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Frühjahrskur für Körper & Seele

Bewusst verzichten – Fastenzeit als Neustart-Kur

Bewusst fasten bringt die Seele wieder ins Gleichgewicht. Foto: saxcano/stock.adobe.com

23.02.2026

Der Aschermittwoch ist für viele Menschen der Beginn einer Fastenzeit bis an Ostern. Diese Wochen bieten Anlass, bewusst auf alltägliche Annehmlichkeiten oder Gewohnheiten zu verzichten. So beschließen viele, sich für die Zeit von Genussmitteln wie Alkohol, Zigaretten und Süßigkeiten oder auch von Gewohnheiten wie dem Dauerscrollen in den sozialen Medien zu verabschieden.

Warum uns dieser bewusste Verzicht guttut, erklärt Steffen Häfner, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie: „Die Fastenzeit bietet vielen einen guten Rahmen, weil sie ritualisiert ist. Solche festen Zeiträume helfen, um einen bewussten Schnitt zu machen und zu sagen: „Jetzt probiere ich mal etwas anderes“ oder „Ich möchte jetzt wieder mehr Kontrolle in bestimmten Bereichen.“

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Weniger ist mehr

Ein wichtiger Effekt dieser bewussten Reduktion ist die Erkenntnis: Ich kann mit weniger auskommen. In unserer Wohlstands- und Konsumgesellschaft ist das für viele Menschen gar nicht mehr selbstverständlich. Wir haben uns daran gewöhnt, dass alles ständig verfügbar ist. Wenn man dann bewusst verzichtet, merkt man: Es geht auch ohne.

Wer es schafft, fast sieben Wochen auf Alkohol, Social Media oder etwas anderes zu verzichten, erlebt: Ich habe Kontrolle über mein Verhalten. Das ist ein sehr stärkendes Gefühl.

Resilienz wird gestärkt

Steffen Häfner ist sich sicher: „Wer gelernt hat, mit Druck oder Entbehrung umzugehen, kann später auch besser mit Belastungen oder Krisen umgehen, weil er merkt: Ich habe Strategien, um mit diesen Herausforderungen zurechtzukommen.“ Das stärkt unsere mentalen Abwehrkräfte, die sogenannte Resilienz.

Aber wie geht man den bewussten Entzug am besten an?

Kleine Highlights schaffen

Allzu große Erwartungen und Ziele bringen schnell die Ernüchterung. So ist es besser, den Entzug kleinteilig zu beginnen und bereit kleine Erfolge zu feiern.

Steffen Häfner dazu: „Entscheidend ist, dass man realistisch startet und sich nicht überfordert. Für viele ist ein Verzicht auf Social Media oder bestimmte Konsumgewohnheiten alltagstauglicher als klassisches Fasten beim Essen.“

Und der Effekt des Fastens sollte nachhaltig sein: „Wenn ich während der Fastenzeit auf Alkohol verzichte, sollte die Belohnung nicht sein, dass ich danach exzessiv trinke. Sondern etwas, das mir wirklich guttut.“, so der Facharzt.

Gestalten Sie das Fasten positiv und kommunizieren Sie es mit Freunden und Familie.
dpa-mag