Jahresbeginn waren 26 024 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Hohen Neuendorf, Bergfelde, Borgsdorf und Stolpe gemeldet. Inzwischen sind es mit Stand von Anfang Januar 2021 26 159. Davon wohnen 6 076 allein im Ortsteil Bergfelde, in welchem im Bereich des S-Bahnhofs 2020 zwei große Bauvorhaben vollendet worden sind. Bergfelde wurde im Jahr 1349 als „Bercholtz“ auf einer Urkunde zur Überschreibung erstmals erwähnt. 1653 bekam Luise Henriette von Oranien das Dorf von ihrem Mann, Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg geschenkt. Das damalige Dorf wurde dem Amt Bötzow zugeordnet. In den Jahrhunderten wechselten die Besitzer und die Einwohnerzahl schwankte. Der Bau des Berliner Außenrings durch die Deutsche Reichsbahn brachte 1953 eine Teilung des Ortes durch die Gleisanlagen mit sich. Im Jahr 1993 wurde Bergfelde ein Teil der Gemeinde Hohen Neuendorf. Seit 1999 ist Hohen Neuendorf Stadt, Bergfelde damit einer von vier Stadtteilen. Er ist der östlichste Stadtteil Hohen Neuendorfs und liegt im Naturpark Barnim.

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