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Eberswalder Forstfasching – ein Verein ist 30!

Seit 30 Jahren eine ganzjährige Leidenschaft

Gemeinsam die flippige Seite leben / Total unterschiedliche Menschen treffen sich in diesem Verein, der Frohsinn schätzt und gestaltet

50. Forstfasching im Februar 2017. An zwei Abenen verwandelten (rund) 1200 Gäste das Kulturhaus Schwärzetal in ein pulsierendes Revuetheater. Fotos (2): Archiv/ T. Burckhardt

8.02.2021

Eberswalde. Der Verein, der uns alle Jahre wieder E.igenwillge, F.reche und F.arbige – Feste beschert, muss pausieren. Zum zweiten Mal in seiner Geschichte kann der Eberswalder Forstfasching e.V. nicht feiern. „Der erste Grund dafür war 1991 der Irak-Krieg, besser der 1. Golfkrieg. In ganz Deutschland fielen Fasching, Fasnacht und Karneval aus“, so erinnert sich Rüdiger Schulz, der der erste Vorsitzende des Vereins war. Der zweite Grund ist bekannt, ein weltweites Virus behindert den Frohsinn. Vor gut 30 Jahren, auf den Tag genau am 29. November 1990, wurde der Eberswalder Forstfasching als eingetragener Verein gegründet. Von rund 30 Faschingsbegeisterten vorrangig aus der Stadt. Sie waren keine närrischen Neueinsteiger, im Gegenteil. Seit 1967 wird der Forstfasching schon öffentlich gefeiert.

„Ein Leben ohne Fasching ist möglich, aber sinnlos“, so der Titel der Anzeige auf dieser Seite, die die Pressefrau des Vereins, Antje Klönhammer, kreiert hat. Die aktuell rund 50 Mitglieder des E.F.F. wollten sich in dieser so stillen fünften Jahreszeit 2020/2021 zu Wort melden, im traditionellen Feten-Monat Februar. Die drei Vorsitzenden: Rüdiger Schulz, Klaus Dewitz und Isabell Sydow erzählen aus ihrer Geschichte und schauen in die Zukunft. Die ersten zehn Jahre, von 1990 bis 1999 spiegeln auch das Ankommen im neuen System wider, so Rüdiger Schulz. Er war vor der Wende im Institut für Bodenkunde der Verantwortliche der Gewerkschaft für Kultur, u.a. für den Fasching.

Als sich kein anderer fand, übernahm er als 36-Jähriger den Vereinsvorsitz des E.F.F. Das Haus Schwärzetal wurde in den folgenden Jahren umgebaut und neueröffnet. Der Fasching zieht mit seinen Kulissen kreuz und quer durch die Stadt, ehe er sein Domizil im „Klimastall“ findet. Die riesige Werkstatt ist nun seit 20 Jahren das Zuhause der malenden und bastelnden Faschingsverrückten.

Die Themen wurden fortan auf stets wiederverwendete Kulissenmodule gemalt.

Klaus Dewitz übernahm den Verein im Jahr 2005. Er tauschte einfach mit Rüdiger Schulz, der wurde beruflich und familiär bedingt sein Stellvertreter. Beide gehören zur zweiten Generation und Klaus Dewitz stammte aus der Wiege des Forstfaschings, dem Institut der Forstwissenschaften. „Fasching war damals ein Hobby im Winter“, so Klaus Dewitz, der 1974 der interessanten Arbeit wegen nach Eberswalde kam und über den Fasching sich hier vernetzte. Seine erste Faschingsfete hieß im Februar 1975: „Besuch im Kosmos“. Seit der Vereinsgründung ist der E.F.F. eine Leidenschaft, die alle ganzjährig pflegen. Denn die Organisation hat natürlich zugenommen. „Wir haben an den Inhalten gefeilt, die Themen sind opulenter geworden. Fortan gab es einen Einzug der kostümierten Vereinsmitglieder sowie kleine Sketche und Tanzeinlagen. Die Kulissen wurden perfektioniert. Wir hatten dabei stets im Blick, dass die Leute hier einfach ausgelassen tanzen und feiern wollten “, so erinnert sich Klaus Dewitz. Der Fasching führt ganz unterschiedliche Menschen zusammen, quasi auch ein Integrationsprojekt, so der 69-Jährige augenzwinkernd. Ein Höhepunkt war sicherlich für alle der Fasching zum 50. Jubiläum. „La Revue toll wie nie“ hieß es. Gleichzeitig rückte die 3. Generation endgültig ins Rampenlicht und Isabell Sydow übernahm den Vorsitz. Die heute 30-jährige Eberswalderin ist schon seit 2009 im Kreis der Faschingsverrückten. Sie liebt es, im Fasching ihre „flippige Seite auszuleben“, ein Hauptmotiv für viele, sich in dieser Gemeinschaft zu engagieren, das weiß sie. Eine ihrer Aufgaben sei es, den Verein jung zu halten. Motto-Themen wie 2019 „Pomade unter’m Petticoat“ und 2020 „Mit Zylinder, Zahnrad, Zeppelin – auf der E.F.F.-Dampfmaschin“ ziehen ein jüngeres Publikum an. Doch es bleibt die Sorge, gerade nach dieser aktuellen Zwangspause, dass die Eberswalder vielleicht nicht mehr Fasching feiern wollen oder dass neue Themen nicht ankommen.

Isabell Sydow setzt auch in diesen Wochen auf Kontakt: Es gibt unter anderem eine WhatsApp-Gruppe, in der die Kulissenmalenden ein virtuelles Thema bearbeiten und sich gegenseitig die Bilder senden. Das schönste wird prämiert mit einem Gutschein für ein Essen, so Sydow. Außerdem lädt die Eberswalderin Gäste auf die Internetseite www.eberswalder- forstfasching.de ein. „Wir freuen uns auch über Themen-Vorschläge von außerhalb für zukünftige Events, wir sind da offen und vor allem personelle Verstärkung ist uns willkommen“, sagt sie.

Am Ende noch eine Bitte und ein Hinweis. Rüdiger Schulz fühlt sich für das Archiv des Eberswalder Forstfaschings analog und digital verantwortlich. Anlässlich des Jubiläums im Jahr 2017 erschien der reich bebilderte Band „50 Jahre Eberswalder Forstfasching“. Davon sind noch einige Exemplare vorhanden. Zudem werden weiter Fotos aus der Zeit vor 1991 gesucht. Kontakt über info@forstfasching.de

Sabine Schulz

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