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Pflege Ratgeber in guten Händen Kontakte per Telefon halten

Gut versorgt? Viele Menschen machen sich wegen des Coronavirus sorgen um Angehörige, die in Pflegeheimen untergebracht sind. Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-mag
Gut versorgt? Viele Menschen machen sich wegen des Coronavirus sorgen um Angehörige, die in Pflegeheimen untergebracht sind. Foto: Oliver Berg/dpa/dpa-mag

Corona-Gefahr: Angehörige müssen sich auf Pflegeheim verlassen

Wie gut sind Pflegebedürftige in Heimen vor dem Coronavirus geschützt? Diese Frage stellen sich angesichts aktueller Meldungen mit Ansteckungs- und Todesfällen aus Einrichtungen in ganz Deutschland viele Angehörige. Doch die Antwort darauf ist schwer. „Wir haben keine Chance festzustellen, ob es sicher ist“, sagt Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. „Wir können nur hoffen, dass alles funktioniert.“ Das bedeutet in dem Fall zum Beispiel: Neue Bewohner müssten getestet und nach dem Einzug zunächst isoliert werden. Nach solchen Maßnahmen können Angehörige natürlich fragen - und sie können auch nachsehen oder sich erkundigen, ob zum Beispiel Schutzkleidung für Mitarbeiter vorhanden ist. Trotzdem gilt, so Brysch: „Wir müssen uns auf die Träger und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen.“

Ist es da nicht besser, Pflegebedürftige nach Hause zu holen? Die Frage bekämen die Patientenschützer zurzeit oft gestellt, so der Experte. Auch hier gibt es aber keine einfache Antwort: „Das muss sehr individuell entschieden werden.“ Denn auch zu Hause brauchen Pflegebedürftige natürlich besonderen Schutz, neben den ohnehin hohen Anforderungen häuslicher Pflege.

Brysch appelliert, Angehörige im Pflegeheim gerade jetzt nicht zu vergessen. „Telefonieren Sie, so oft sie können“, sagt er. „Einsamkeit macht sich breit, und das Telefon hilft.“ In manchen Heimen gebe es inzwischen sogar die Möglichkeit, per Skype oder anderen Videochat-Anwendungen auch Blickkontakt zu halten - teils sogar auf Initiative von Pflegekräften, die dafür private Geräte zur Verfügung stellen. (dpa)

Pflege-Qualität zeigt sich auch am Umgang mit Inkontinenz

Pflege-Profis beraten und geben praktische Alltagstipps

Es gibt Hilfsmittel, die pflegebedürftigen Menschen mit Inkontinenz den Alltag erleichtern können. Ein guter ambulanter Pflegedienst sollte Betroffene dazu beraten können. Woran Angehörige erkennen, ob die Mitarbeiter professionell mit dem Thema umgehen, erklärt das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP).

Die Professionalität beginnt schon bei der Wortwahl. Entscheidend dabei ist, dass die Mitarbeiter mit dem Pflegebedürftigen respektvoll über eine Blasen- und Darm-Schwäche sprechen.

Sensibel bei einem intimen Thema

Ob Pflegende die Intimsphäre schützen, zeigt sich auch im Umgang - zum Beispiel wenn sie den Raum verlassen, während der Pflegebedürftige auf der Toilette ist. Oder wenn sie Betroffene bei dem Gang ins Bad hilfsbereit begleiten und alternativ ein Toilettenstuhl oder eine Urinflasche bereitstehen. Bei einem dauerhaft verwendeten Katheter durch die Harnröhre kann eine Infektion auftreten, ebenso wenn Pflegende ihn vorübergehend abklemmen. Das sollten sie also nicht machen. Wichtig ist zudem, dass die Mitarbeiter den Urinbeutel regelmäßig leeren und den Ablassschlauch desinfizieren.

Profis prüfen zudem, regelmäßig, ob die Haut im Intimbereich gereizt ist. Und sie reinigen ihn hautschonend. Wasser und Seife sei da laut ZQP nicht geeignet. Nach der Reinigung tragen Profis eine Creme auf, die vor Feuchtigkeit, Urin und Kot schützt - denn dies kann der Haut schaden.

Kompetenz zeigt sich auch bei der Beratung

Professionelle Mitarbeiter informieren außerdem über Ursachen der Inkontinenz und geben praktische Tipps für den Alltag. Und sie unterstützen die Pflegenden dabei, Hilfsmittel wie Einlagen und Toiletten-Erhöhungen auszuwählen und erklären den Umgang damit. Ein gutes Zeichen ist es außerdem, wenn das Personal spezielle Anlaufstellen und Selbsthilfegruppen kennt. (dpa)

Notfallplan und Extra-Vorsicht

Pflege in Zeiten von Corona
Ob flüssig oder fest - mit welcher Seife man sich die Hände wäscht, ist in den meisten Fällen egal. Hauptsache gründlich. Foto: Andrea Warnecke/dpa-mag

Ob flüssig oder fest - mit welcher Seife man sich die Hände wäscht, ist in den meisten Fällen egal. Hauptsache gründlich. Foto: Andrea Warnecke/dpa-mag

Hände waschen, Kontakte reduzieren und generell vorsichtig sein: Diese Grundregeln im Kampf gegen das Coronavirus gelten für pflegende Angehörige auch - beziehungsweise besonders.

