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30 Jahre Brunnenbau G. Karras Wasser Marsch!

Viele private Grundstücksbesitzer lassen sich einen Brunnen bauen. Mit dem Grundwasser kann dann der Garten gegossen werden. Fotos: Brunnenbau G. Karras
Viele private Grundstücksbesitzer lassen sich einen Brunnen bauen. Mit dem Grundwasser kann dann der Garten gegossen werden. Fotos: Brunnenbau G. Karras

Wasser Marsch!

Jubiläum bei Brunnenbau G. Karras / Familienbetrieb wird seit 30 Jahren von Eberhard Birnack geführt

Beeskow. Sein eigenes Jubiläum hatte Eberhard Birnack gar nicht im Hinterkopf. Doch tatsächlich führt er die Geschäfte des Unternehmens Brunnenbau G. Karras nun schon seit 30 Jahren.

1989 übernahm Eberhard Birnack die Firma Brunnenbau G. Karras von seinem Onkel, der keine eigenen Kinder hatte, die sich des Geschäftes hätten annehmen können. Und so trat Eberhard Birnack in die Fußstapfen seiner Vorfahren. Denn seit der Gründung von Brunnenbau G. Karras im Jahre 1886, wurde die Führung stets innerhalb der Familie Karras an die nächste Generation übergeben.

„Bevor ich Inhaber und Geschäftsführer werden konnte, musste ich erst den Brunnenbau-Facharbeiter und -Meister machen“, erinnert sich Eberhard Birnack, der Tief- und Straßenbau studiert hatte. Die Meister-Ausbildung fiel genau in die Wendezeit, was sich als Vorteil erwiesen habe. „So habe ich gleich die neue Buchführung gelernt und mich mit dem bundesdeutschen Recht auseinandergesetzt“, erzählt er.

Pumpen gibt es in den verschiedensten Ausführungen.
Pumpen gibt es in den verschiedensten Ausführungen.
Dass er seinen beruflichen Weg in der Baubranche machen würde, stand für Eberhard Birnack schon früh fest. „Ich bin quasi hier in der Firma groß geworden. Nach der Schule war ich oft mit meinem Großvater, der das Unternehmen vor meinem Onkel führte, auf den Baustellen“, berichtet der heutige Inhaber. Bis heute befindet sich Brunnenbau G. Karras auf dem Grundstück in der Ringstraße 5, dort wo es auch einst gegründet wurde. Dennoch hat sich seither viel getan. Immer wieder wurde an- und umgebaut. Das Geschäftsgebäude, das montags bis sonnabends geöffnet hat, entstand erst unter der Führung von Eberhard Birnack. „Ich wollte, dass die Kunden eine Anlaufstelle haben“, erklärt er.

Und auch was das Leistungsangebot des Brunnenbauunternehmens angeht, habe es im Laufe der Zeit Veränderungen gegeben. Dachklempnerarbeiten etwa oder Sanitärleistungen wurden auch schon ausgeführt. Heute stehen der Brunnenbau und Bewässerungssysteme im Mittelpunkt. „Vor allem die Aufträge im Bereich der Bewässerungssysteme auf privaten Grundstücken haben zugenommen“, erzählt Eberhard Birnack. Während öffentliche und gewerbliche Auftraggeber schon länger zu den Kunden zählen, die ihre Flächen – Sportplätze oder Agrarland zum Beispiel – mit cleveren Bewässerungssystemen in Schuss halten, fragen nun auch immer mehr Privatleute diese Leistung von Brunnenbau G. Karras nach. „Der trockene Sommer im vergangenen Jahr hat sicher seinen Anteil daran“, meint Eberhard Birnack. Schließlich übernehmen die Bewässerungssysteme das aufwändige Gießen mit Schlauch oder Kanne, was nicht zuletzt einen Zugewinn an Freizeit für die Grundstücksbesitzer bedeutet.

Die Nachfrage nach Bewässerungsanlagen steigt. Eine automatische Beregnung spart Arbeit und Zeit.
Die Nachfrage nach Bewässerungsanlagen steigt. Eine automatische Beregnung spart Arbeit und Zeit.
Die zunehmende Hitze und Trockenheit im Sommer habe auch verstärkt Aufträge von Ämtern beschert. Diese lassen nämlich vermehrt Löschwasserentnahmestellen in Forstgebieten errichten, so dass die Feuerwehren im Falle von Waldbränden schnell einschreiten können.

Während sein Onkel hin und wieder noch mit Dynamit zu Werke ging, um hartem Fels im Boden zu Leibe zu rücken, übernimmt das bei Eberhard Birnack moderne Technik. „Wir arbeiten mit einer vollhydraulischen Vertikalbohranlage. Bis zu 100 Meter tiefe Bohrungen sind damit möglich“, erklärt der Brunnenbaumeister. In der Regel seien aber Bohrungen zwischen zehn und 20 Meter Tiefe ausreichend, um an das Grundwasser zu gelangen. Mittels Pumpe wird es gefördert, um damit dann zum Beispiel den Garten zu gießen. Mit einer entsprechenden Wasseraufbereitungsanlage erhält das Grundwasser sogar Trinkwasserqualität. „Kocht man damit einen Kaffee, ist das nicht mit dem Geschmack von Kaffee aus Leitungswasser vergleichbar“, schwärmt Eberhard Birnack. Überhaupt schwärmt er für seine Tätigkeit. „Nach dem Tagwerk hat man ein tolles Erfolgserlebnis: Man bringt ein Rohr in die Erde, schließt eine Pumpe an und es kommt Wasser heraus“, bringt er es auf den Punkt. Natürlich sei der Brunnenbauerberuf sehr anspruchsvoll, vereine er doch Mathematik, Physik, Geologie, Vermessung, Statik, Maurerhandwerk und Installationsarbeiten. Aber gerade das mache ihn so vielfältig. „Man ist draußen an der frischen Luft. Die Arbeit hält fit“, fügt Eberhard Birnack noch an.

Trotzdem sei es sehr schwer, die junge Generation für den Brunnenbauerberuf zu begeistern. Praktikanten oder potentielle Azubis hätten sich schon lange nicht mehr in seinem Unternehmen vorgestellt, was Eberhard Birnack bedauert. Wie es aussieht, wird mit ihm die bis heute 133-jährige Geschichte des Familienunternehmens enden. Sowohl auf Eberhard Birnack, als auch auf seine vier Mitarbeiter wartet in den nächsten Jahren der Ruhestand. Eine Nachfolge ist nicht in Sicht. abe

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