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Wir aus dem Gronefelder Weg

Ein Ort zum (wieder) Entdecken

Zwischen Geschichte und Dienstleistern / Vom Grünen Feld zur Heimkehrerstraße und heutigem Gronefelder Weg

Blick auf das Gewerbegebiet im Gronenfelder Weg. Fotos (4): Jörg Kotterba

19.05.2021

Der Gronenfelder Weg, einst Grünes Feld genannt, ab 1935 Heimkehrstraße, wurde 1948 umbenannt. Das heutige Asphaltbad schlängelt sich kilometerlang am südlichen Rand der Stadt, beginnt am sogenannten Booßener Kreisel zwischen Berliner Straße und Berliner Chaussee und endet hinter den Gronenfelder Werkstätten am Klingetal. Dazwischen liegen Hektar große Felder und der Gewerbepark mit einem Dutzend Dienstleistern und Handwerksmeistern sowie einem Landeplatz für Ultraleicht-Flugzeuge. Dann tangiert der Gronenfelder Weg die fast hundert Jahre alte Heimkehrsiedlung. Dort wurde im Ersten Weltkrieg ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet. Nach Ende der furchtbaren Schlacht diente es als „Heimkehrlager“ zur Unterbringung umgesiedelter Deutscher aus östlichen Gebieten. „Dieses darf nicht in Verbindung gebracht werden mit der Rückführung deutscher Kriegsgefangener aus der Sowjetunion im Zeitraum von 1945 bis 1950“, heißt es im „Frankfurter Jahrbuch 2002“, herausgegeben vom Verein der Freunde und Förderer des Museums Viadrina.

Einer, der die Heimkehrsiedlung schon als Kind eroberte, heißt Rolf Haak. Seit November 1936 wohnt er im Dornenweg 11. Das Haus des gelernten Schneiders und ehemaligen Lehrers hat tatsächlich schon über 90 Jahre auf dem Buckel. „Damals, Mitte bis Ende der 1920er-Jahre, baute man hier im Dornenweg auf der einen Straßenseite 18, auf der anderen sechs Häuser. Die Heimkehrsiedlung entstand. Das haben mir meine Großeltern berichtet“, erzählte Rolf Haak einst. Da war der Ortschronist noch besser zu Fuß. Weitere 30 Häuser der Heimkehrsiedlung wurden dann an jener Straße gebaut, die den Namen der Siedlung auch heute noch trägt: Klingetal. Später kamen der Ulmen- und der Platanenweg, der Akazien- und der Eichenweg hinzu. Nachwendisch der Hahnendornweg. Auch viele Kleingärten. Eine dörfliche Idylle mit interessanten Anlaufpunkten.

Der bekannteste: Die schon oft beschriebene Heilandskapelle, auch Russische Kirche genannt. Sie wurde 1916 von kriegsgefangenen Russen der Zaren-Armee in traditioneller Blockbauweise mit reichem Schnitzwerk gebaut. Sehenswert jetzt auch der sogenannte Russenfriedhof, nach erfolgreicher Sanierung vor wenigen Jahren offiziell „Kriegsgräberstätte Gronenfelde“ genannt. Die Begräbnisstätte für Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs bestand von 1915 bis 1922 und ist in einem kleinen Wäldchen nahe der Heimkehrsiedlung in Richtung Spitzkrug-Multi-Center zu finden. Der größte Teil der bestatteten Soldaten waren russischer Nationalität, was zur umgangssprachlichen Bezeichnung „Russenfriedhof“ führte. Für Naturfreunde und Angler ist der Rohrpfuhl, auch Kleiner Kliestower See genannt, ein Muss. Rolf Haak hat dort schwimmen gelernt. Haaks Biologielehrer schrieb damals seine Diplomarbeit über den Pfuhl. Das war in der Nachkriegszeit. Damals baute der inzwischen elfjährige Rolf mit seinen Freunden alte Verpflegungs-Bomben zu kleinen Paddelbooten um. Jahre später, etwa Mitte der 60er-Jahre ertrank dort ein Kind. Alte Heimkehrsiedler erzählen, dass dort auch zwei Soldaten der Roten Armee im Pfuhlwasser umkamen. Sie sollten während einer Übung in Uniform und mit der Waffe das kleine Gewässer überqueren, konnten aber nicht schwimmen.