Das kann auch schmerzlichen Verzicht bedeuten: So sollten Angehörige aktuell abseits der nötigen Pflegehandgriffe zum Beispiel auf körperliche Zärtlichkeiten verzichten, raten die Malteser. Vor allem Umarmungen und Berührungen im Gesicht müssten demnach tabu sein.

Und auch auf Kontakte zu Dritten sollten pflegende Angehörige jetzt möglichst verzichten - beziehungsweise noch mehr, als das gerade ohnehin gilt. Allerdings gilt das natürlich nur für räumliche Nähe, nicht für Telefonate oder Videochats. Diese Form des Kontakts zu anderen ist nach Angaben der Experten gerade jetzt besonders wichtig. So bekommen pflegende Angehörige dringend benötigten Zuspruch oder die Möglichkeit, Kummer und Sorgen abzuladen.

Bei der Gelegenheit sollten pflegende Angehörige mit Freunden und Bekannten auch einen Notfallplan vereinbaren. Erstens für grundsätzliche Unterstützung im Alltag, beim Einkaufen zum Beispiel, und zweitens für den Fall einer Ansteckung des Pflegenden. Sobald Symptome einer Atemwegserkrankung auftauchen, sollten Angehörige die Pflege sofort beenden, raten die Malteser. Gut ist dann, wenn es eine fest verabredete Vertretungsregel gibt, die dann zügig in Kraft treten kann. (dpa)

Kein Mittagsschlaf und helle Wohnung für besseren Schlaf

Pflegende sollten ermitteln, was den Schlaf stört

Nur weil jemand bettlägerig ist, muss er noch lange nicht ständig schlafen. Im Gegenteil: Wenn Pflegebedürftige nicht ein- oder durchschlafen, sollten sie besser auf den Mittagsschlaf verzichten. Zumindest sollte dieser nicht länger als 30 Minuten dauern, rät das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Tagsüber sollte es in der Wohnung am besten hell sein. Und wem es möglich ist, der geht öfter mal nach draußen: Auch das ist gut für den Nachtschlaf.

Pflegende Angehörige können den Abend zudem so gestalten, dass dem Pflegebedürftigen ein- und durchschlafen leichter fällt: Schwere Mahlzeiten und große Trinkmengen sind vor dem Zubettgehen zum Beispiel tabu. Stattdessen helfen Rituale wie Vorlesen oder ein warmes Fußbad, um sich auf die Nacht einzustimmen. Jemanden zum Schlafen drängen, der noch nicht müde ist, ist aber nicht sinnvoll.

Pflegende Angehörige können außerdem versuchen herauszufinden, was genau den Schlaf stört: Sind es vielleicht Angst, Schmerzen oder feuchtes Inkontinenzmaterial? Nicht immer ist es allerdings möglich, eine Ursache direkt zu beheben.

Schlafmittel sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden, warnt das ZQP. Sie können abhängig machen, Stürze und Inkontinenz begünstigen und möglicherweise sogar die Schlafprobleme verstärken. (dpa)

Demenz:Bei Pflege nicht verstummen

Keine Reaktion, keine Regung mehr: Gerade bei einer fortgeschrittenen Demenz sind Betroffene oft teilnahmslos. Für pflegende Angehörige ist das eine große Belastung - unter anderem, weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Ein wichtiger Tipp der Zeitschrift „Pflege und Familie“: Wer teilnahmslose Menschen pflegt, sollte selbst nicht verstummen.

Konkret bedeutet das: Auch wenn die Eltern oder Großeltern nicht mehr antworten, sollte man weiter mit ihnen sprechen - ihren Namen sagen, vom eigenen Alltag erzählen oder in Erinnerungen schwelgen. Auch Körperkontakt ist teilnahmslosen Menschen weiter wichtig.

Zusätzlich können pflegende Angehörige versuchen, Geruchs- oder Geschmackssinn anzuregen: mit intensiv riechenden Körperlotionen oder Gewürzen im Essen zum Beispiel, vielleicht mit Aromaölen in einer Duftlampe. Und auch Musik empfinden Betroffene oft als angenehm - allerdings nicht als Dauerbeschallung, sondern eher mit gezielt ausgesuchten Lieblingsstücken, ein- bis zweimal am Tag. Allerdings sollten sich pflegende Angehörige bei anhaltender Teilnahmslosigkeit auch an einen Arzt wenden. Der kann klären, ob vielleicht andere körperliche oder psychische Gründe dahinterstecken. Das gilt vor allem, wenn das Problem nicht mit einer Demenz einhergeht: Nach einem Schlaganfall zum Beispiel ist Teilnahmslosigkeit möglicherweise ein Anzeichen für eine Depression. (dpa)
   
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