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Die Gebäudereiniger

Zwischen Glasfassade und Dampfreiniger

GebäudereinigerInnen gucken hinter die Kulissen

GebäudereinigerInnen brauchen ein gutes Durchhaltevermögen, da die Arbeit auch manchmal anstrengend sein kann. Foto: Daniel jakulovic/shutterstock.com

15.06.2021

Bürogebäude und Tankstellen, Arztpraxen, OP-Säle oder auch ein Kernkraftwerk: Gebäudereiniger blicken in ihrem Berufsleben hinter viele Kulissen. „An der Gebäudereinigung macht mir einfach Spaß, dass man immer den Unterschied von vor der Reinigung und nach der Reinigung sieht“, erzählt Azubi Sebastian. Inzwischen ist er im zweiten Jahr seiner Ausbildung zum Gebäudereiniger. Er hat viel dazugelernt. Er weiß, wie er mit chemischen Reinigungsmitteln umgehen muss. „In der Ausbildung lernt man zu unterscheiden, welches Reinigungsmittel für welchen Zweck eingesetzt wird.“ Und wie man welche Reinigungen am besten angeht - also etwa Böden, Fassaden oder Glas reinigt. Darüber hinaus kann Sebastian einen Arbeitsplan erstellen, in dem alle Schritte einer Reinigung aufgeschlüsselt werden. In der Berufsschule steht zudem der richtige Umgang mit Geräten auf dem Lehrplan, etwa mit Bodenreinigungsmaschinen oder Dampfreinigern.

Kenntnisse in Chemie und Mathematik sind eine gute Basis, wenn es darum geht, Grundrisse zu zeichnen, Flächen und Körper zu berechnen oder Materialkosten und Mengen zu ermitteln. „Und natürlich müssen Auszubildende auch lernen, wie sich die Reinigungsmittel chemisch zusammensetzen“, erklärt Marion Presek-Haster. Sie ist beim Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks für Berufsbildung zuständig.

„Ein wenig sportlich sollten Interessierte schon sein“, ergänzt Presek-Haster. Schließlich sind die Fachkräfte den ganzen Tag auf den Beinen und bedienen zum Teil schwere Maschinen. Als weitere Voraussetzungen nennt der Azubi: Neugier, Höflichkeit und Flexibilität. Die Arbeitszeiten können sich je nach Auftrag unterscheiden. „Glasreinigung machen wir zum Beispiel immer frühmorgens“, erzählt er. Gebäudereiniger sind zum größten Teil bei Gebäudereinigungsunternehmen angestellt. Dabei arbeiten sie entweder allein oder zusammen mit anderen in einem Team.

Gebäudereiniger bzw. Gebäudereinigerin kann man theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Die große Mehrheit der Azubis besitzt einen Hauptschulabschluss wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Ein kleiner Teil startet mit Realschulabschluss in die Lehre. Danach folgen Azubis ohne Abschluss und ein sehr kleiner Teil mit (Fach-)Abitur.

Mit guten Leistungen in Physik und Chemie kann man auf alle Fälle punkten, aber auch wer in diesen Fächern nicht die besten Voraussetzungen mitbringt, kann sich natürlich trotzdem auf einen Ausbildungsplatz bewerben. Am wichtigsten bei diesem Beruf ist, dass man sorgfältig und genau arbeiten kann, z.B. beim Reinigen in Krankenhäusern. Weitere Stärken, die sich Arbeitgeber von angehenden Gebäudereinigern wünschen, sind eine gute Selbstorganisation sowie Durchhaltevermögen, da die Arbeit auch manchmal anstrengend sein kann.

Das Arbeitsumfeld als Gebäudereinigerin kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich man tätig ist. In Gebäudereinigungsfirmen arbeitet man überwiegend in Büros beim Kunden. In Betrieben für Desinfektion und Schädlingsbekämpfung kann man auch im Freien arbeiten und ist daher der Witterung ausgesetzt.

Sebastian möchte nach seiner Ausbildung auf jeden Fall noch seinen Meister machen. Sein Ziel: „Wenn ich dann einen Ausbildungsschein habe, möchte ich der nächsten Generation weitergeben, was ich in der Ausbildung gelernt habe.“ (dpa/azubiyo/cr)

Trend: Roboter schaffen keimfreie Umgebungen

Desinfektionsroboter

Immer mehr Unternehmen setzen auf autonom agierende Desinfektionsroboter, die mithilfe von ultraviolettem Licht (UV-C) Krankheitserreger auf Oberflächen und in der Luft beseitigen. Aus Sicherheitsgründen arbeiten die Roboter in den Räumen isoliert und schalten das UV-C-Licht sofort ab, sobald eine Person den Raum betritt. Desinfektionsroboter können z.B. in Produktionsbetrieben, öffentlichen Verkehrsmitteln und auf Flughäfen, aber auch in Krankenhäusern oder Schulen eingesetzt werden. Fach- und Führungskräfte in den Bereichen Arbeitssicherheit, Hygiene und Gebäudereinigung werden sich mit dieser neuen Möglichkeit vertraut machen.

Smart Cleaning

Die Zukunft der Gebäudereinigung ist digital: Getestet werden autonome Reinigungsroboter für die gewerbliche Reinigung von Innenräumen sowie Spezialroboter für die Krankenhausdesinfizierung, die Reinigung von Fassaden, Schächten, Kanälen und Solarflächen. Mithilfe von Sensoren könnte künftig „on demand“ gereinigt werden: Büroräume melden den Grad an Verschmutzung und zeigen an, wenn sie gereinigt werden sollten, Sensoren in Papierhandtuch- oder Seifenspendern senden ein Signal auf das Smartphone oder Tablet der Reinigungskräfte, wenn sie aufgefüllt werden müssten. Für Fachkräfte werden sich durch den Einsatz dieser Technik Arbeitsorganisation und Arbeitsausführung ändern, für Führungskräfte wird die Entscheidung für oder gegen Investitionen auf diesem Gebiet anstehen. (www.berufenet.de)

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