Was für die Siedlung auch markant ist: Sie steht auf einem sogenannten Kohleberg der einstigen Braunkohlen-Zeche „Vaterland“. Nach Recherchen des Hobby-Historikers Ralf-Günter Wedde begann der Kohleabbau unter der Heimkehrsiedlung anno 1866. In den „Gronenfelder Blättern“ schrieb Wedde: „Der Abbau erfolgte unterhalb der Siedlung auf einem etwa 200 Meter breiten Streifen – östlich des Akazienweges beginnend zwischen diesem, dem Eichenweg und dem Gronenfelder Weg bis hin zur Einmündung des Platanenweges – hinein in das Klingetal.“

Südlich des Klingetaler Eichenweges, an der Ecke zum Gronenfelder Weg, befand sich in den Jahren 1866 bis 1878 ein 33 Meter tiefer Förderschacht. Von ihm aus wurden Aus- und Vorrichtungsstrecken bis zum Abbauort vorgetrieben.

Böse Erinnerungen an die Grube „Vaterland“ wurden im Januar 2001 wach. Über Nacht war in der Heimkehrsiedlung ein Garten abgesackt. Zurück blieben zwei klaffende Erdlöcher. In einem, mehr als vier Meter im Durchmesser, verschwand ein riesiger Birnbaum. Die Zeche „Vaterland“ brachte sich in böser Erinnerung. Inzwischen aber wurden sämtliche Bergbau-Gruben im Stadtgebiet aufwändig mit Spezialasche verfüllt. (jko)
   

Unser Tipp

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Lohnt sich auch nach dem Lockdown: Ein Spaziergang entlang der liebevoll gepflegten Vorgärten vor den Einfamilienhäusern am Gronenfelder Weg.
  

Über 300 Sorten Natursteinsplitte

Naturerden und Recycling GmbH hat ihr Sortiment erweitert


Wer Grundstück und Garten jetzt auf Vordermann bringen will, wird bei der Firma Naturerden und Recycling GmbH (NRF) im Gronefelder Weg schnell fündig. „Auf mehrfache Nachfrage der Kunden wurde unser Sortiment erweitert“, freut sich das Team der NRF.

Ab sofort gibt es ganz neu über 300 Sorten Natursteinsplitte. Ideal für die Umgestaltung von Terrassen, Wegen oder einfach als Deko rund ums Haus. In verschiedener Körnung kann unter anderem zwischen Lava, Schiefer, Basalt, Jura, Glanzkies oder Sandstein gewählt werden. Das umfangreiche Angebot reicht von Mediterran bis Klassisch – so ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und wer im Lockdown gerade am Aufräumen und Umgestalten ist, hat bei der NRF die Qual der Wahl. Im Gronefelder Weg gibt es auch eine Fülle von Deko-Objekten aus Naturstein in verschiedenen Größen und Formen, auch Schieferplatten sowie Schiefer-Mauersteine zählen zum Angebot. Alles verfügbar ab 20 kg in Säcken bis zu 25 Tonnen Schüttgut zu erwerben. Neben Gabionensteinen für den individuellen Zaunbau können auch Glassteine in verschiedenen Farben erworben werden. Zur Ansicht stehen 50 Sorten im Mustertisch in der Firma bereit. Jetzt ist die perfekte Zeit um den Garten hübsch zu machen, Blumen zu pflanzen und Gemüse anzulegen. Dafür bietet NRF fertige Erdengemische z.B. mit Lava, Gesteinsmehl oder Hornspäne an. Das Gesteinmehl und die Hornspäne ist auch als Sackware erhältlich. Und wer sein Holzvorrat für den Kamin aufstocken möchte, kann Esche als Sackware erhalten oder auch lose als Kubikware. Für größere Vorhaben bietet das Unternehmen auch Unterstützung an. (pm/mm)
  

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