Fahrschulkompass

Begleitetes Fahren

FOTO: ITZEHOER / TXN

27.04.2026

Bereits sechs Monate vor dem 17. Geburtstag können sich Jugendliche für das begleitete Fahren anmelden – und sollten das auch, empfehlen Experten verschiedener Versicherungen.

Wer das Begleitjahr voll ausschöpft, ist später nachweislich sicherer unterwegs. Die Unfallzahlen liegen 20 Prozent niedriger als bei denjenigen, die ihren Führerschein mit 18 Jahren machen. Jeder Begleiter muss mindestens 30 Jahre alt und fünf Jahre im Besitz eines gültigen Führerscheins sein; sie oder er darf maximal einen Punkt in Flensburg haben. Anders als Fahrlehrer sind Begleiter nicht befugt, ins Fahrgeschehen einzugreifen. Der Fahrlehrerverband empfiehlt deswegen sogar, dass Begleiter hinten sitzen sollten.
txn/cr

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Fahrlehrer schlagen Alarm

Die Führerscheinausbildung soll reformiert werden, um die Kosten zu senken. Ausbilder aus Seelow und Frankfurt haben Zweifel an der Effektivität der Einsparungen

Der Führerschein ist teuer – gerade für junge Menschen im ländlichen Raum. Das Bundesverkehrsministerium will die Ausbildung reformieren und so die Kosten senken. Weniger Pflichtinhalte, mehr digitale Elemente und flexiblere Modelle sind im Gespräch.

Mario Klasse, Fahrschulinhaber aus Frankfurt und Kreisgruppenvorsitzender des Fahrlehrer-Verbands Brandenburg für Oder-Spree und Frankfurt, sowie die Seelower Fahrschulinhaber Heiko Prager und Andreas Laufer, sehen die Reformpläne mit großer Skepsis.

Online-Unterricht und Simulator können nur ergänzen

Die geplante Lockerung der Präsenzpflicht und die Wahlmöglichkeit des reinen Online-Unterrichts in der Theorieausbildung sehen die drei Fahrlehrer kritisch. Denn ein Unterrichtsraum werde nicht wegfallen und verursacht weiterhin Kosten.

Auch ein Simulator ist nur eingeschränkt sinnvoll. Ein derartiges Gerät kostet mittlerweile so viel wie ein Kleinwagen. Um bestimmte Abläufe üben zu können, kann ein Simulator zwar sinnvoll sein, doch reale Verkehrssituationen kann er nur eingeschränkt abbilden.

Besonders kritisch sehen die Fahrlehrer die geplante Aufweichung verbindlicher Ausbildungsstandards. Künftig soll es keine festen Vorgaben mehr geben, ob der Theorieunterricht in Präsenz oder online stattfindet. Dabei sind gerade zentrale Themenbereiche – etwa Verantwortung des Fahrers, Gefahrenlehre und sicherheitsrelevantes Verhalten – am effektivsten im direkten Austausch zu vermitteln. Auch eine pauschale Absenkung des Prüfungsniveaus sei alles andere als sinnvoll.

Einen Vorschlag hat Prager parat: „Ein Führerschein-BAföG oder die steuerliche Absetzbarkeit der Gesamtkosten wären gute Maßnahmen.“

Keine Laien als Fahrlehrer

Skeptisch sehen die Fahrlehrer auch eine stärkere Verlagerung der Ausbildung in den privaten Bereich. Wenn Teile der Praxis künftig von Laien mit Privatfahrzeugen übernommen würden, verschiebe man Kosten zwar formal aus der Fahrschule heraus – aber eben auch Verantwortung. Heiko Prager, Andreas Laufer und Mario Klasse betonen, dass gerade im ländlichen Raum der Führerschein keine Frage des Komforts, sondern der Notwendigkeit sei. Wer mobil sein muss, braucht das Auto. Der Preis spiele daher zwar eine Rolle, sei aber selten ausschlaggebend.

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Sich nun in Erwartung möglicher Reformen mit dem Beginn der Ausbildung zurückzuhalten, halten die Fahrlehrer für den falschen Weg. Entscheidend bleibe die Fahrsicherheit der Neulinge – und die beginnt lange vor der ersten Fahrstunde. 

Größter Wunsch der Fahrlehrer aus der Oderregion ist, dass das Bundesverkehrsministerium mit den Fahrlehrern und entsprechenden Fachverbänden spricht, bevor es eine Reform umsetzt, die nicht nur nichts bringt, sondern auch zulasten der Verkehrssicherheit geht.
red